UEGW 2026: neue Erkenntnisse zu CED, Leberzirrhose und Reizdarm
Bericht:
Mag. Andrea Fallent
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Auf der UEG Week 2026 wurden spannende Studiendaten zu gastroenterologischen Erkrankungen vorgestellt. Im Fokus standen u.a. vielversprechende Therapieansätze, aktuelle Erkenntnisse zur Früherkennung, epidemiologische Daten und die Frage, wie sich Behandlungsergebnisse langfristig verbessern lassen.
Vom 17. bis 20. Oktober 2026 fand der größte Kongress der europäischen Gastroenterolog:innen in Barcelona statt. Rund 14000 Teilnehmer:innen tauschten sich vor Ort und online in mehr als 300 wissenschaftlichen Sessions über Neuigkeiten in der Forschung aus. Zum ersten Mal wurden im Rahmen der Initiative „Love Your Liver“ der European Association for the Study of the Liver (EASL) kostenlose Leberchecks für Anwesende und die lokale Bevölkerung angeboten. Hier erfahren Sie einige der Highlights aus dem vielfältigen Programm.
Alkoholassoziierte Leberzirrhose: deutlich steigende Krankheitslast
Die mit alkoholassoziierter Leberzirrhose und begleitender Herzinsuffizienz verbundene Krankheitslast könnte in den kommenden Jahrzehnten erheblich zunehmen. Darauf deutet eine Analyse von Daten der Global Burden of Disease Study für den Zeitraum 1990 bis 2023 hin, die von Dr. Elena Alupei, Bukarest, präsentiert wurde.1 Untersucht wurden die durch gesundheitliche Einschränkungen beeinträchtigten Lebensjahre („years lived with disability“; YLD) in West-, Mittel- und Osteuropa sowie den USA. Zusätzlich modellierten die Forschenden die Entwicklung bis 2050.
Zwischen 1990 und 2023 stiegen die YLD-Raten in allen untersuchten Regionen. Besonders ausgeprägt war der Anstieg in Mitteleuropa mit 82,9% und Osteuropa mit 74,7%. In Westeuropa betrug die Zunahme 28,6%, in den USA 38,5%. Trotz des vergleichsweise geringeren Anstiegs verzeichnete Westeuropa im gesamten Untersuchungszeitraum die höchsten YLD-Raten.
Bei Menschen ab 70 Jahren lagen die YLD-Raten 10- bis 16-mal höher als bei den 15- bis 49-Jährigen. Männer waren in allen vier Regionen stärker betroffen als Frauen. Das Verhältnis der YLD-Raten zwischen Männern und Frauen reichte von 1,86 in Osteuropa bis 3,27 in Mitteleuropa. Bis 2050 prognostizieren die Forschenden einen weiteren Anstieg der Krankheitslast um 65,4% in den USA, 66,6% in Osteuropa und 49,6% in Mitteleuropa, jeweils gegenüber 2023. Für Westeuropa wird hingegen ein Rückgang um 19,0% erwartet.
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
Veränderte Antikörperprofile bereits zehn Jahre vor Diagnose
Immunologische Veränderungen können einer klinisch manifesten chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) offenbar um viele Jahre vorausgehen. Eine von Dr. Arno R. Bourgonje, Groningen, vorgestellte Studie identifizierte charakteristische Antikörpermuster, die sich bei später an Morbus Crohn (MC) oder Colitis ulcerosa (CU) erkrankten Personen bereits bis zu zehn Jahre vor Diagnosestellung nachweisen ließen.2 Bourgonje ist einer der elf „UEG Rising Star“-Preisträger 2026.
Für die Untersuchung analysierten die Forschenden 2000 Serumproben von 500 Personen, darunter 200 mit später diagnostiziertem Morbus Crohn, 200 mit Colitis ulcerosa und 100 alters- und geschlechtsgematchte gesunde Kontrollpersonen. Die Proben stammten vom Zeitpunkt der Diagnose sowie aus Zeiträumen von ungefähr zwei, vier und zehn Jahren davor. Mithilfe eines breit angelegten Antikörperprofilings untersuchte das Forschungsteam die Immunreaktivität gegenüber rund 357000 mikrobiellen, viralen, nahrungsmittelassoziierten und immunologischen Antigenen. Insgesamt wurden 123980 unterschiedliche Antikörper identifiziert. Bei Personen, die später an MC oder CU erkrankten, zeigte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikant geringere Antikörperdiversität. Zudem unterschieden sich die spezifischen Immunantworten zwischen den beiden Erkrankungen.
