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To do or not to do?

Die zytoreduktive Nephrektomie beim metastasierten Nierenzellkarzinom

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<p class="article-intro">Das metastasierte Nierenzellkarzinom wurde lange standardgemäss mit der zytoreduktiven Nephrektomie (ZN) behandelt. Mit den Fortschritten in der Systemtherapie wird das chirurgische Vorgehen jedoch zunehmend infrage gestellt. Lesen Sie im nachfolgenden Artikel, mit welch spannenden Daten die CARMENA- und die SURTIME-Studie zu diesem Thema aufwarten konnten.</p>
<p class="article-content"><div id="keypoints"> <h2>Keypoints</h2> <ul> <li>Die zytoreduktive Nephrektomie war in den letzten 20 Jahren Teil der Standardbehandlung des metastasierten Nierenzellkarzinoms.</li> <li>Die CARMENA- und die SURTIME- Studie konnten zeigen, dass die prim&auml;re Systemtherapie mit Sunitinib f&uuml;r viele Patienten den neuen Therapiestandard darstellt, wobei die zytoreduktive Nephrektomie verz&ouml;gert oder gar nicht durchgef&uuml;hrt wird.</li> <li>Neu ist zus&auml;tzlich die Unterteilung der IMDC-&laquo;intermediate risk&raquo;-Gruppe in 1 oder &gt; 1 Risikofaktor wichtig, um das Therapiekonzept festzulegen.</li> </ul> </div> <p>In der Schweiz erkranken j&auml;hrlich knapp 1000 Personen an einem Nierenzellkarzinom,<sup>1</sup> ca. 15 % dieser Patienten weisen prim&auml;r eine Metastasierung auf.<sup>2</sup><br />Seit knapp 20 Jahren z&auml;hlt die ZN als erster Therapieschritt beim metastasierten Nierenzellkarzinom zur Standardbehandlung. Im Jahr 2001 zeigten zwei prospektive Studien einen signifikanten &Uuml;berlebensvorteil von ca. 6 Monaten f&uuml;r die ZN, gefolgt von der damaligen Standardtherapie mit Interferon-&alpha; (IFN-&alpha;) gegen&uuml;ber der alleinigen Therapie mit IFN-&alpha;.<sup>3, 4</sup> Zudem best&auml;tigten in den letzten Jahren verschiedene retrospektive Daten diesen &Uuml;berlebensvorteil.<sup>5&ndash;7</sup> Warum es zu einem verl&auml;ngerten &Uuml;berleben kommt, war &ndash; und ist &ndash; unklar. Einerseits wird angenommen, dass das Ansprechen auf eine Systemtherapie durch die Entfernung des Prim&auml;rtumors verbessert werden kann, u. a. weil eine Quelle immunsuppressiver Zytokine und anderer Proteine entfernt wird, welche einer Immunantwort entgegenwirken. Andererseits wird durch die Operation der Ausgangsort neuer Metastasen entfernt und die Aussch&uuml;ttung zytokiner und humoraler Signale des Prim&auml;rtumors auf die Metastasen entf&auml;llt.<sup>8, 9</sup><br /> Dass es 2001 kaum wirksame Substanzen in der Systemtherapie des Nierenzellkarzinoms gab, unterst&uuml;tzte das Vorgehen der ZN zus&auml;tzlich.<br />Die Entfernung des Prim&auml;rtumors in einer metastasierten Situation wurde in verschiedenen Tumorentit&auml;ten untersucht und zeigte unterschiedliche Erfolge. Dieses Konzept hat sich beispielsweise beim metastasierten Mammakarzinom (ausser in ausgew&auml;hlten Situationen) nicht etabliert,<sup>10</sup> k&uuml;rzlich konnte aber in der STAMPEDE-Studie ein &Uuml;berlebensvorteil f&uuml;r die Radiotherapie der Prostata begleitend zur Androgendeprivationstherapie beim metastasierten Prostatakarzinom gezeigt werden.<sup>11</sup></p>

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