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Chronischer Schmerz und Schlafstörungen

Schmerzen und begleitende Schlafstörungen gleichwertig behandeln

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Beim chronischen Schmerz wie auch bei anhaltenden Schlafstörungen handelt es sich in aller Regel um komplexe Gesundheitsstörungen, die in unterschiedlichen Verhältnissen sowohl von somatischen als auch psychosozialen Faktoren beeinflusst werden. Treten sie gemeinsam auf, ist von einer engen Wechselwirkung zwischen Schmerz und gestörtem Schlaf auszugehen, in der es zu einer gegenseitigen Verstärkung und vielschichtigen Modulation des Krankheitsgeschehens insgesamt kommt. Das gilt umso mehr, wenn komorbide psychische Störungen bestehen bzw. sich entwickeln. Häufig sind das die Folgen traumatischer Erfahrungen oder depressive Störungen. Die Feststellung eines Zusammenhanges gründet nicht allein auf epidemiologische und klinische Daten, ein enger Zusammenhang lässt sich auch neurobiologisch erkennen.1

So wie uns Schmerzen schlecht schlafen lassen, ist auch belegt, dass ein Schlafdefizit die Schmerzwahrnehmung erheblich beeinflussen kann, im Sinne einer verstärkten Schmerzempfindung.2, 3 So konnte gezeigt werden, dass auch eine gezielte Störung von Schlaf zu einer verminderten Aktivität des Nucleus accumbens führt, der wiederum eine wichtige Rolle in der Modulation von Schmerz und Schlaf spielt und auch das Reward-System beeinflusst. D.h., aversive Stimuli werden verändert wahrgenommen und interpretiert, was bei chronischen Schmerzen ein relevanter therapeutischer Ansatz sein kann. Des Weiteren ist die zirkadiane Rhythmik zu nennen, die bei vielen Schmerzarten wie auch bei Schlafstörungen zu berücksichtigen ist und beeinflusst werden kann. Untersuchungen legen eine physiologische, anatomische wie auch genetische Konvergenz nahe. Dabei hat der Hypothalamus eine entscheidende Rolle in der Homöostase von Schmerz- sowie Schlafregulation auf diverse Stimuli.4 Klinisch folgt aus der offenbar bidirektionalen Beziehung von Schmerz und Schlafstörung, dass beiden Gesundheitsstörungen und ihren Interaktionen auf Symptomebene in Diagnose und Therapie gezielt nachzugehen ist, auch ausserhalb primär psychosomatischer oder psychiatrischer Kontexte.

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