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Insulintherapie im extramuralen Bereich

Geführte Dosisselbsttitration verbindet

<p class="article-intro">Wir haben mit DGKP Barbara Semlitsch und DGKP Edith Fleischhacker über ihre persönlichen Erfahrungen gesprochen, die sie im Rahmen der Pilotstudie gemacht haben. Die Details zur Studie können Sie dem nebenstehenden Bericht entnehmen.</p> <hr /> <p class="article-content"><p><strong>Sehr geehrte Frau Semlitsch, sehr geehrte Frau Fleischhacker, wie kam es zur Idee zu diesem Projekt?</strong><br /> <strong>E. Fleischhacker:</strong> Wir beobachten im niedergelassenen Bereich sehr h&auml;ufig ein Defizit bez&uuml;glich Schulung und Begleitung von Insulinpatienten. Die Betroffenen sind h&auml;ufig verunsichert. Vonseiten der Kollegen in der Pflege im extramuralen Bereich besteht aber ein gro&szlig;es Engagement, diese Situation zu verbessern.</p> <p><strong>Wer war in das Projekt involviert?</strong><br /> <strong>E. Fleischhacker:</strong> Drei Haus&auml;rzte, das &Ouml;sterreichische Rote Kreuz, Landesverband Steiermark, Mobile Pflege und Betreuung, sowie Patienten und deren Angeh&ouml;rige.</p> <p><strong>Welche R&uuml;ckmeldungen gab es von den angesprochenen &Auml;rzten und Patienten?</strong><br /> <strong>B. Semlitsch:</strong> Die Reaktion der &Auml;rzte war &auml;u&szlig;erst positiv, da sie teilweise in der Behandlung dieser Patienten keine Erfolgserlebnisse hatten. Es fehlt ihnen schlichtweg die Zeit. Die Betroffenen haben die optimierte und vor allem sehr pers&ouml;nliche Betreuung gesch&auml;tzt. Wir haben die Patientenzufriedenheit mittels Diabetes Treatment Satisfaction Questionnaire (DTSQ) gemessen. Sowohl bez&uuml;glich der Blutzuckereinstellung als auch bez&uuml;glich des Verst&auml;ndnisses der Erkrankung hat sich eine deutliche Zunahme der Zufriedenheit gezeigt. Die Angeh&ouml;rigen haben das Projekt als sehr hilfreich f&uuml;r das Verst&auml;ndnis und die Unterst&uuml;tzung der Betroffenen erlebt &ndash; Titration verbindet.</p> <p><strong>Gab es &Auml;ngste, Bedenken oder Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Projektes bzw. bez&uuml;glich der (Selbst-)Titration? Wenn ja, welche?</strong><br /> <strong>E. Fleischhacker:</strong> Eigentlich nicht. Die Patienten hatten jederzeit die M&ouml;glichkeit, bei Unklarheiten telefonisch R&uuml;cksprache mit der betreuenden DGKP zu halten. Diese M&ouml;glichkeit wurde nur sehr selten in Anspruch genommen &ndash; insgesamt viermal in sechs Monaten.</p> <p><strong>Das Durchschnittsalter der Patienten war mit 74 Jahren relativ hoch. Hatte dies Einfluss auf den Verlauf des Projektes?</strong><br /> <strong>E. Fleischhacker:</strong> Unsere Haupterfahrung war: Es ist einfacher, als man denkt! Wir waren sehr positiv &uuml;berrascht, dass auch in einem &auml;lteren Patientenkollektiv solche Verbesserungen m&ouml;glich sind. Der Wunsch der Patienten, die Krankheit besser zu verstehen, war enorm hoch.</p> <p><strong>Der Erfolg war erstaunlich: eine Reduktion des HbA<sub>1c</sub> um 1,3 % in relativ kurzer Zeit. Was war ausschlaggebend?</strong><br /> <strong>B. Semlitsch:</strong> Wir wissen aus Studien, dass die regelm&auml;&szlig;ige Dosisanpassung in kleinen Schritten effektiver wirkt als gr&ouml;&szlig;ere Dosisschritte in l&auml;ngeren Abst&auml;nden. Ich denke aber, es war eine Kombination aus vielem. Es wurde durch das Festlegen eines Zielbereiches und die strukturierte BZ-Messung gemeinsam mit dem Erlernen der Handhabung der Titrationskarte ein Grundstein f&uuml;r das Empowerment gelegt. Die regelm&auml;&szlig;igen Visiten mit Mikroschulungseinheiten zum Thema Diabetes mellitus haben das Selbstvertrauen der Patienten gest&auml;rkt und geholfen, echtes Selbstmanagement zu entwickeln. In unserer Arbeit hat sich weniger die Insulingesamtdosis als die Aufteilung der Dosen &uuml;ber den Tag ver&auml;ndert.</p> <p><strong>Worin besteht aus Ihrer Sicht im extramuralen Setting der Wert solcher Titrationshilfen?</strong><br /> <strong>E. Fleischhacker:</strong> Neben der tats&auml;chlichen Dosisanpassung stellen solche Hilfsmittel sehr gute Grundlagen f&uuml;r die Schulung dar. Man kann damit sehr gut die Zusammenh&auml;nge zwischen der Dynamik der Insulinwirkung und den Messzeitpunkten der Blutzuckermessung erkl&auml;ren. Damit verstehen die Patienten auch, warum sie messen, und k&ouml;nnen selbstst&auml;ndig auf die Messwerte reagieren. Das Gef&uuml;hl der Selbstwirksamkeit ist wesentlich f&uuml;r ein langfristiges Gelingen der Insulintherapie. Wichtig sind das Festlegen sinnvoller Blutzuckerzielbereiche, die &Uuml;berpr&uuml;fung des Lernerfolgs und das Vorhandensein von Ansprechpersonen bei Unsicherheiten.</p> <p><strong>Wie geht es mit dem Projekt weiter?</strong><br /> <strong>B. Semlitsch:</strong> Das Projekt wird nun auf zwei zus&auml;tzliche Zentren in Wien und Nieder&ouml;sterreich in Kooperation mit dem Roten Kreuz und der Caritas ausgeweitet, sodass wir am Ende rund 50 Patienten in der Auswertung haben werden.</p> <p><strong>Danke f&uuml;r das Gespr&auml;ch!</strong></p></p>
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