Perioperative Therapie mit Apalutamid setzt neuen Standard
Bericht:
Dr. Ine Schmale
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Die einjährige perioperative Therapie mit Apalutamid plus ADT verlängerte das therapiefreie Intervall bei Patient:innen mit lokal begrenztem Prostatakarzinom und hohem Rezidivrisiko um nahezu 3 Jahre verglichen mit Placebo plus ADT, so die finalen Ergebnisse der PROTEUS-Studie.
Trotz der radikalen Prostatektomie mit kurativer Intention rezidiviert etwa die Hälfte der Patient:innen mit Hochrisiko. Da Apalutamid beim kastrationsresistenten Prostatakarzinom Wirksamkeit gezeigt hat, wurde in der Phase-III-Studie PROTEUS die Gabe von 6 Zyklen neoadjuvantem und weiteren 6 Zyklen adjuvantem Apalutamid plus ADT (APA+ADT) gegenüber Placebo plus ADT (PBO+ADT) untersucht. Die dualen primären Endpunkte waren die pathologische Komplettremissionsrate/minimale Resterkrankung (pCR/MRD) sowie das metastasenfreie Überleben (MFS, gemessen mit PSMA-PET oder konventioneller Bildgebung).
Insgesamt wurden 2107 Patient:innen mit einem medianen Alter von 66 Jahren in der Studie behandelt. Bei 96% der Erkrankten lag bei Diagnosestellung ein Gleason Score ≥8 vor. Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 61,7 Monaten waren noch 85,1% der Patient:innen des APA+ADT-Arms und 87,6% des PBO+ADT-Arms in der Studie. Im Ergebnis zeigten 8,9% der Patient:innen im APA+ADT-Arm versus 1,0% im Placeboarm eine pCR/MRD (p<0,0001). Auch der zweite primäre Studienendpunkt wurde erreicht, das Risiko für die Entwicklung von Metastasen war im Apalutamid-Arm um 20% gegenüber dem Placeboarm reduziert (HR: 0,80; 95% CI: 0,67–0,96; p=0,02). Innerhalb der sekundären Endpunkte war das ereignisfreie Überleben (EFS) mit einem Median von 57,1 Monaten im Apalutamid-Arm dem Placeboarm mit 38,4 Monaten signifikant überlegen (HR: 0,71; 95% CI: 0,63–0,80; p<0,0001). Die mediane Zeit bis zur ersten nachfolgenden Therapie wurde mit Apalutamid im Median um 2,7 Jahre verzögert (median 74,2 versus 41,5 Monate) und das Risiko für eine nachfolgende Therapie um 35% reduziert (HR: 0,65; 95% CI: 0,57–0,73; p<0,0001). Die Zeit bis zur Identifizierung von Fernmetastasen war im Apalutamid-Arm länger als im Placeboarm. Nach 60 Monaten lebten 82,8% versus 76,2% der Patient:innen ohne Fernmetastasen. Das Risiko für Fernmetastasierung war nach APA+ADT um 32% gegenüber PBO+ADT reduziert (HR: 0,68; 95% CI: 0,55–0,83; p=0,0002). Die Messung des MFS allein mit konventioneller Bildgebung führte nicht zu einem signifikanten Unterschied zwischen den Studienarmen (HR: 0,84; 95% CI: 0,67–1,07; p=0,15).
In der PROTEUS-Studie wurde auch die Testosteron-Erholung gemessen. Im Median erholte sich der Testosteron-Wert bei Patient:innen, bei denen der Wert ≥200 ng/dl war, auf 270 ng/dl im APA+ADT-Arm versus 290 ng/dl mit PBO+ADT. Die mediane Zeit bis zur Testosteron-Erholung lag bei 8,1 versus 6,6 Monate.
Fazit:
Die Autor:innen konstatierten, dass die PROTEUS-Studie einen neuen Standard beim lokal begrenzten Hochrisiko-Prostatakarzinom setzt. Mit dem Einbezug des PSMA-PET wurde ein neuer effektiver Endpunkt verwendet.
Quelle:
Taplin ME et al.: Perioperative (neoadjuvant and adjuvant) apalutamide + androgen deprivation therapy (ADT) vs placebo + ADT with radical prostatectomy in high-risk localized or locally advanced prostate cancer: Final analysis of the PROTEUS phase 3 study. ASCO 2026; Abstr. #LBA1
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