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ERS 2019

Neues rund um die COPD

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<p class="article-intro">Wenn die Präsentationen großer Phase-III-Studien in diesem Jahr auch fehlten, stellten neue Daten zum Management der COPD erwartungsgemäß wieder einen Schwerpunkt im Rahmen des Kongresses der European Respiratory Society dar.</p> <hr /> <p class="article-content"><p>Eine koreanische Forschungsgruppe stellte die Frage, wie weit bei COPD-Patienten generell die Inzidenz des Lungenkarzinoms unabh&auml;ngig vom Raucherstatus erh&ouml;ht bleibt. Dies ist insofern von hohem klinischem Interesse, als die Antwort auf diese Frage Einfluss auf die Empfehlungen f&uuml;r das Lungenkarzinom-Screening haben d&uuml;rfte. Zur Beantwortung wurde eine nationale Kohorte mit 338 548 Frauen und M&auml;nnern und einer Beobachtungsdauer von 11 Jahren ausgewertet.<sup>1</sup> Endpunkt war das Auftreten eines Lungenkarzinoms. Mit einem Follow-up von 2 355 005 Personenjahren wurden 1834 inzidente Lungenkarzinome registriert. Die Auswertung hinsichtlich COPD ergab f&uuml;r Niemals-Raucher mit&nbsp; COPD eine Risikoerh&ouml;hung um den Faktor 2,67 (2,09&ndash;3,40), f&uuml;r Raucher und Ex-Raucher ohne COPD um den Faktor 1,97 (1,75&ndash;2,21) sowie f&uuml;r Raucher und Ex-Raucher mit COPD um den Faktor 6,19 (5,04&ndash;7,61). Die Autoren betonen, dass Niemals-Raucher mit COPD ein mit Rauchern ohne COPD vergleichbares Lungenkrebsrisiko aufweisen und daher in Screening-Programmen ber&uuml;cksichtigt werden sollten.</p> <h2><strong>Benralizumab bei COPD: neue Subgruppenanalysen</strong></h2> <p>In den Phase-III-Studien GALATHEA/TERRANOVA wurde die Wirksamkeit des gegen Interleukin 5 gerichteten Antik&ouml;rpers Benralizumab in der Pr&auml;vention von COPD-Exazerbationen untersucht. Die Studien verfehlten ihren prim&auml;ren Endpunkt.<sup>2</sup> Im Rahmen des ERS-Kongresses 2019 wurden nun pr&auml;spezifizierte Subgruppenanalysen pr&auml;sentiert, die nach m&ouml;glichen Signalen in speziellen Populationen suchten. Dabei ergaben sich tats&auml;chlich Assoziationen bestimmter Patienten-Charakteristika mit dem Ansprechen auf Benralizumab.<sup>3</sup> Patienten mit mindestens drei Exazerbationen pro Jahr, inhalativer Dreifachkombination, einer Eosinophilenzahl &ge;220 Zellen/&micro;l und einer Benralizumab-Dosis von 100mg zeigten im Vergleich zu Placebo das beste Ansprechen (HR: 0,70; 95 % CI: 0,56&ndash;0,88).</p> <h2><strong>Emphysem: Lungenvolumsreduktion verbessert &bdquo;patient-reported outcomes&ldquo;</strong></h2> <p>Von guten Erfolgen mit einem interventionellen Ansatz berichtete Dr. Mark Dransfield, der Ergebnisse der LIBERATE-Studie zur Wirkung der Lungenvolumsreduktion mittels Ventilen (Zephyr<sup>&reg;</sup> Valve) bei Patienten mit Emphysem pr&auml;sentierte. In LIBERATE erhielten 190 Patienten mit schwerem Emphysem unterschiedlicher Genese an 24 Zentren randomisiert entweder die Zephyr Valve oder konventionelle Therapie entsprechend dem Standard of Care (SOC). Die Patienten wiesen im Schnitt eine Einsekundenkapazit&auml;t (FEV<sub>1</sub>) von 27,4 % des Sollwerts und ein Residualvolumen von 225 % des Sollwerts auf.</p> <p>Verbesserungen von Lungenfunktion, Belastbarkeit (&bdquo;exercise tolerance&ldquo;) und Lebensqualit&auml;t bei &uuml;berbl&auml;hten Emphysempatienten wurden bereits berichtet.<sup>4</sup> Die aktuelle Auswertung der Studie untersuchte die Auswirkungen dieser Technik auf sogenannte &bdquo;patient-reported outcomes&ldquo;.<sup>5</sup> Die Patienten wiesen bei Einschluss einen St.-George&rsquo;s-Respiratory-Questionnaire(SGRQ)-Score von 54,5 und einen COPD-Assessment-Test(CAT)-Score von 19,2 auf. Nach 12 Monaten wurden Verbesserungen von SGRQ, CAT sowie des Transitional Dyspnea Index (TDI) in beiden Gruppen erhoben. Dabei zeigten sich hinsichtlich aller drei Scores signifikante und klinisch relevante Vorteile f&uuml;r die mit Valves behandelten Patienten (SGRQ &ndash;7,05 Punkte; CAT &ndash;3,1 Punkte; TDI Focal Score 4,3 Punkte). Treiber der SGRQ-Verbesserung waren die &bdquo;Impacts&ldquo;- und &bdquo;Activity&ldquo;-Domains (p&lt;0,05 und p&lt;0,001). Die Verbesserung des CAT ging zur&uuml;ck auf Verbesserungen in Atemlosigkeit (p&lt;0,05), Enge in der Brust (p&lt;0,05), Energieniveau (p&lt;0,05), Aktivit&auml;ten (p&lt;0,001) und Selbstvertrauen beim Aus-dem-Haus-Gehen (p&lt;0,05). Alle drei TDI-Parameter waren signifikant verbessert (p&lt;0,001).