Bei MC fanden sich insbesondere verstärkte Antikörperreaktionen gegen Herpesviren, darunter das Epstein-Barr-Virus, sowie gegen bakterielle Flagelline. Diese Veränderungen waren besonders bei Personen ausgeprägt, die später einen ilealen oder komplizierten Krankheitsverlauf entwickelten. Gleichzeitig nahm die Reaktivität gegenüber bekapselten Bakterien im Vorfeld der Diagnose ab. Bei CU beobachteten die Forschenden zunehmende Antikörperreaktionen gegen Herpesviren und Autoantigene bei gleichzeitig verringerter Reaktivität gegenüber bekapselten Krankheitserregern.
Die Kombination der Antikörpersignaturen mit Machine-Learning-Modellen ermöglichte eine Unterscheidung zwischen später Erkrankten und gesunden Kontrollpersonen bis zu zehn Jahre vor Diagnosestellung. Die Area under the Curve (AUC) betrug 0,90 für MC und 0,84 für CU. Auch komplizierte und unkomplizierte Verläufe des MC ließen sich anhand der Antikörperprofile bereits rund zehn Jahre vor Diagnosestellung unterscheiden (AUC 0,85).
MC: Guselkumab zeigt anhaltende Wirksamkeit bei perianalen Fisteln
Prof. Dr. Ailsa Hart, London, stellte die Ergebnisse der Phase-III-Studie FUZION vor, in der Wirksamkeit und Sicherheit des IL-23-Inhibitors Guselkumab bei 286 Erwachsenen mit MC und mindestens einer aktiv sezernierenden perianalen Fistel untersucht wurden.3 Alle Teilnehmer:innen hatten unzureichend auf konventionelle Therapien wie u.a. Kortikosteroide bzw. auf bis zu zwei zielgerichtete Therapieoptionen (Biologika) angesprochen. Sie erhielten nach einer i.v. Induktion Guselkumab 200mg s.c. alle vier Wochen (q4w; n=115), Guselkumab 100mg s.c. alle acht Wochen (q8w; n=113) oder Placebo (n=58).
Der primäre Endpunkt war eine kombinierte Fistelremission in Woche 24, definiert als 100-prozentiger Verschluss der äußeren Fistelöffnungen, keine neuen Fisteln oder Abszesse, kein Ausfluss und Rückbildung von Abszesshöhlen im verblindeten MRT. Er wurde von 28,3% (100mg) bzw. 27,0% (200mg) in den Verumgruppen erreicht, verglichen mit 10,3% in der Placebogruppe (Abb.1). Bis Woche 48 stieg die Remissionsrate in der 100-mg-Gruppe weiter auf 35%, während die Vergleichsgruppe mit 200mg konsistent blieb. Guselkumab wurde insgesamt gut vertragen. Die Häufigkeit unerwünschter Ereignisse war zwischen den Behandlungsgruppen vergleichbar, neue Sicherheitssignale traten nicht auf.
Abb. 1: Ergebnisse der FUZION-Studie zu Wirksamkeit und Sicherheit von Guselkumab (GUS) bei Patient:innen mit MC und perianalen Fisteln (modifiziert nach Hart AL et al. 2026)3
CU: Obefazimod erzielt langfristige Remission
In der randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie ABTECT-Maintenance zeigte Obefazimod eine anhaltende Wirksamkeit bei moderat bis schwer aktiver CU. Der orale Wirkstoff steigert die Expression der immunregulierenden microRNA-124 und wird einmal täglich eingenommen, wie Prof. Dr. Bruce E. Sands, New York City, erläuterte.4 Nach achtwöchiger Induktion in ABTECT-1 und -2 wurden 580 Patienten mit klinischem Ansprechen für weitere 44 Wochen auf 25mg, 50mg oder Placebo randomisiert. Nach 44 Wochen erreichten 50,8% unter 25mg und 51,3% unter 50mg eine klinische Remission, gegenüber 10,4% unter Placebo (jeweils p<0,0001). Auch die Daten zur steroidfreien klinischen Remission (45,1% bzw. 47,7% vs. 9,9%), endoskopischer Remission (41,5% bzw. 47,7% vs. 9,9%) und endoskopischer Verbesserung (54,9% bzw. 64,1% vs. 12,5%) fielen signifikant zugunsten von Obefazimod aus.
Unerwünschte Ereignisse wurden bei 58,0% (25mg), 71,8 % (50mg) und 50,0% (Placebo) dokumentiert. Behandlungsabbrüche aufgrund unerwünschter Ereignisse betrafen 2,6%, 4,6% bzw. 6,8%. Neue Sicherheitssignale, etwa für schwere Infektionen oder Malignome, zeigten sich nicht. Der Hersteller wird aufgrund dieser Daten noch in diesem Jahr eine Zulassung in den USA und in Europa beantragen.
