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Forschungsergebnisse stärken gängige Praxis bei urologischen Tumoren

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Urologik
02. April 2020
Bericht:
Dr. Ine Schmale

<p class="article-intro">Als erster Kongress zu den urologischen Entitäten ist das Genitourinary Cancers Symposium der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in jedem Jahr die erste Möglichkeit zum erneuten Austausch mit Kollegen und Studiengruppen. Beliebt ist der Kongress auch wegen der Fortbildungsmöglichkeiten. In diesem Jahr wurden neue Auswertungen zu den großen Studien STAMPEDE und CHAARTED bezüglich des hormonsensitiven Prostatakarzinoms präsentiert und die gängige Praxis bestätigt. Beim Harnblasenkarzinom und beim Nierenzellkarzinom wurden auch Studien zu neuen Substanzen und Wirkmechanismen vorgestellt, die möglicherweise in naher Zukunft die Therapieoptionen erweitern.</p>
<hr /> <p class="article-content"><h2>Optimierte neoadjuvante Therapie beim Muskel-invasiven Harnblasenkarzinom</h2> <p>Eine neoadjuvante Chemotherapie wird f&uuml;r Patienten empfohlen, die einer radikalen Zystektomie oder einer organerhaltenden Behandlung unterzogen werden. In einer zweiarmigen Phase-II-Studie wurde der Einfluss des Tyrosinkinaseinhibitors Nintedanib auf die Sicherheit und die Wirksamkeit bei zus&auml;tzlicher Gabe zu Gemcitabin und Cisplatin untersucht.<sup>1</sup> In die placebokontrollierte, randomisierte NEOBLADE-Studie wurden 120 Patienten eingeschlossen. Der prim&auml;re Endpunkt war die pathologische Rate an Komplettremissionen (CR) und der koprim&auml;re Endpunkt die gesamte CR-Rate, also pathologische und/oder radiologische Komplettremissionen.<br /> Eine pathologische CR wurde bei 51 % der Patienten im Nintedanib-Arm und bei 44 % im Placeboarm beobachtet. Ein radiologisches komplettes Ansprechen zeigten 40 % der Patienten unter dem Nintedanibhaltigen Regime und 45 % der Patienten im Kontrollarm. Die Studie war somit negativ. Bemerkenswerterweise waren das progressionsfreie &Uuml;berleben (PFS) und das Gesamt&uuml;berleben (OS) im Nintedanib-Arm signifikant gegen&uuml;ber dem Kontrollarm verl&auml;ngert. Bez&uuml;glich des PFS zeigte sich eine Risikoreduktion um 53 % (HR: 0,47; 95 % CI: 0,25&ndash;0,86; p=0,013). Nach 24 Monaten lebten 82 % der Patienten im Nintedanib-Arm progressionsfrei versus 61 % der Patienten im Placeboarm. Dieses Ergebnis &uuml;bertrug sich auch auf das OS. Das Risiko zu versterben war mit der zus&auml;tzlichen Nintedanib-Gabe um 62 % gegen&uuml;ber Gemcitabin plus Cisplatin verringert (HR: 0,38; 95 % CI: 0,16&ndash;0,87; p=0,018) (Abb. 1). Die 12-Monats-OS-Rate betrug 96 % versus 83 % , die 24-Monats-OS-Rate 89 % versus 69 % . Insgesamt war das Auftreten von Nebenwirkungen in beiden Studienarmen &auml;hnlich, wenn auch Nintedanib h&auml;ufiger mit Neutropenien (Grad 3/4: 11 % vs. 2 % ; febrile Neutropenie Grad 3: 6 % vs. 4 % ) und Bluthochdruck (alle Grade: 19 % vs. 0 % ) assoziiert war.<br /> Auch die einarmige Phase-II-Studie BLASST-1 mit zus&auml;tzlichem Nivolumab zu Gemcitabin plus Cisplatin im neoadjuvanten Setting f&uuml;hrte nach Zystektomie zu einer Verbesserung der Prognose verglichen mit historischen Daten.<sup>2</sup> Der prim&auml;re Endpunkt war ein pathologisches Ansprechen. 41 Patienten erhielten die Studienmedikation, 40 wurden zystektomiert. Neutropenien traten bei 48 % , von Grad 3/4 bei 7 % der Patienten auf. Immunvermittelte Nebenwirkungen wurden selten beobachtet. 66 % der Patienten sprachen auf die Therapie an, 49 % der Patienten zeigten ein komplettes pathologisches Ansprechen. Bez&uuml;glich des Ansprechens gab es keinen Unterschied zwischen &bdquo;programmed death ligand 1&ldquo;(PD-L1)-positiven versus -negativen Tumoren. Die Phase-IIIStudie ENERGIZE ist am Rekrutieren.</p>

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