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Kortikale Erregbarkeit und Anfallsrisiko

Die Dynamik der Epilepsie

Epileptische Aktivität und Anfallsrisiko sind nicht konstant, sondern schwanken über Stunden, Tage und Wochen – häufig in einem für die einzelne Person typischen Rhythmus. Dieses dynamische Verständnis erklärt die begrenzte Aussagekraft einzelner Routine-EEGs und eröffnet neue Perspektiven für die Therapiekontrolle und eine künftige risikoadaptierte Therapie.

Epilepsie wird seit fast einem Jahrhundert als Erkrankung mit gesteigerter kortikaler Erregbarkeit verstanden.1 Kortikale Erregbarkeit beschreibt, wie empfindlich ein kortikales Netzwerk auf einen Reiz reagiert, wie ausgeprägt die hervorgerufene Antwort ist und wie rasch das Netzwerk danach in einen stabilen Zustand zurückkehrt.2 Im klinischen Alltag wird diese Eigenschaft häufig statisch gedacht: Ein Gehirn gilt als «hypererregbar» oder nicht. Tatsächlich verändert sich die Erregbarkeit jedoch fortlaufend.

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