Chronische Pouchitis: Tofacitinib überzeugt als Erhaltungstherapie
Die chronische Pouchitis betrifft bis zu 20% der Patient:innen nach ileoanaler Pouchanlage aufgrund einer Colitis ulcerosa und stellt nach wie vor eine therapeutische Herausforderung dar. Bislang konnte lediglich Vedolizumab seine Wirksamkeit in einer randomisierten, doppelblinden, placebo-kontrollierten (RCT) Studie nachweisen.
Prof. Dr. Jakob Begun, Brisbane, präsentierte die Ergebnisse der australischen STOPit-Studie, die Tofacitinib als mögliche weitere Therapieoption untersuchte.5 In der RCT-Studie erhielten zunächst 53 Patient:innen offen Tofacitinib in einer Dosierung von 2x täglich 10mg. Nach acht Wochen erreichten 59% (31/53) ein klinisches und 42% (22/53) ein endoskopisches Ansprechen. Bei 27% wurde eine Remission gemäß modifiziertem Pouchitis Disease Activity Index (mPDAI) dokumentiert. Eine Verlängerung der Induktionsphase um weitere acht Wochen bei initialem Nichtansprechen erhöhte die kumulative klinische Ansprechrate auf 74% (39/53). Gleichzeitig verbesserten sich das fäkale Calprotectin und die gesundheitsbezogene Lebensqualität signifikant.
Bemerkenswert sind die Ergebnisse der anschließenden randomisierten, doppel-blinden Erhaltungsphase mit 38 Patien-t:innen. Nach 24 Wochen erreichten von 18 unter Tofacitinib-Therapie (2x täglich 5mg) 50% (9/18) ein klinisches Ansprechen, verglichen mit lediglich 10% (2/20) unter Placebo (p =0,01). Ohne erneuten Pouchitisschub blieben 61% unter Tofacitinib gegenüber 15% unter Placebo (p<0,01). Auch das schubfreie Überleben war unter dem JAK-Inhibitor signifikant verbessert (p = 0,003).
Analysen lieferten zudem Hinweise auf mögliche Prädiktoren des Therapieansprechens: Endoskopisch nachweisbare Mukosa-Friabilität, nächtliche Symptome und niedrigere IL-18-Serumspiegel zu Studienbeginn waren mit einem besseren Ansprechen assoziiert. Bei Respondern zeigte sich außerdem eine deutliche Abnahme proinflammatorischer Zytokine wie TNF und IL-8. Neue Sicherheitssignale wurden während der Nachbeobachtungsphase nicht festgestellt.
Mirikizumab erreicht anhaltende Remission bei pädiatrischer CU
Der monoklonale Anti-IL-23p19-Antikörper Mirikizumab zeigte in der offenen, einarmigen Phase-III-Studie SHINE-2 bei Kindern und Jugendlichen mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa über 52 Wochen anhaltende Wirksamkeit, wie Prof. Dr. Dan Turner, Jerusalem, erläuterte.4 Eingeschlossen waren 63 Betroffene im Alter von 2 bis unter 18 Jahren, bei 54% hatte zuvor eine Biologikatherapie versagt. Nach einer gewichtsadaptierten i.v. Induktion folgte ab Woche 12 eine subkutane Erhaltungstherapie. In Woche 12 hatten 81% klinisch angesprochen. Von diesen erreichten 50% in der Woche 52 eine klinische Remission – vergleichbar mit Erwachsenen unter Mirikizumab in der LUCENT-2-Studie7 (50,7%) und deutlich mehr als unter Placebo (26,6%;Abb.2). Weitere Ergebnisse in der Woche 52 umfassten das klinische Ansprechen (73,1% vs. 49,1%), die kortikosteroidfreie Remission ohne chirurgischen Eingriff (50,0 % vs. 22,5 %), die symptomatische Remission (71,2% vs. 39,1%), die endoskopische Verbesserung (53,8% versus 29,6%) sowie die endoskopische Remission (44,2% versus 13,6%). Die meisten unerwünschten Ereignisse waren leicht bis moderat.
VERDICT: Ist die histologische Remission das optimale Therapieziel bei CU?
