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„Vorbereitung ist alles“
Jatros
30
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19.09.2019
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<p class="article-intro">Unter dem Motto „Sport-Medizin – von 0 auf 100“ fand vom 27. bis 29. Juni der 34. Jahreskongress der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) statt. Kongresspräsident Dr. Rolf Michael Krifter berichtet im Interview.</p>
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<p class="article-content"><p><em><strong>350–500 Teilnehmer wurden zum Kongress in Salzburg erwartet. Wie viele waren es tatsächlich?</strong></em><br /><em><strong> R. M. Krifter:</strong></em> Wir haben die Erwartungen sogar übertreffen können: Wir hatten insgesamt knapp 600 Teilnehmer aus 14 Nationen – von Japan bis Brasilien – inklusive der Aussteller von 49 Firmen in einer wirklich schönen und interessanten Industrieausstellung neben Teilnehmern von der Bergrettung und Alpinmedizin und natürlich unseren tollen Ehrengästen!</p> <p><em><strong>Die Organisation eines solchen Kongresses ist sicher eine große Herausforderung gewesen. Worauf sind Sie besonders stolz?</strong></em><br /><em><strong> R. M. Krifter:</strong> </em>Ja, die Vorarbeiten von ca. 1 Jahr habe ich sicher unterschätzt, aber es ist uns gelungen, einen wissenschaftlich hochrangigen Kongress mit über 120 wissenschaftlichen Beiträgen, internationalen Rednern, neuen Symposien und Vortragsformaten zu kombinieren mit cooler Stimmung, Liveacts (Bergrettungsübung, Ehrengastvorträge, Sportlerdiskussion, Sport live) und Raum für Diskussion und Kontakte in einem schönen Ambiente. Und das Feedback war wirklich toll! Auch dass wir Topreferenten aus allen Teilen der Welt hatten und ich meinen ehemaligen Chef, Prof. Reinhard Graf, einladen durfte, war wirklich schön und eine große Ehre.</p> <p><em><strong>Neben Sport mit Prothese und Sport mit Arthrose war ein weiterer Schwerpunkt Kindern gewidmet: Sportverletzungen bei Kindern einerseits und andererseits das Thema Schulsport. Gibt es, was den Schulsport betrifft, länderspezifische Unterschiede? Und was halten Sie für besonders wichtig beim Sport in der Schule?</strong></em><br /><em><strong> R. M. Krifter:</strong></em> Sport im Kindes- und Schulalter sollte uns allen ganz wichtig sein – da werden die Grundsteine der Gesundheit gelegt, das ist ja vielfach belegt. In einem Vortrag wurden am Kongress dezidiert die negativen Auswirkungen von „no sport“ aufgezeigt. So sehen wir in der GOTS frühe Förderung und Motivation zu Bewegung und Sport als essenziell an, das muss auch in der Gesellschaft herausgestrichen werden. In den europäischen Ländern gibt es tolle Programme und viele gute Voraussetzungen im Vergleich zu anderen Ländern. Ganz besonders wichtig ist aber die individuelle Motivation und Förderung von Spiel und Sport, gerade im Zeitalter der Überdigitalisierung, wo eine wirklich große Bedeutung den Eltern, Lehrern und Jugendverbänden zukommt. Im Schulalter sollte auch die Lücke zwischen normaler Bewegung und Leistungssport durch spezielle Schulsportlehrkräfte oder Zusatzangebote in und neben der Schule besser gefüllt werden. Denn es kann nicht jeder Volksschullehrer auch noch Sportlehrer und Sportcoach sein.</p> <p><em><strong>Sportliche Betätigung ist gewissen Modetrends unterworfen. Neue Trendsportarten bringen wahrscheinlich auch neue Verletzungsmuster mit sich. Was sind aktuell die Herausforderungen für Sportmediziner?