</p> <h2><strong>Jeden Patienten mit COPD und &bdquo;adult-onset asthma&ldquo; auf Alpha-1-Antitrypsin-Mangel testen</strong></h2> <p>Eine wichtige Differenzialdiagnose der COPD ist nicht nur bei jungen Nichtrauchern der Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AATD), eine autosomal-rezessive Erbkrankheit, bei der aufgrund eines Gendefekts zu wenig Alpha-1-Antitrypsin gebildet wird und die sich mit Husten, zunehmender Dyspnoe, Atemwegsobstruktion und Lungenemphysem sowie bei bis zu 20 % mit hepatischen Symptomen manifestiert. In ihrer Monograph-Reihe hat die ERS zeitgleich zum Kongress eine Publikation zum ATTD herausgegeben,<sup>6</sup> die grundlegende Biologie, Genetik, Labor und Organmanifestationen des ATTD abdeckt sowie die klinische Pr&auml;sentation bei Erwachsenen und Kindern detailliert beschreibt. Die Publikation ber&uuml;cksichtigt auch den Wunsch des niedergelassenen Praktikers, der betroffene Patienten f&uuml;hrt, nach ad&auml;quater Information. Die ERS empfiehlt, alle COPD-Patienten sowie Patienten mit &bdquo;adult-onset asthma&ldquo; auf ATTD zu testen.<sup>7</sup> Man geht allerdings davon aus, dass dieser Empfehlung zu wenig nachgekommen wird und in Europa bis zu 90 % der Betroffenen undiagnostiziert sein k&ouml;nnten. Ein Grund f&uuml;r die Vers&auml;umnisse beim Screening d&uuml;rfte der relativ komplexe diagnostische Algorithmus sein, der allerdings in letzter Zeit durch einen Point-of-Care-Test deutlich vereinfacht werden konnte. Der QuickScreen weist in Post-Marketing-Studien einen in unselektierten Populationen noch akzeptablen negativen Pr&auml;diktionswert von rund 99 % auf.<sup>8</sup> Der positive Pr&auml;diktionswert ist allerdings suboptimal. Neue PCR-Assays, die noch nicht den Weg in den klinischen Alltag gefunden haben, erlauben den Nachweis einer relativ gro&szlig;en Zahl relevanter Mutationen ohne Sequencing. Die Tests k&ouml;nnen mit Blut oder einem Wangenabstrich durchgef&uuml;hrt werden. Die Therapie des Alpha-1-Antitrypsin-Mangels erfolgt in Form einer Substitution von Alpha-1-Antitrypsin.</p></p> <p class="article-quelle">Quelle: European Respiratory Society (ERS) International Congress, 28. September bis 2. Oktober 2019, Madrid </p> <p class="article-footer"> <a class="literatur" data-toggle="collapse" href="#collapseLiteratur" aria-expanded="false" aria-controls="collapseLiteratur" >Literatur</a> <div class="collapse" id="collapseLiteratur"> <ol> <li>Park HY et al.: COPD and lung cancer incidence in never smokers. Abstract OQ3288, presented at ERS 2019</li> <li>Criner GJ et al.: Benralizumab for the prevention of COPD exacerbations. N Engl J Med 2019; 381(11): 1023-1034</li> <li>Criner GJ et al.: Identification of patients with COPD who benefit from benralizumab. Late Breaking Abstract RCT 446, presented at ERS 2019</li> <li>Criner GJ et al.: A multicenter randomized controlled trial of Zephyr endobronchial valve treatment in heterogeneous emphysema (LIBERATE). Am J Respir Crit Care Med 2018; 198(9): 1151-1164</li> <li>Dransfield M et al.: Impact of endobronchial valves on patient reported outcomes in severe emphysema. Abstract RCT 447, presented at ERS 2019</li> <li><a href="https://books.ersjournals.com">https://books.ersjournals.com </a></li> <li>Miravitlles M et al.: European Respiratory Society statement: diagnosis and treatment of pulmonary disease in &alpha;1-antitrypsin deficiency. Eur Respir J 2017; 50(5). pii: 1700610</li> <li>Greulich T et al.: Real world evaluation of a novel lateral flow assay (AlphaKit<sup>&reg;</sup> QuickScreen) for the detection of alpha-1-antitrypsin deficiency. Respir Res 2018; 19(1): 151</li> </ol> </div> </p>
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