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MKÖ-Jahrestagung

Das Becken – Generationen und Sensationen

<p class="article-intro">Mitte Oktober tagten Vertreter von Ärzteschaft, Pflege und Physiotherapie bei sonnig-herbstlichem Wetter in Linz. Unter dem Titel „Das Becken – Generationen und Sensationen“ wurden in diesem Jahr vor allem die Kontinenz bei Kindern und Jugendlichen, die Sexualität im Lebenszyklus sowie aktuelle Themen aus der Praxis mit deren wissenschaftlichem Hintergrund behandelt.</p> <hr /> <p class="article-content"><h2>Kindliche Kontinenz im Fokus</h2> <p>Der erste Vormittag stand im Zeichen der Kinder. Es wurde &uuml;ber den Einfluss der Erziehung auf den Zeitpunkt der Trockenheit diskutiert, denn &bdquo;Kontinenz ist ein Meilenstein der Entwicklung&ldquo;. Weitere Themen waren die Formen der funktionellen Harninkontinenz sowie urogenitale Fehlbildungen wie die offene Blase, insuffiziente Blasenekstrophie, Spina bifida und persistierender Sinus urogenitalis &ndash; allesamt Krankheitsbilder, die Inkontinenz zur Folge haben. Den Abschluss des ersten Themenblocks machten die kindliche Obstipation, die eine der h&auml;ufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter darstellt, und die Aufgaben und Ziele der Urotherapie im interdisziplin&auml;ren Team.</p> <h2>Sexualit&auml;t im Lebenszyklus</h2> <p>Wie schon im letzten Jahr wurde dem Thema Sexualit&auml;t viel Raum gegeben. Themen waren zum einen Physiotherapie bei der m&auml;nnlichen Sexualfunktionsst&ouml;rung und zum anderen die Beeintr&auml;chtigung der Sexualit&auml;t bei gyn&auml;kologischen Karzinomen, die im klinischen Kontext als genitale Schmerzsyndrome und St&ouml;rungen von sexueller Erregung und Orgasmus definiert werden. Auch das kontrovers diskutierte &bdquo;Viagra bei der Frau&ldquo; fand Einzug ins wissenschaftliche Programm. Gleicherma&szlig;en kontrovers ist die Diskussion um die Transgenderthematik. Laut ICD 10 wird die Genderdysphorie als Unbehagen oder Missempfindung durch Diskrepanz zwischen Genderidentit&auml;t und Geburtsgeschlecht definiert. Tamussino: &bdquo;Die Behandlung von Transm&auml;nnern, also die Ver&auml;nderung von Frau zu Mann, ist eine Spezialisierung an unserer Klinik. In Zusammenhang mit Entleerungsst&ouml;rungen ist dies durchaus ein Thema, denn Operationen k&ouml;nnen &ndash; selten, aber doch &ndash; auch Kontinenzprobleme zur Folge haben.&ldquo;</p> <h2>Grundlagenforschung im Bereich des Beckens</h2> <p>Am zweiten Kongresstag wurden grunds&auml;tzliche wissenschaftliche Aspekte der normalen Entwicklung und Erkenntnisse zur propriozeptiv-sensorischen Funktion des uro-prokto-genitalen K&ouml;rperbereiches beleuchtet. Thema waren die lokalen und zentralen Steuerungsmechanismen der Miktion und Def&auml;kation. Ferner wurden Ursachen, Diagnose und Therapie der Drangsymptomatik er&ouml;rtert. Weiters wurde die K&ouml;rperwahrnehmung in der Behandlung von schmerzhaften Beckenboden- Dysfunktionen behandelt &ndash; wichtig, denn &bdquo;f&uuml;r die Betroffenen ist es von Bedeutung zu erlernen, die Aufmerksamkeit auf den eigenen K&ouml;rper zu lenken. Je besser dies gelingt, umso wirkungsvoller ist die Physiotherapie im Bereich des Beckenbodens&ldquo;, so G&ouml;dl-Purrer.</p> <h2>Faszination Mikrobiom</h2> <p>Im Festvortrag referierte Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Umek, Leiter der Urogyn&auml;kologischen Ambulanz an der Univ.-Klinik f&uuml;r Frauenheilkunde in Wien, zu aktuellen Ergebnissen der Forschung zu einem Thema, das gegenw&auml;rtig in aller Munde ist: zum menschlichen Mikrobiom. Durch das Wissen um die gesunde Mischung an Bakterien im Darm wurden bereits bemerkenswerte Erfolge erzielt. Bei Darmentz&uuml;ndung mit Clostridien zeigen Einl&auml;ufe mit pr&auml;pariertem Stuhl bemerkenswerte Wirkung. Auch bei chronisch entz&uuml;ndlichen Darmerkrankungen ist die Stuhltransplantation eine vielversprechende neue Therapieoption. Seit L&auml;ngerem ist auch bekannt, dass durch die Behandlung von Scheideninfektionen bei Schwangeren Fr&uuml;hgeburten vermieden werden k&ouml;nnen. Dennoch bleiben zahlreiche Fragen offen. So wei&szlig; man zum Beispiel, dass auch der Harn gesunder Menschen nicht steril ist, sondern Bakterien enth&auml;lt. Dennoch ist unklar, welche Arten von Bakterien notwendig sind und in welcher Anzahl. So bleibt dieses Kapitel ein &bdquo;weites Bet&auml;tigungsfeld f&uuml;r Wissenschaft und Forschung&ldquo;.</p> <h2>Neue MK&Ouml;-Pr&auml;sidenten</h2> <p>Im Zuge des Kongresses gab es einen geplanten Wechsel an der Spitze der Gesellschaft. Dr. Michaela Lechner, Chirurgin mit Spezialisierung auf die Proktologie, ist die neue Pr&auml;sidentin der MK&Ouml;. &bdquo;Es ist mir ein gro&szlig;es Anliegen, das Bewusstsein f&uuml;r die Problematik Inkontinenz in allen medizinischen Fachrichtungen zu sch&auml;rfen. Gerade in der inneren Medizin/ Geriatrie und Neurologie sollte dem Thema Kontinenz mehr Beachtung geschenkt werden. Auch die Bereiche Aufkl&auml;rung in der Bev&ouml;lkerung und Enttabuisierung sind mir sehr wichtig&ldquo;, beschreibt die Ober&auml;rztin am Krankenhaus G&ouml;ttlicher Heiland in Wien die Ziele ihrer Pr&auml;sidentschaft. Ihr zur Seite steht ab nun Dr. Michael Rutkowski, Oberarzt an der Urologischen Abteilung am Landesklinikum Korneuburg mit Beckenbodenzentrum. &bdquo;Die St&auml;rke der MK&Ouml; ist die interdisziplin&auml;re Zusammensetzung aus unterschiedlichen Berufsgruppen und medizinischen F&auml;chern. Dieses Konzept ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je und ich hoffe darauf, durch meine T&auml;tigkeit diese Zusammenarbeit noch weiter ausbauen zu k&ouml;nnen&ldquo;, so Rutkowski. <br /><br />Save the date: Die 29. Jahrestagung der MK&Ouml; findet am 18. und 19. Oktober 2019 wieder im LFI Linz auf der Gugl statt. (red)</p></p> <p class="article-quelle">Quelle: MKÖ-Jahrestagung, 12.–13. Oktober 2018, Linz; Presseinformation der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich </p>
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