Langzeitergebnisse zu Acoramidis bei ATTR-CM
Bericht: Dipl.-Ing. Dr. Manuel Spalt-Zoidl
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Eine unverblindete Verlängerungsphase der ATTRibute-CM-Studie belegt eine anhaltende Wirksamkeit und gute Verträglichkeit von Acoramidis bei der Behandlung von ATTR-CM über 54 Monate hinweg.
Acoramidis für die Behandlung der ATTR-CM
Bei Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie (ATTR-CM) handelt es sich um eine seltene progressive Erkrankung mit fatalem Verlauf. Sie wird durch eine Destabilisierung des nativen TTR-Tetramers verursacht. Dieses dissoziiert im Krankheitsverlauf zu fehlgefalteten Monomeren, welche unter anderem im Herzen akkumulieren. Hospitalisierungen und Tod infolge einer Herzinsuffizienz sind die Folge.1
Eine mögliche Behandlungsoption ist der TTR-Stabilisator Acoramidis. Die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Arzneimittels wurde anhand der Phase-III-Studie ATTRibute-CM belegt. Insgesamt erhielten 632 Teilnehmende mit Wildtyp- oder hereditärer ATTR-CM und Herzinsuffizienz der „New York Heart Association“(NYHA)-Klasse I–III im Verhältnis 2:1 Acoramidis (n=421) oder Placebo (n=211). Nach 30 Monaten zeigte der TTR-Stabilisator eine geringere Gesamtmortalität (ACM) und eine geringere kumulative Häufigkeit kardiovaskulär bedingter Hospitalisierungen (CVH) als Placebo. Die häufigsten Nebenwirkungen umfassten Diarrhö und Gicht, wobei die Mehrheit nicht schwerwiegend und vorübergehend war.2
Unverblindete Verlängerungsphase von ATTRibute-CM
Um die Aufrechterhaltung der Acoramidis-Wirksamkeit über einen längeren Zeitraum zu beurteilen, werteten Soman et al. die Daten einer unverblindeten Verlängerungsphase der ATTRibute-CM-Studie aus. Diese umfasste 263 Teilnehmende aus dem ursprünglichen Acoramidis- und 126 aus dem Placebo-Arm. Alle Patient:innen erhielten zwischen Monat 30 und 54 unverblindet das Verum.3
Die kontinuierliche Gabe von Acoramidis über 54 Monate hinweg demonstrierte gegenüber der Placebo-zu-Verum-Gruppe eine 45-prozentige Reduktion des Risikos zu sterben (Hazard-Ratio [HR]: 0,55; 95% CI: 0,42–0,74; p<0,001; Abb 1). Auch das Risiko eines kardiovaskulär bedingten Todesfalls war unter kontinuierlicher Gabe signifikant geringer ausgeprägt (HR: 0,51; 95% CI: 0,36–0,71; p<0,001). Diese Ergebnisse konnten unabhängig von relevanten demografischen oder klinischen Subgruppen wie Alter, Geschlecht oder NYHA-Klasse beobachtet werden.3
Acoramidis stabilisierte NT-proBNP über 54 Monate hinweg
Im natürlichen Verlauf der ATTR-CM kommt es zu einem Anstieg des N-terminalen Prohormons des natriuretischen Peptids Typ B (NT-proBNP). Dabei handelt es sich um einen etablierten prognostischen Biomarker für das Herzinsuffizienzrisiko.4,5 Eine kontinuierliche Anwendung von Acoramidis konnte über den gesamten Therapieverlauf hinweg stabile NT-proBNP-Spiegel mit einer medianen Veränderung gegenüber Baseline von 57pg/ml zeigen. Auch die Umstellung von Placebo auf das Arzneimittel ab Monat 30 stabilisierte die Biomarkerwerte bis Monat 54.3
Verträglichkeit von Acoramidis während der unverblindeten Verlängerungsphase
Im Rahmen der unverblindeten Verlängerungsphase wurden keine neuen klinisch relevanten Sicherheitssignale identifiziert. Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse traten zwischen der kontinuierlichen Acoramidis- und der Placebo-zu-Acoramidis-Gruppe mit einer ähnlichen Häufigkeit bei etwa 94% der Behandelten auf. Die häufigsten Ereignisse umfassten Covid-19 (16,5%), Vorhofflimmern (13,9%) und Herzinsuffizienz (12,9%). In den jeweiligen Gruppen brachen fünf beziehungsweise zwei Patient:innen die Behandlung aufgrund eines schwerwiegenden unerwünschten Ereignisses ab.3
Abb. 1: Kaplan-Meier-Kurve der Überlebenswahrscheinlichkeit unter kontinuierlicher Acoramidis-Therapie oder nach Umstellung von Placebo in Monat 30 über 54 Monate hinweg (modifiziert nach Soman P et al)3
Fazit
Unbehandelt kann ATTR-CM rasch zur Hospitalisierung und zum Tod aufgrund von Herzinsuffizienz führen. Der TTR-Stabilisator Acoramidis zeigte in der Phase-III-Studie ATTRibute-CM sowie ihrer Verlängerungsphase über 54 Monate hinweg eine signifikante Wirksamkeit gegenüber Placebo beziehungsweise der Placebo-zu-Acoramidis-Gruppe. Die kontinuierliche Gabe reduzierte die ACM um 45% und das Risiko eines kardiovaskulär bedingten Todesfalls um 49% im Vergleich zum verzögerten Beginn. Zudem stabilisierte der Wirkstoff den Biomarker NT-proBNP. Über den Beobachtungszeitraum hinweg wurden keine neuen klinisch relevanten Sicherheitssignale identifiziert.
Literatur:
1 Ruberg FL, Berk JL: Transthyretin (TTR) cardiac amyloidosis. Circulation 2012; 126(10): 1286-300 2 Gillmore JD et al.: Efficacy and safety of acoramidis in transthyretin amyloid cardiomyopathy. N Engl J Med 2024; 390(2): 132-42 3 Soman P et al.: Long-term durability of acoramidis efficacy in transthyretin amyloid cardiomyopathy: open-label extension of the ATTRibute-CM randomized clinical trial. JAMA Cardiol 2026; 11(5): 446-54 4 Grogan M et al.: Natural history of wild-type transthyretin cardiac amyloidosis and risk stratification using a novel staging system. J Am Coll Cardiol 2016; 68(10): 1014-20 5 Gillmore JD et al.: A new staging system for cardiac transthyretin amyloidosis. Eur Heart J 2018; 39(30): 2799-806
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