Neuer Universitätslehrgang zu postviralen Syndromen
An der Med Uni Graz startete Mitte Oktober ein neuer Universitätslehrgang zur Diagnostik und Therapie postviraler Syndrome. Die berufsbegleitende Weiterbildung richtet sich an Vertreter:innen von Gesundheitsberufen, einzelne Module können als individuelle Weiterbildung gebucht werden.
Postvirale Syndrome sind seit Langem bekannt, haben jedoch erst durch die Covid-19-Pandemie verstärkte wissenschaftliche und öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Die Krankheitsbilder sind heterogen, betreffen häufig mehrere Organsysteme und stellen hohe Anforderungen an Diagnostik und Therapie. Da PAIS nicht anhand eines einzelnen Biomarkers diagnostiziert werden können, sind eine sorgfältige klinische Abklärung und interdisziplinäre Zusammenarbeit entscheidend. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Erkennung von „post-exertional malaise“ (PEM), einer charakteristischen Symptomverschlechterung nach körperlicher, kognitiver oder anderer Belastung. Das frühzeitige Erkennen einer ausgeprägten Belastungsintoleranz ist wesentlich, um die Betreuung individuell anzupassen und eine Überschreitung der Belastungsgrenzen zu vermeiden.
Wissenschaftlich fundiert und praxisorientiert
Der neue Universitätslehrgang in 5 Modulen unter der Leitung von DDr. Thomas Weber und Univ.-Prof. Dr. Andrea Grisold soll über zwei Semester aktuelles wissenschaftliches Wissen in die klinische Praxis übertragen und die Handlungssicherheit im Umgang mit postviralen Erkrankungen stärken. Der Lehrgang verbindet Diagnostik, therapeutische Möglichkeiten, aktuelle Forschung und das Management von „post-acute infection syndromes“ (PAIS). Ein zentrales Merkmal ist der interprofessionelle Ansatz: Ärztinnen und Ärzte lernen gemeinsam mit Angehörigen anderer Gesundheitsberufe, um ein abgestimmtes Vorgehen in Diagnostik, Behandlung und langfristiger Betreuung zu fördern. Damit trägt der Lehrgang dem komplexen und häufig multisystemischen Charakter postviraler Erkrankungen Rechnung. Die Weiterbildung ist berufsbegleitend konzipiert. Einzelne Module können auch unabhängig vom gesamten Lehrgang als Fortbildung besucht werden. Anmeldeschluss für Einzelmodulbuchungen für das Sommersemester 2027 ist der 28. Februar 2027.
Neben der Vermittlung medizinischer Kompetenzen soll der Lehrgang zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen beitragen. Dazu zählen qualifizierte Ansprechpersonen, klar definierte diagnostische Abläufe und eine engere Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Fachdisziplinen. Weitere Informationen zum Universitätslehrgang „Diagnostik und Therapie von postviralen Syndromen“:
DDr. Thomas Weber
Medizinische Universität Graz
Tel.: +43 664 843 8000
postviral@medunigraz.at
www.medunigraz.at/postviral
(red)
Quelle:
Mitteilung der Medizinischen Universität Graz vom 15.10. 2026
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