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Highlights vom ASCO20 Virtual zum kolorektalen Karzinom

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Leading Opinions
26. August 2020

Neben den fachlichen Aspekten gewährte das diesmal rein virtuelle ASCO-Jahres«treffen» in ungewohnter Weise auch Einblicke in persönliche Präferenzen der Redner: So traten manche als «Weisskittel», andere im Anzug vor die Kamera, der Hintergrund der Videos unterschied sich von einer mit Urkunden übersäten Wand über ein schlichtes Büro bis hin zu einem von der ASCO vorgegebenen Hintergrund mit Weltkarte, die Asien ausklammert – gerade bei einer Studie aus Japan bemerkenswert. Aber gerade auch die wissenschaftlichen Daten waren einen zweiten Blick wert.

Satelliten-instabile KRK, also Tumoren mit einem Defekt der DNA-Mismatch-Reparatur (dMMR), sind mit 15% aller primären KRK nicht selten. Da sie jedoch seltener metastasieren als KRK mit profizienter DNA-MMR (pMMR), machen sie lediglich 5% der metastasierten KRK (mKRK) aus. Diese Tumoren sind hoch immunogen, da sie eine hohe Mutationsfrequenz aufweisen und diese Mutationen häufig zu einem Aminosäureaustausch und somit zur Bildung von Neoantigenen führen. Mehrere Phase-II-Studien hatten bereits die Wirksamkeit von Immuntherapien gezeigt. Thierry André aus Paris stellte nun die Ergebnisse der randomisierten Phase-III-Studie KEYNOTE-117 vor, die an 307 Patienten die Wirksamkeit von Pembrolizumab gegenüber einer Standardchemotherapie bezüglich des progressionsfreien Überlebens (PFS) und der Gesamtansprechrate (ORR) prüfte. Die Primärtumoren waren zu zwei Dritteln im rechten Hemikolon lokalisiert, ein Viertel wies eine BRAF-Mutation, ein Viertel eine RAS-Mutation auf. Interessanterweise profitierte das Patientenkollektiv in den ersten Monaten mehr von der Chemotherapie, ein Drittel der Tumoren schien eine primäre Resistenz gegen die Immuntherapie aufzuweisen. Im längeren Verlauf zeigte sich dann aber eine sehr deutliche Überlegenheit der Immuntherapie mit einer HR von 0,6 und einer ORR von 67% im Vergleich zu 51%. Auch die Dauer des Ansprechens war in der Pembrolizumab-Gruppe deutlich länger. Ob sich bei längerer Nachbeobachtung ein Überlebensvorteil nachweisen lassen wird, ist wegen der Möglichkeit des Cross-over nicht sicher.

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