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„Die Kombinationstherapie aus LAG3- und PD-1-Antikörper war für mich das Highlight“

Der Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) hielt in diesem Jahr außerordentlich viele hochinteressante Studienergebnisse zur Melanomtherapie bereit. Wir sprachen mit Univ.-Prof. Dr. Christoph Höller vom Hauttumorzentrum der Medizinischen Universität Wien über neue Daten zu Immuntherapien in verschiedenen Settings.

C. Höller: In diesem Jahr gab es beim ASCO-Kongress viele spannende Studienergebnisse zum Melanom. Die Daten der RELATIVITY-047-Studie zur Erstlinientherapie des fortgeschrittenen Melanoms mit der Kombination aus Relatlimab, einem Antikörper gegen LAG3 („lymphocyte-activation gene 3“), und dem PD-1-Antikörper Nivolumab waren für mich ein ganz klares Highlight. Mit der Kombination zeigte sich gegenüber einer Nivolumab-Monotherapie ein Plus von mehr als 10% hinsichtlich der Rate des progressionsfreien Überlebens (PFS) nach 12Monaten (47,7% vs. 36,6%) (Abb. 1). Außerdem fand sich eine gute Verträglichkeit. Allerdings ist die Nachbeobachtungszeit bisher noch kurz und Daten für die weiteren Endpunkte, nämlich Ansprechrate und Gesamtüberleben (OS), fehlen noch.1 Derzeit sieht es so aus, dass man mit der Kombination aus Relatlimab und Nivolumab gegenüber einer Monotherapie mehr Aktivität hinzugewinnt als mit Ipilimumab plus Nivolumab und dass die neue Kombination besser verträglich ist. Es könnte daher auf jeden Fall eine zusätzliche Therapieoption sein. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob diese Kombination Ipilimumab plus Nivolumab ersetzen wird, vor allem bei jener Patientenpopulation, die wir primär behandeln. Dabei handelt es sich um Patienten mit einer hohen Tumorlast und mit zerebralen Metastasen, und in diesem Setting zeigt die Datenlage, dass Ipilimumab plus Nivolumab das Aktivste ist, was wir geben können. Wie Relatlimab plus Nivolumab bei dieser Subgruppe abschneidet, dazu liegen noch keine Daten vor. Persönlich glaube ich, dass die PD-1-Antikörper-Monotherapie bei den Patienten mit inoperabler Metastasierung wahrscheinlich zunehmend ersetzt werden wird. Ich denke, in Zukunft werden wir vermutlich für Patienten, die früher aufgrund der möglichen Nebenwirkungen keine Kombinationstherapie erhalten hätten, mit Relatlimab plus Nivolumab eine Kombination haben, die wir einsetzen können. Dafür müssen wir aber natürlich noch die Zulassung abwarten.

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