© Florian Michel

Laryngopharyngealer Reflux (LPR)

Kontroverse „stiller Reflux“: Wie diagnostizieren? Wie therapieren?

Stiller Reflux (laryngopharyngealer Reflux; LPR) ist eine häufige, teils kontrovers diskutierte Ursache für HNO-Beschwerden wie „postnasal drip“, Globusgefühl, Heiserkeit und chronischen Husten. Die Diagnostik bleibt eine Herausforderung, da klassische Methoden oft versagen und ein Goldstandard fehlt. Verfahren wie die transnasale funktionelle Ösophagoskopie (TNE) und validierte Symptom-Scores bieten praktikable Lösungen für die klinische Praxis.

Hauptsymptome des „stillen“ extraösophagealen Refluxes sind die sogenannten „big five“ der LPR-Symptomatik. Sie umfassen Heiserkeit, Globusgefühl, Räusperzwang, chronischen Husten und postnasale Sekretion. Weitere Beschwerden wie rezidivierend Halsschmerzen, Mundschleimhautbrennen, Zahnschmelzschäden und auch therapieresistente Sinusitiden sind Epiphänomene dieser Erkrankung. Die Lebensqualität der Betroffenen ist oft erheblich eingeschränkt. Die typische Symptomatik einer „gastrointestinalen Refluxkrankheit“ wie Sodbrennen und Regurgitation fehlt in 75% der Fälle.1 Dieser zunächst irritierende Befund ist häufig Hintergrund einer Fehleinschätzung der Krankheitsursache bei Patienten mit LPR – lässt sich aber durch den pathogenetischen Hintergrund der Erkrankung erklären. Es sind überwiegend aerolisierte Inhaltsstoffe des Magensekrets wie Säure, Pepsin und Gallensekrete, die inflammatorische Prozesse im Bereich der oberen Atemwege auslösen.

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