VERDICT, eine klinische Phase-IV-Studie mit Vedolizumab, liefert erstmals Evidenz dafür, dass „disease clearance“ ein erreichbares und klinisch relevantes Therapieziel bei moderater bis schwerer Colitis ulcerosa darstellt. „Disease clearance“ ist definiert als kortikosteroidfreie symptomatische, endoskopische und histologische Remission. Die Studiendaten wurden von Dr. Vipul Jairath, London, Canada, im Rahmen von Late-breaking- und Postersitzungen präsentiert.8
Im Mittelpunkt der Studie stand die Frage, ob eine „disease clearance“ das Risiko langfristiger Komplikationen stärker reduziert als eine alleinige symptomatische Remission. In die Treat-to-Target-Studie wurden 672 Patient:innen mit moderater bis schwerer aktiver CU eingeschlossen. Drei steroidfreie Therapieziele wurden miteinander verglichen:
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symptomatische Remission (Gruppe 1)
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symptomatische und endoskopische Remission (Gruppe 2) und
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symptomatische und endoskopische und histologische Remission („disease clearance“; Gruppe 3).
Die Behandlung wurde zielgerichtet optimiert, gegebenenfalls durch eine Intensivierung der i.v. Vedolizumab-Therapie, die Therapieziele wurden in Woche 16, 32 und 48 beurteilt. Verglichen wurde die Zeit bis zur ersten CU-bedingten Komplikation zwischen Gruppe 3 und Gruppe 1 innerhalb von bis zu 80 Wochen nach Erreichen des Therapieziels. Zu den erfassten Komplikationen zählten Hospitalisierungen, Kolektomien, der Einsatz einer Rescue-Therapie sowie weitere CU- oder therapiebedingte Komplikationen.
Nach der Therapie mit Vedolizumab erreichten bis Woche 48 nahezu 60% (400/672) der randomisierten Patien-t:innen ihr jeweils zugewiesenes kortikosteroidfreies Therapieziel:
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Gruppe 1: 137 Patient:innen (74,1%)
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Gruppe 2: 125 Patient:innen (56,3%)
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Gruppe 3: 138 Patient:innen (52,1%)
In der „Disease clearance“-Gruppe war die Zeit bis zur ersten CU-bedingten Komplikation signifikant länger als in der Gruppe mit symptomatischer Remission. Eine auf „disease clearance“ ausgerichtete Behandlung mit Vedolizumab reduzierte das Risiko für CU-bedingte Komplikationen um etwa 70% über einen Zeitraum von bis zu 80 Wochen nach Erreichen des Therapieziels. Von den Patient:innen, die das kortikosteroidfreie Therapieziel einer symptomatischen und endoskopischen Remission (Gruppe 2) erreichten, erzielten mehr als 80% in Woche 48 zusätzlich eine histologische Remission. Die Zeit bis zum Auftreten einer CU-bedingten Komplikation war zwischen den Patient:innen der Gruppen 2 und 3 vergleichbar. Insgesamt traten 51 CU-bedingte Komplikationen auf, wobei der Einsatz einer Rescue-Therapie am häufigsten war. Proteomische und transkriptomische Analysen in der VERDICT-Studie identifizierten bei therapienaiven Patient:innen, bei denen bis Woche 16 eine „disease clearance“ eintrat, spezifische molekulare Muster, darunter Veränderungen in Signalwegen, die mit Entzündungen, der Homöostase der Schleimhaut und der Gewebereparatur in Zusammenhang stehen.9,10
Reizdarmsyndrom: Antibiotika in jungen Jahren erhöhen das Risiko
Ein weiterer Beitrag befasste sich mit dem langfristigen Zusammenhang zwischen Antibiotikaanwendungen in Kindheit und Jugend und dem Auftreten eines Reizdarmsyndroms („irritable bowel syndrome“; IBS) im jungen Erwachsenenalter.11 Die Forschenden analysierten Daten von 2853 Teilnehmenden der populationsbasierten schwedischen BAMSE-Geburtskohorte. Informationen über Antibiotikaverordnungen wurden aus dem nationalen Arzneimittelregister erhoben. Der Erfassungszeitraum begann 2005, als die Teilnehmenden neun bis elf Jahre alt waren, und endete ein Jahr vor der Untersuchung auf ein Reizdarmsyndrom im Alter von 24 Jahren, in dem 10,0 % der Teilnehmenden die Kriterien eines Reizdarmsyndroms erfüllten, 79,4% der Betroffenen waren weiblich.