</strong></em><br /><em><strong> R. M. Krifter</strong></em>: Neue sogenannte Trendsportarten wie MTB-Downhill, Freeski, Freeclimbing usw. bringen in heutiger Zeit nach dem Motto „schneller, höher, radikaler“ sicher eine höhere Rasanz mit sich, aber entgegen den Befürchtungen sind die Verletzungszahlen nicht in gleichem Maße gestiegen. Coole Schutzausrüstungen sind in und wirksam, spezielle Funparks und deklarierte Sportstätten sind sicherer und die Sportler auch meist gut trainiert. Aber natürlich ist jede Verletzung ein Problem, wenn sie eingetreten ist, und somit ist derzeit „injury prevention“ das ganz große Thema in der GOTS und war es auch am Kongress. Vorbereitung ist da alles – auch für uns Mediziner.</p> <p><em><strong>Eine Teilnahme am GOTS-Kongress besteht traditionell nicht nur aus Sitzen und Zuhören. Da wird auch Bewegung gefordert bzw. angeboten. Was wurde diesmal an körperlichen Aktivitäten für die Kongressbesucher geboten?</strong></em><br /><em><strong> R. M. Krifter:</strong></em> Ja, in Zeiten vom Überangebot an Kongressen muss man sich etwas einfallen lassen. Wir haben den alpinen Vorteil der Österreicher genutzt und den Bergsport mit der Bergrettung als Bonus: Abseilen und Klettern am Kletterturm war da mal was ganz Neues, auch Stand-up-Paddling war möglich und der morgendliche Kongresslauf war ein sehr gut besuchter Charityrun zugunsten der „wings4life“-Stiftung – bei herrlichem Wetter durch und um die Stadt Salzburg. Zum Ausgleich konnte man Yoga machen, um sich vor dem Gettogether zu entspannen.</p> <p><em><strong>Waren auch Sportler als Referenten geladen?</strong></em><br /><em><strong>R. M. Krifter:</strong> </em>Sportler live am GOTSKongress zu haben, ist immer ein Highlight. Wir hatten Topvertreter der 5 neuen olympischen Sportarten Klettern, Baseball, Surfen, Skateboarden und Karate auf der Diskussionsbühne. In einer Moderation konnte man so live aus erster Hand erfahren, wo die Stärken und Vorteile, aber auch eventuelle Gefahren und Verbesserungspotenziale der neuen olympischen Sportarten liegen – eine tolle Möglichkeit! Auch war als spezieller Vortragsredner Klaus Hoi zu Gast, der uns als Bergsteigerlegende persönliche Einblicke in über 70 Jahre Klettersport gab. Und als Überraschungsgast hat uns der Rallye-Dakar-Sieger Matthias Walkner noch am Festabend beehrt und einen ganz besonderen Taxi-Transfer gemacht!</p> <p><em><strong>Im Rahmen des GOTS-Jahreskongresses wird ja auch immer der „Sportarzt des Jahres“ gekürt. Dieses Jahr wurde Dr. Gerhard Oberthaler ausgezeichnet. Was sind seine besonderen Verdienste?</strong></em><br /><em><strong> R. M. Krifter:</strong></em> Wir versuchen immer, Kolleginnen bzw. Kollegen hervorzuheben, die in der Praxis und Umsetzung stark sind, wo die Arbeit auch sichtbar wird, ganz nach unserem Motto „GOTS – we care about sports!“ Gerhard Oberthaler hat neben seiner steten Tätigkeit im GOTS-Vorstand und in der Sportlerbetreuung des Skiverbandes und der Eishockeyspieler mit der Aufsetzung des Zertifikat- Sportarzt-Kurses sicher eine Weiche gestellt, die angehende Sportärzte auf ein höheres Niveau bringt, was wir auch an den vielen Anmeldungen sehen. Zukünftig kann eine akademische Fortsetzung nun in einem Masterkurs internationalisiert werden.</p> <p> </p> <p>Informationen zum Zertifikat GOTS-Sportarzt auf: www.gots.org und www.gots.at</p></p>
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