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Systemtherapie des metastasierten hellzelligen Nierenzellkarzinoms – die Qual der Wahl

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Bereits seit einigen Jahren sind die Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICI) ein fester Bestandteil der Therapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms. Zunächst hatten sie Eingang in die Zweitlinienbehandlung gefunden, mittlerweile sind sie als Teil der Erstlinientherapie etabliert. Bald stehen vier verschiedene ICI-Tyrosinkinase-Inhibitor(TKI)-Kombinationen zur Verfügung sowie eine ICI-ICI-Kombination. Die Herausforderung besteht darin, aus dieser Palette von Kombinationen die für den individuellen Patienten geeignete Therapie und den geeigneten Zeitpunkt auszuwählen.

Der IMDC(International Metastatic Renal Cell Cancer Database Consortium)-Risiko-Score sollte bei jedem Patienten bei Diagnosestellung eines metastasierten Nierenzellkarzinoms berechnet werden, da es sich hierbei weiterhin um einen wichtigen prognostischen und auch prädiktiven Parameter handelt.1 Jeweils einen Punkt addiert man für: Karnofsky-Performance-Status <80%, Zeit zwischen Diagnosestellung und Beginn der Systemtherapie <1 Jahr, Hämoglobin unter dem Normwert, neutrophile Granulozyten über dem Normwert, Thrombozyten über dem Normwert und Kalzium über dem Normwert. Es können hiermit drei prognostische Gruppen unterschieden werden: «favourable risk» (0 Punkte), «intermediate risk» (1–2 Punkte) und «poor risk» (≥3 Punkte) (Abb. 1). Der Score wurde im Zeitalter der Tyrosinkinase-Inhibitoren entwickelt und validiert. Damals zeigte sich ein mittleres Überleben der «Favourable risk»-Gruppe von 43,2 Monaten, von 22,5 Monaten für «Intermediate risk»- und 7,8 Monaten für «Poor risk»-Patienten. Die IMDC-Datenbank ist weiterhin aktiv und beinhaltet >11000 Patienten aus 15 Ländern. Auch die Entscheidung bezüglich einer primären, zytoreduktiven Nephrektomie wird vorwiegend anhand des IMDC-Risiko-Scores gefällt.2 Im Rahmen der CARMENA-Studie wurden die Daten jedoch nur bei Patienten mit einer TKI-Behandlung prospektiv erhoben. Bei Patienten mit «intermediate» (ab 2 Punkten) und «poor risk» steht aktuell die systemische Therapie im Vordergrund.

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