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Typ-2-Diabetes und kardiovaskuläres Risiko
Leading Opinions
30
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01.09.2016
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<p class="article-intro">Menschen mit Typ-2-Diabetes und Herzerkrankung, die schon einmal ein rdiovaskuläres Ereignis erlitten haben, haben ein erhöhtes Risiko für einen kardiovaskulären Tod. Dies zeigt eine Sekundäranalyse der EXAMINE(Exploring the Cardiovascular Safety of Therapies for Type 2 Diabetes)-Studiendaten, die auf dem amerikanischen Diabeteskongress vorgestellt und in „Diabetes Care“ veröffentlicht worden sind.<sup>1</sup> Die Ergebnisse der LEADER-Studie<sup>3</sup> die ebenfalls in New Orleans vorgestellt wurden, zeigen für den GLP-1-Rezeptoragonisten Liraglutid (Victoza®) eine Senkung des Risikos für kardiovaskulären Tod, nicht tödlichen Myokardinfarkt oder nicht tödlichen Schlaganfall bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen im Vergleich zu Placebo (Abb. 1). Ausserdem ergab sich eine Reduktion der Gesamtmortalität und von Nierenerkrankungen. </p>
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<p class="article-content"><p><img src="/custom/img/files/files_data_Zeitungen_2016_Leading Opinions_Innere_1604_Weblinks_Seite41.jpg" alt="" width="" height="" /></p> <h2>ADA 2016: Sekundäranalyse der EXAMINE-Studie</h2> <p>Die Sekundäranalyse der EXAMINE-Studie zeigte, dass Menschen mit Typ- 2-Diabetes und Herzerkrankung, die bereits ein nicht tödliches kardiovaskuläres Ereignis erlitten hatten, ein erhöhtes Risiko für kardiovaskulären Tod haben. 13,7 % der Studienteilnehmer hatten mindestens ein nicht tödliches kardiovaskuläres Ereignis erlitten: 5,9 % einen Herzinfarkt, 1,1 % einen Schlaganfall, 3,0 % eine Krankenhauseinweisung aufgrund von Herzinsuffizienz und eine instabile Angina pectoris 3,8 % .<br /> Während der ursprünglichen EXAMI-NE-Studie, die die kardiovaskuläre Si-cherheit des Dipeptidylpeptidase(DPP)-4-Inhibitors Alogliptin gegenüber Placebo untersuchte, starben 326 Patienten.<sup>2</sup> Die nunmehrige Sekundäranalyse ergab, dass Typ-2-Diabetiker, die wegen einer Herzinsuffizienz ins Krankenhaus kamen, ein sehr hohes Risiko (20,1 % ) hatten, aufgrund eines kardiovaskulären Ereignisses zu sterben.<br /> Die Mortalitätsraten während der Nachverfolgung für diejenigen, die einen nicht tödlichen Schlaganfall (8,8 % von 57 Patienten, n=5) oder nicht tödlichen Herzinfarkt (8,2 % von 316, n=26) erlitten, waren doppelt so hoch im Vergleich zu denjenigen, die kein nicht tödliches kardiovaskuläres Ereignis erlebt hatten. Für Patienten, die mit dem DPP-4-Inhibitor behandelt wurden, zeigte sich kein signifikanter Unterschied in der Todesrate (4,1 % ) im Vergleich zur Placebogruppe (4,9 % ).</p> <p><img src="/custom/img/files/files_data_Zeitungen_2016_Leading Opinions_Innere_1604_Weblinks_Seite42.jpg" alt="" width="" height="" /></p> <h2>Signifikante Reduktion der kardiovaskulären Todesfälle</h2> <p>An der randomisierten, doppelblinden LEADER-Studie<sup>3</sup> nahmen 9 340 Erwachsene älter als 60 Jahre mit Typ-2-Diabetes und erhöhtem Risiko für Herzerkrankungen teil. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen randomisiert: Liraglutid (n=4 668) und Placebo (n=4 672), jeweils zusätzlich zur Standardbehandlung (orale Antidiabetika und/oder Insulin). Liraglutid wurde täglich injiziert und die ersten Wochen um +0,6mg titriert (initial 0,6mg, 2. Woche 1,2mg, 3. Woche 1,8mg). Mit durchschnittlich 3,8 Jahren Follow-up ist die LEADER-Studie die längste Studie zur kardiovaskulären Sicherheit unter einem Antidiabetikum. Studienteilnehmer, die Liraglutid bekamen, hatten ein um 13 % geringeres Risiko für Eintreten des primären kombinierten Endpunktes (MACE – „major adverse cardiovascular event“) aus kardiovaskulärem Tod, nicht tödlichem Myokardinfarkt oder nicht tödlichem Schlaganfall im Vergleich zur Placebogruppe. Es zeigten sich ein um 22 % geringeres Risiko für kardiovaskulären Tod, ein um 15 % geringeres Risiko für Gesamt mortalität und ein um 22 % geringeres Risiko für eine neu auftretende Nierenerkrankung, so der Erstautor der Studie, Steven Marso, Dallas, Texas.</p> <h2>Positive Effekte auf HbA<sub>1c</sub> und Gewicht</h2> <p>Bernard Zinman, Toronto, Kanada, präsentierte die klinischen Ergebnisse. Mit einem mittleren HbA<sub>1c</sub>-Wert von 8,7 % in beiden Gruppen zu Beginn der Studie erreichten Patienten unter Liraglutid im Vergleich zu Placebo eine signifikante Reduktion des HbA<sub>1c</sub>-Werts. Weiterhin wurden ein Gewichtsverlust der Patienten unter Liraglutid (–2,3kg) im Vergleich zu den Patienten unter Placebo sowie eine Re-duktion des systolischen Blutdrucks (–1,2mmHg) und eine Erhöhung des diastolischen Blutdrucks (+0,6mmHg) festgestellt. Hypoglykämien traten in der Liraglutidgruppe seltener auf.<br /> Mögliche unerwünschte Nebenwirkun-gen stellte Michael Nauck, Bochum, vor. Der Anteil der Studienteilnehmer mit unerwünschten Nebenwirkungen war in der Liraglutid- und in der Placebogruppe vergleichbar (62,3 % bzw. 60,8 % , p=0,12). Liraglutid war assoziiert mit gastrointestinalen Ereignissen sowie einer Erhöhung der Pankreasenzyme und der Herzfrequenz. Die Studie wurde von 96,8 % der Patienten beendet. Die „number needed to treat“ (NNT), um in drei Jahren bei einer Person ein Ereignis zu verhindern, lag für MACE bei 66 Personen und für Tod aufgrund jeglicher Ursache bei 98 Personen.</p></p>
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<p><strong>1</strong> White WB et al: Diabetes Care 2016; 39(7): 1267-73 <br /><strong>2</strong> White WB et al: N Engl J Med 2013; 369: 1327-35 <br /><strong>3</strong> Marso SP et al: Liraglutide effect and action in diabetes: evaluation of cardio-vascular outcome results – a long-term evaluation. N Engl J of Med 2016; in Press. DOI: 10.1056</p>
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