Handystrahlung und Essen
Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen kann die vermehrte Nutzung von Handys auf mehreren Ebenen problematisch sein. Die von Handys ausgesandte Strahlung wird zu großen Teilen vom Kopf absorbiert und kann dadurch u. a. Auswirkungen auf den Stoffwechsel und Verarbeitungsprozesse im Gehirn haben. Ob es einen direkten Zusammenhang zwischen Handystrahlung und Nahrungsaufnahme geben könnte, hat Prof. Dr. Kerstin Oltmanns, Leiterin der Sektion für Psychoneurobiologie der Universität zu Lübeck, mit ihrem Forschungsteam untersucht.
Sie kamen zu überraschend deutlichen Ergebnissen: Die Strahlung führte bei fast allen Probanden zu einer Erhöhung der Gesamtkalorienzufuhr um 22 bzw. 27 %, abhängig vom jeweiligen Versuchshandy. Die Blutanalysen zeigten, dass dies vor allem durch eine vermehrte Kohlenhydrataufnahme verursacht wurde. Die MRS-Messungen ergaben eine Steigerung des Energieumsatzes im Gehirn unter Einfluss der Handystrahlung. Die Forschenden schließen aus diesen Ergebnissen, dass Handystrahlen nicht nur einen potenziellen Faktor für übermäßiges Essen beim Menschen darstellen, sondern dass sie auch die Energiehomöostase des Gehirns beeinflussen. Diese Erkenntnisse könnten neue Wege für die Adipositas- und andere neurobiologische Forschung eröffnen. (red)
Quelle:
Presseaussendung der Universität zu Lübeck vom 1. April 2022
Literatur:
Wardzinski EK et al.: Mobile phone radiation deflects brain energy homeostasis and prompts human food ingestion. Nutrients 2022; 14(2): 339
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