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HER2+ Mammakarzinom

Tucatinib ist effektiv bei Patientinnen mit Hirnmetastasen

Onkologie | Hämatologie
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<p class="article-intro">Etwa die Hälfte der HER2-positiven Brustkrebspatientinnen entwickelt im metastasierten Stadium Hirnmetastasen. Tucatinib blockiert hochselektiv den HER2-Rezeptor, aber nur minimal EGFR. Beim ASCO 2020 wurde für Tucatinib eine gute intra- und extrakraniale Effektivität gezeigt.</p> <hr /> <p class="article-content"><p>Die 2:1-randomisierte, doppelblinde HER2CLIMB-Studie untersuchte placebokontrolliert die zus&auml;tzliche Gabe von Tucatinib zu Trastuzumab und Capecitabin bei insgesamt 612 Patientinnen mit vorbehandeltem, HER2-positivem metastasierten Mammakarzinom. Alle eingeschlossenen Patientinnen erhielten ein Hirn-MRT zu Studienbeginn. Bei 291 Patientinnen wurden Hirnmetastasen identifiziert. Die Studie erreichte den prim&auml;ren Endpunkt, eine Verl&auml;ngerung des progressionsfreien &Uuml;berlebens (PFS), wie auch die sekund&auml;ren Endpunkte Gesamt&uuml;berleben (OS) und PFS bei Patientinnen mit Hirnmetastasen bereits mit der ersten Zwischenanalyse. Nun wurden aktualisierte Daten zur Kohorte der Patientinnen mit Hirnmetastasen beim ASCO ver&ouml;ffentlicht.<br /> Das mediane PFS der Patientinnen mit Hirnmetastasen wurde durch die zus&auml;tzliche Gabe von Tucatinib zu Trastuzumab und Capecitabin in der aktuellen Auswertung von 4,2 auf 9,9 Monate verl&auml;ngert und das Risiko f&uuml;r einen Progress signifikant um 68 % reduziert (HR: 0,32; 95 % CI: 0,22&ndash;0,48; p&lt;0,00001). Nach 12 Monaten lebten 40,2 % der Patientinnen im experimentellen Arm versus keine Patientin im Placeboarm progressionsfrei. Der Vorteil durch die Tucatinib-Gabe &uuml;bertrug sich auch auf das Gesamt&uuml;berleben. 70,1 % versus 46,7 % der Patientinnen mit Hirnmetastasen &uuml;berlebten 12 Monate. Das mediane OS betrug 18,1 versus 12,0 Monate (HR: 0,58; 95 % CI: 0,40&ndash;0,85; p=0,005).<br /> Innerhalb der Gruppe der Patientinnen mit aktiven Hirnmetastasen bei Studieneinschluss (n=174) wurde ebenfalls einer Verl&auml;ngerung des PFS (HR: 0,36; 95 % CI: 0,22&ndash;0,57; p&lt;0,0001) und des OS (HR: 0,49; 95 % CI: 0,30&ndash;0,80; p=0,004) gesehen. Nach 12 Monaten lebten 71,7 % versus 41,1 % der Patientinnen beider Studienarme und 35,0 % versus 0 % der Patientinnen waren ohne Progress. Die Ansprechrate betrug bei den Patientinnen mit aktiven und messbaren Hirnl&auml;sionen 47 % versus 20 % (p=0,03).</p> <div id="fazit"> <h2>Fazit</h2> <p>Die zus&auml;tzliche Gabe von Tucatinib zu Trastuzumab und Capecitabin verdoppelt die intrakranielle Ansprechrate und reduziert das Risiko f&uuml;r einen Progress der Hirnmetastasierung sowie das Risiko zu Versterben. Die Ergebnisse der HER2CLIMB-Studie best&auml;tigen somit, dass Tucatinib/Trastuzumab/Capecitabin ein effektives Regime f&uuml;r die Behandlung von Patientinnen mit HER2-positivem metastasierten Mammakarzinom ist.</p> </div> <p><br /><strong>Quelle:</strong><br />Lin NU et al.: Tucatinib vs placebo added to trastuzumab and capecitabine for patients with previously treated HER2+ metastatic breast cancer with brain metastases (HER2CLIMB). ASCO 2020, Abstr. #1005</p> <p><br /><strong>Bericht:</strong><br />Dr. Ine Schmale</p></p>
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