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Hypospadie früh beheben
ÖGU Aktuell
Autor:
Dr. Corina Ringsell
30
Min. Lesezeit
14.12.2017
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<p class="article-intro">Eine gravierende Penishypospadie sollte laut Leitlinien innerhalb der ersten 18 Lebensmonate des Kindes operiert werden. Eine französische Studie legt nahe, dass auch weniger schwere Hypospadien frühzeitig behandelt werden sollten, um spätere Komplikationen zu vermeiden.<sup>1</sup></p>
<hr />
<p class="article-content"><p>Kinderurologen um Dr. Sarah Garnier vom Hôpital Lapeyronie in Montpellier werteten die Daten von rund 500 Knaben im Alter von einem bis 16 Jahren mit Hypospadie aus, die zwischen 2001 und 2013 einer Urethroplastik unterzogen wurden. Bei den meisten (63,1 % ) lag die Harnröhrenöffnung anterior (glandulär, koronar, subkoronar), bei etwa einem Fünftel (20,5 % ) im Bereich des Penisschaftes und bei den übrigen posterior (penoskrotal, skrotal, perineal). Insgesamt traten während der Nachbeobachtungszeit von durchschnittlich 26 Monaten in 36,2 % der Fälle Komplikationen auf. Dazu zählten unter anderem Fisteln (13 % ), Stenosen (8 % ) und Harnwegsbeschwerden (5 % ). Wundheilungsstörungen und Hämatome waren hingegen selten (1,9 % bzw. 0,9 % ). Aufgrund der Komplikationen war in 22,8 % der Fälle eine Re-Intervention nötig. Es zeigte sich, dass es bei Kindern, die innerhalb der ersten 18 Lebensmonate operiert worden waren, seltener zu Komplikationen kam, als bei älteren (26 % vs. 41 % ). Ein Alter über zwei Jahre war ein signifikanter Prädiktor für Komplikationen (p = 0,002, odds ratio 1,98). Der Schweregrad der Fehlbildungen war in beiden Altersgruppen nahezu gleich. Manche Komplikationen kam vermehrt in bestimmten Altersgruppen vor, zum Beispiel eine Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie. Sie trat bei Zwei- bis Dreijährigen viermal häufiger auf, als in anderen Altersgruppen (12,5 % vs. 3,6 % ; p = 0,01). Dagegen kam es bei über 13-Jährigen öfter zu Wundheilungsstörungen (28,5 % vs. 1,5 % ; p = 0,06). Diese Ergebnisse bestätigen nach Ansicht der Forscher die Empfehlung zu einer möglichst frühen Operation einer Penishypospadie.</p></p>
<p class="article-footer">
<a class="literatur" data-toggle="collapse" href="#collapseLiteratur" aria-expanded="false" aria-controls="collapseLiteratur" >Literatur</a>
<div class="collapse" id="collapseLiteratur">
<p><strong>1</strong> Garnier S et al.: Late surgical correction of hypospadias increases the risk of complications: a 501 consecutive patients series. BJU Int 2017, online 13. Januar (doi: 10.1111/bju.13771)</p>
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