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Update 2020

Evidenzbasierte Behandlung des Pankreaskarzinoms

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Leading Opinions
27. Mai 2020
Autor:
Dr. med. Mine Sargut

Autor:
PD Dr. med. Ihsan Ekin Demir

Autor:
Prof. Dr. med. Helmut Friess

Klinik und Poliklinik für Chirurgie<br> Klinikum rechts der Isar<br> Technische Universität München<br> E-Mail: helmut.friess@tum.de

<p class="article-intro">Die bisher als äusserst schlecht angenommene Prognose des Pankreaskarzinoms («pancreatic ductal adenocarcinoma», PDAC) erfährt durch Zunahme der Radikalität in der operativen Behandlung sowie durch die Einführung besserer Chemotherapie-Schemata eine ersichtliche Besserung. Eine besondere Rolle kommt dabei der neoadjuvanten Therapie zu, und zwar nicht nur bei lokal fortgeschrittenen, sondern auch bei «borderline» resektablen PDAC.</p>
<p class="article-content"><div id="keypoints"> <h2>Keypoints</h2> <ul> <li>Die chirurgische Behandlung des PDAC soll auf das Erreichen einer strikten R0-Resektion (R0 &gt;1 mm Tumorfreiheit) zielen, damit durch die adjuvante Therapie der maximale &Uuml;berlebensvorteil f&uuml;r den Patienten erreicht werden kann.</li> <li>Die neoadjuvante Therapie k&ouml;nnte auch bei prim&auml;r resektablen PDAC einen &Uuml;berlebensvorteil bringen. Weitere randomisierte Studien m&uuml;ssen jedoch diesen potenziellen Vorteil in gr&ouml;sseren Kollektiven zuerst noch best&auml;tigen.</li> <li>Eine Arterienresektion kann bei neoadjuvant behandelten PDAC-Patienten in erfahrenen H&auml;nden zu einer besseren Prognose als eine rein palliative Behandlung f&uuml;hren.</li> </ul> </div> <h2>Rolle der R0-Resektion beim PDAC</h2> <p>Die Inzidenz des PDAC stieg in den letzten Jahren stetig an, das PDAC ist derzeit die vierth&auml;ufigste Ursache, krebsbedingt zu sterben.<sup>1</sup> Weiterhin hat das PDAC eine schlechte Prognose, sodass zu erwarten ist, dass die Sterberate noch mehr zunehmen wird.<br /> So geht die European Cancer Patient Coalition (ECPC) davon aus, dass 2025 die Todesursache PDAC in Europa um 30 bis 120 % ansteigen wird.<sup>2</sup><br /> Sieht man auf die Prognose f&uuml;r Mitte der 1990er-Jahre zur&uuml;ck, so lag die Rate f&uuml;r das 5-Jahres-&Uuml;berleben bei 0,2 % .<sup>3</sup> Erst durch die Kombination aus R0/R1-Resektion und adjuvanter Chemotherapie zeigten die Patienten eine Verbesserung der medianen &Uuml;berlebenszeit. Aktuell ist das modifizierte (m) FOLFIRINOX(5-Fluorouracil, Leucovorin, Irinotecan, Oxaliplatin)-Schema mit 54,4 Monaten und einem 3-Jahres-&Uuml;berleben von 63 % der Gemcitabin-Monotherapie mit 34 Monaten und 48,6 % deutlich &uuml;berlegen.<sup>4</sup> Einen deutlichen Einfluss auf das &Uuml;berleben zeigt ebenfalls die neue Definition des Resektionsstatus. Nach der alten Definition R0 (tumorfreies Gewebe &lt;1 mm) zeigten die Patienten ein medianes &Uuml;berleben von 28,6 Monaten, wobei durch die Definition von R0 als tumorfreies Gewebe &gt;1 mm dies auf 31,7 Monate anstieg.<sup>5, 6</sup> Der Einfluss ist vor allem bei Pankreaskopfkarzinomen von Bedeutung.<sup>6</sup> Daher muss die chirurgische Radikalit&auml;t in der Resektion angestrebt werden, denn breitere Resektionsr&auml;nder erh&ouml;hen die R0-Raten (&gt;1 mm).</p>

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