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AGO-Studie 42: PITVIN

<p class="article-intro">Der Studienname „PITVIN“ leitet sich ab von „primäre Imiquimod-Therapie (PIT) versus Chirurgie in der Behandlung der vulvären intraepithelialen Neoplasie (VIN)“. Dieser Artikel gibt einen Überblick über den Inhalt und die Ziele dieser prospektiven, multizentrischen, randomisierten Studie.</p> <hr /> <p class="article-content"><p>Die Inzidenz der HPV-assoziierten vulv&auml;ren intraepithelialen Neoplasie (VIN &bdquo;usual type&ldquo;; HSIL [&bdquo;high-grade squamous intraepithelial lesion&ldquo;] der Vulva) ist bei j&uuml;ngeren Frauen in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Die chirurgische Therapie (Exzision oder Laserdestruktion) ist derzeitiger therapeutischer Standard, hat jedoch mehrere Nachteile. Viele der operativ behandelten Frauen erleiden Lokalrezidive, und Narbenbildung kann zu psychosexuellen Beschwerden f&uuml;hren. Als Therapiealternative wird seit mehreren Jahren eine Lokaltherapie mit Imiquimod durchgef&uuml;hrt.</p> <h2>Imiquimod als Therapiealternative</h2> <p>Der Immunmodulator f&ouml;rdert &uuml;ber eine lokale Entz&uuml;ndungsreaktion die HPV-Clearance und f&uuml;hrt so zu einer R&uuml;ckbildung der L&auml;sion. Die Stimulation von Zytokinen kann jedoch zu lokalen und systemischen Nebenwirkungen f&uuml;hren. Die lokale Therapie l&auml;uft &uuml;ber einen Zeitraum von 16 Wochen, die Dosis wird langsam von einmal w&ouml;chentlich auf dreimal pro Woche gesteigert.<br /> Die aktuelle Cochrane Review &uuml;ber die Behandlung der VIN &bdquo;usual type&ldquo; zeigt, dass es nach einer chirurgischen Therapie, d.h. Exzision oder Laserablation, in 50 % der F&auml;lle zu Rezidiven kommt. Im Vergleich dazu f&uuml;hrt eine lokale Therapie mit Imiquimod in ungef&auml;hr der H&auml;lfte der F&auml;lle zum vollst&auml;ndigen Verschwinden der L&auml;sion. Kleinere L&auml;sionen scheinen besser auf die lokale Therapie anzusprechen &ndash; bei gr&ouml;&szlig;eren L&auml;sionen muss die Therapie oftmals &uuml;ber die bew&auml;hrten 16 Wochen hinaus verl&auml;ngert werden.<br /> Die Angaben zur klinischen und histologischen Komplettremission schwanken je nach Studie. Insgesamt ist die derzeitige Datenlage noch relativ schwach und es gibt viele ungekl&auml;rte Fragen. Es gibt kaum Daten &uuml;ber die Langzeitrezidivrate nach Imiquimod, und es ist unklar, welche Faktoren f&uuml;r ein erfolgreiches Therapieansprechen verantwortlich sind. Auch gibt es bis dato keine Studien, die Imiquimod direkt mit der chirurgischen Therapie verglichen haben. Die Autoren der Cochrane Review weisen auf eine wichtige &ouml;sterreichische Studie hin, die diese Daten liefern soll &ndash; die PITVIN-Studie.</p> <h2>Studienziel</h2> <p>Ziel der PITVIN-Studie (prim&auml;re Imiquimod-Therapie versus Chirurgie bei der Behandlung der VIN) ist es, diesen Vergleich prospektiv durchzuf&uuml;hren. Im Rahmen dieser multizentrischen, randomisierten Studie sollen 110 Patientinnen mit HSIL der Vulva (VIN 2 und 3) eingeschlossen werden. &Ouml;sterreichweit nehmen 10 gyn&auml;kologische Zentren (Universit&auml;tsklinik Graz, AKH Wien, Landesklinikum Salzburg, Universit&auml;tsklinik Innsbruck, AKH Klagenfurt, Barmherzige Br&uuml;der Graz, AKH Linz, Barmherzige Schwestern Linz, LKH Leoben und Ordination Dr. Eberz/M&uuml;rzzuschlag) an der Studie teil. Die Studie ist als AGO-Studie registriert und wird vom FWF gef&ouml;rdert &ndash; Sponsor ist die Med Uni Graz. Einschlusskriterium ist eine histologisch best&auml;tigte VIN, Ausschlusskriterien sind u.a. der klinische Verdacht auf Invasion, St.p. Vulvakarzinom, Schwangerschaft oder Immunsuppression. Frauen mit einem VIN-Rezidiv k&ouml;nnen eingeschlossen werden, wenn die letzte Therapie l&auml;nger als 3 Monate zur&uuml;ckliegt.<br /> Neben der Hauptzielgr&ouml;&szlig;e der klinischen Remission werden auch die histologische Remission, die HPV-Clearance, das Ausma&szlig; der chirurgischen Interventionen, die immunhistochemischen Ver&auml;nderungen, das &auml;sthetische Resultat, die Lebensqualit&auml;t und die Therapiezufriedenheit zwischen den beiden Gruppen verglichen.</p> <h2>Ausblick</h2> <p>Bisher wurden 40 Frauen in die Studie eingeschlossen &ndash; die Zufriedenheit der Studienteilnehmerinnen mit der Qualit&auml;t und Art ihrer Behandlung ist bislang sehr hoch. F&uuml;r die weiterhin gute Durchf&uuml;hrung der Studie ist eine aktive Unterst&uuml;tzung durch niedergelassene &Auml;rzte wichtig. Durch Information und Zuweisung von potenziellen Studienpatientinnen an die Studienzentren kann der positive Abschluss der Studie unterst&uuml;tzt werden. Die Ergebnisse der PITVIN-Studie werden detaillierte Informationen &uuml;ber die Vor- und Nachteile beider Therapien liefern und wichtige Hinweise f&uuml;r eine optimale Therapieplanung bei VIN geben.</p></p> <p class="article-footer"> <a class="literatur" data-toggle="collapse" href="#collapseLiteratur" aria-expanded="false" aria-controls="collapseLiteratur" >Literatur</a> <div class="collapse" id="collapseLiteratur"> <p>Literatur bei der Verfasserin</p> </div> </p>
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