Eine Antibiotikaexposition war bei Personen mit Reizdarmsyndrom häufiger als bei Personen ohne (87,8% vs. 80,2%). Nach Adjustierung für Geschlecht und familiären sozioökonomischen Status waren frühere Antibiotikaverordnungen mit einer 1,5-fach höheren Odds Ratio (OR) für ein Reizdarmsyndrom assoziiert (95% CI: 1,0–2,2). Die Auswertung zeigte einen signifikanten Trend zwischen der Anzahl der Antibiotikaverordnungen und der OR für ein Reizdarmsyndrom. Jede Verordnung von Tetrazyklinen war mit einer OR von 1,4 assoziiert. Bei mindestens drei Cephalosporinverordnungen lag die OR bei 6,0.
Budesonid senkt Stenoserisiko nach Ösophagus-ESD
Budesonid-Schmelztabletten können Ösophagusstenosen nach endoskopischer Submukosadissektion (ESD) signifikant reduzieren. Dies zeigen die von Dr. Annemijn D. I. Maan, Rotterdam, vorgestellten Ergebnisse der multizentrischen, randomisierten, doppelblinden PEGASUS-1-Studie mit 102 Personen mit Plattenepithelkarzinom, Barrett-assoziierter hochgradiger Dysplasie oder frühem Adenokarzinom.12 Bei 66,7% der mit Budesonid 2mg zweimal täglich über acht Wochen Behandelten blieb eine Stenose aus, verglichen mit 42,4% unter Placebo (p=0,0098). Endoskopische Dilatationen waren seltener nötig (25,5 vs. 48,5%); auch die mittlere Zahl der Dilatationen war geringer (2,8 vs. 4,3). Allerdings traten unter Budesonid häufiger Candidosen auf (29,1 vs. 2,5%), die alle behandelbar waren. Die Ergebnisse sprechen für eine wirksame lokale Steroidprophylaxe nach ausgedehnter ESD; ein direkter Vergleich mit etablierten Steroidregimen steht noch aus.
Quelle:
UEG Week, 17. bis 20. Oktober 2026 in Barcelona
Literatur:
1 Alupei E et al.: Trans-atlantic burden of alcohol-attributable cirrhosis and its contribution to heart failure in United States vs Europe (1990–2023): A systematic analysis of years lived with disability from the Global Burden of Disease 2023 study. UEG Week 2026; Präsentation #OP143 2 Bourgonje AR et al.: Deciphering the prodrome of inflammatory bowel disease up to 10 years before disease onset by massively parallel serology. UEG Week 2026; Präsentation #OP046 3 Hart AL et al.: Efficacy and safety of guselkumab in perianal fistulizing Crohn’s disease: week 48 results from the phase 3, randomized, double-blind, placebo-controlled FUZION trial. UEG Week 2026; Präsentation #LB09 4 Sands BE et al.: Efficacy and safety of obefazimod in patients with moderately to severely active ulcerative colitis: results from the phase 3, randomized, double-blind, placebo-controlled, 44-week maintenance trial (ABTECT-Maintenance). UEG Week 2026; Präsentation #OP097 5 Begun J et al.: Study of tofacitinib for the treatment of chronic pouchitis (STOPit): An open-label induction with randomized, double-blind, placebo-controlled maintenance vs withdrawal. UEG Week 2026; Präsentation #OP164 6 Turner D et al.: Mirikizumab, the first il-23p19 inhibitor to demonstrate sustained efficacy through 1 year in pediatric moderately-to-severely active ulcerative colitis: efficacy and safety findings from SHINE-2. UEG Week 2026; Präsentation #LB11 7 D’Haens G et al.: Mirikizumab as induction and maintenance therapy for ulcerative colitis. N Engl J Med 2023; 388: 2444-55 8 Jairath V et al.: VERDICT: Randomized treat-to-target trial of corticosteroid-free targets with vedolizumab-based treatment algorithms in ulcerative colitis. UEG Week 2026; Präsentation #LB07 9 Mehandru S et al.: Proteomic signatures accompanying early disease clearance in ulcerative colitis patients treated with vedolizumab in the VERDICT trial. UEG Week 2026; Präsentation #MP0085 10 Mehandru S et al.: Proteotranscriptomic signatures accompanying early disease clearance in ulcerative colitis patients treated with vedolizumab in the VERDICT trial. UEG Week 2026; Präsentation #MP0222 11 Sjölund J et al.: Antibiotic use from childhood and risk of adult irritable bowel syndrome: findings from a prospective birth cohort. UEG Week 2026; Präsentation #OP131 12 Maan ADI et al.: Budesonide orodispersible tablets reduce esophageal stricture formation after endoscopic submucosal dissection: results of a multinational, double-blind, randomized, placebo-controlled trial. UEG Week 2026; Präsentation #LB02
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