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Gendervarianz – Nachbetreuung von Transpersonen nach genitaler Angleichung

Infolge der Zunahme der Zahl genitaler Angleichungen in der Schweiz in den letzten Jahren werden vermehrt Patient*innen mit Genderdysphorie für eine heimatnahe Nachbetreuung die hausärztliche Praxis aufsuchen. Genitale Angleichungen sind hochspezialisierte Eingriffe, welche eine intensive Nachsorge in den ersten Wochen notwendig machen. Komplikationen können die Behandlung verlängern und Revisionseingriffe erforderlich machen. Auch für die langfristige Betreuung dieser Patientengruppe ist Basiswissen über die Eingriffe und mögliche Probleme im Verlauf essenziell.

Magnus Hirschfeld konstatierte, «dass alle Frauen und Männer einzigartige Mischungen männlicher und weiblicher Eigenschaften sind», und gilt hiermit als Pionier auf dem Gebiet der Gendervarianz.1 Aufgrund der Enttabuisierung und der zunehmenden gesellschaftlichen Akzeptanz in den letzten Jahren haben heute Patient*innen mit Genderdysphorie immer häufiger den Mut zum Coming-out in Bezug auf ihre Transidentität. Dies zeigt sich auch in einer deutlichen Zunahme der Zahl operativer genitaler Angleichungen. Wie auch in anderen Ländern2 haben sich die Zahlen in der Schweiz in den letzten fünf Jahren nahezu verdreifacht. Transidente Menschen fühlen sich ihrem biologischen Geschlecht nicht zugehörig. Führt die Transidentität zu einem hohen Leidensdruck, spricht man von Genderdysphorie. In diesem Zustand wird eine körperliche Transition (Feminisierung oder Maskulinisierung) angestrebt. Es gibt hierzulande verschiedene Anlaufstellen, wo sich Betroffene melden und einen Erstkontakt zu Fachpersonen herstellen können. In der Regel folgt eine psychologische Betreuung mit psychiatrischer Begutachtung zur Diagnosesicherung bzw. zum Ausschluss allfälliger Differenzialdiagnosen. Anschliessend werden die Patient*innen zur Besprechung und Einleitung der gegengeschlechtlichen Hormontherapie zu einem Endokrinologen/einer Endokrinologin überwiesen. Die chirurgische Therapie ist der letzte Schritt in der Behandlungskette. Eine Übersicht über mögliche operative Massnahmen zur Angleichung gibt Tabelle 1. In diesem Artikel werden wir spezifisch auf die genitalen Operationen und deren Nachbetreuung eingehen. Genitale Angleichungen sind sehr komplexe Eingriffe, die von erfahrenen Spezialist*innen durchgeführt werden sollten. In den letzten Jahren konnten viele Studien den Nutzen und die Sinnhaftigkeit chirurgischer Massnahmen zur genitalen Angleichung, die Zufriedenheit mit dem Operationsergebnis und die verbesserte Lebensqualität der Betroffenen belegen.3–7

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