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Atopische Dermatitis

Welcher Patient profitiert von welchem Präparat?

Ob eine systemische Therapie vergleichbar gut wirkt wie eine andere oder vielleicht sogar besser, ist nicht einfach festzustellen. Oft fehlt der direkte Vergleich in Studien. Eine rezent publizierte Netzwerk-Metaanalyse liefert nun relative Wirksamkeits- und Sicherheitsschätzungen zu neueren gezielt wirkenden Medikamenten, die nicht direkt miteinander verglichen wurden.

Für Patienten mit atopischer Dermatitis sind die neueren gezielt wirkenden Medikamente ein Segen. Sie lindern den quälenden Juckreiz und die chronische Entzündung auch dann, wenn andere Behandlungen nicht geholfen haben. In den vergangenen Jahren wurden in der Schweiz fünf solcher gezielt wirkenden Präparate zugelassen: Sie heissen Baricitinib (Olumiant®), Abrocitinib (Cibinquo®), Upadacitinib (Rinvoq®), Dupilumab (Dupixent®) und Tralokinumab (Adtralza®). Die komplizierten Namen werden im klinischen Alltag gerne liebevoll abgekürzt als: Bari, Abro, Upa, Dupi und Tralo. Die ersten drei – also Bari, Abro und Upa – nimmt der Patient täglich als Tablette, während er sich Dupi und Tralo alle 2 oder 4 Wochen mittels eines Fertigpens oder einer Fertigspritze subkutan verabreicht. Es gab gegen schwere atopische Dermatitis zwar schon seit Längerem systemische Behandlungen, etwa Tabletten mit Cortison oder mit Ciclosporin. Während diese aber recht ungezielt das Immunsystem generell unterdrücken und dementsprechend viele unerwünschte Wirkungen haben können, blockieren die neuen Arzneien gezielt Immun-Signalwege, die die Entzündung vorantreiben. Doch bisher war nicht klar, welches der fünf Präparate am besten wirkt, denn es gibt kaum Head-to-Head-Vergleiche. Das liegt vor allem daran, dass in den Zulassungsstudien ein neues Medikament gegen Placebo bzw. gegen die bis dahin geltende Standardtherapie verglichen werden muss. In den Studien zu atopischer Dermatitis und systemischen Therapien war das meist Ciclosporin. So wusste man dann zwar, wie die jeweilige systemische Therapie im Vergleich zu Ciclosporin abschnitt, aber nicht, ob eine systemische Therapie besser wirkt als eine andere oder vergleichbar gut. Mit einer speziellen statistischen Methode, Netzwerk-Metaanalyse genannt, gelingt es aber, Studien mit unterschiedlichen Wirkstoffen untereinander zu vergleichen, auch wenn sie jeweils einzeln gegen einen Standard und nicht untereinander getestet wurden.

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