Austrian School of Urology 2026: Weiterbildung, Austausch und Zukunftsgestaltung in Kals am Großglockner
Autor:innen:
Dr. Antonia Heschl1
Dr. Leon Saciri2
1 Universitätsklinik für Urologie, Medizinische Universität Innsbruck
2 Klinische Abteilung für Urologie, Universitätsklinikum St. Pölten
Vom 11. bis 14. Juni 2026 wurde Kals am Großglockner erneut zum Treffpunkt des urologischen Nachwuchses in Österreich. Im Rahmen der Austrian School of Urology (ASU) kamen insgesamt 122 urologische Assistenzärzt:innen aus allen Bundesländern zusammen, um sich fortzubilden, praktische Fertigkeiten zu vertiefen und aktuelle Entwicklungen der Urologie zu diskutieren.
Die diesjährige ASU stand ganz im Zeichen der Themen Uro-Geriatrie, Uro-Onkologie, rekonstruktive Urologie und Urolithiasis. Renommierte Referent:innen vermittelten neueste wissenschaftliche Erkenntnisse sowie praxisrelevante Aspekte für den klinischen Alltag. Dabei wurde besonderer Wert auf den interaktiven Austausch zwischen Vortragenden und Teilnehmenden gelegt.
Bereits am Donnerstag startete die Veranstaltung mit einem umfangreichen Kursprogramm. Es wurde ein Soft-Skills-Kurs angeboten, der die Optimierung der ärztlichen Gesprächsführung zum Ziel hatte. Zusätzlich fand bereits zum fünften Mal das Bootcamp der European School of Urology (ESU-Bootcamp) für Assistenzärzt:innen im ersten und zweiten Ausbildungsjahr statt. Ziel war es, jungen Kolleg:innen operative Grundfertigkeiten frühzeitig und unter Anleitung erfahrener Tutor:innen zu vermitteln. An mehreren Trainingsstationen konnten die Teilnehmenden praktische Erfahrungen in der Laparoskopie, bei transurethralen Resektionen, der Anlage suprapubischer Katheter, der Zirkumzision, der Nephrostomieanlage sowie der Ureterorenoskopie sammeln.
Zwei Erfahrungsberichte über das ESU-Bootcamp
Dr. Gross – Tutor beim ESU-Bootcamp
„Der Kurs ist wirklich spitze für Berufseinsteiger:innen, um die handwerklichen Basics unserer Tätigkeit stressfrei zu erlernen, und es bleibt zu hoffen, dass er irgendwann allen Anfänger:innen zur Verfügung gestellt werden kann.“
Dr. Ulrich – Teilnehmerin am ESU-Bootcamp
„Das Bootcamp war ausgezeichnet, hervorragend organisiert und ermöglichte ein operatives Training unter realitätsnahen Bedingungen. Besonders geschätzt habe ich die Gelegenheit, operative Eingriffe in einem stressfreien Umfeld und ohne Zeitdruck praktisch üben zu können. Ein herzliches Dankeschön an das tolle und sehr engagierte Betreuungsteam!“
Ausbildungsevaluierung, AK-Sitzung und Vernetzung
Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war die Ausbildungsevaluierung, bei der die Teilnehmenden die Möglichkeit hatten, ihre Erfahrungen und Anregungen zur urologischen Facharztausbildung einzubringen. Die Ergebnisse dieser Evaluierung liefern wertvolle Impulse für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Ausbildungsstruktur.
Zusätzlich erfolgten die Arbeitskreissitzung der AAÖGU, mit Erweiterung des Vorstands, sowie die Präsentation der geplanten Fortbildungen sowie der möglichen finanziellen Unterstützungen für europäische Kongresse.
Neben dem fachlichen Programm bot die Austrian School of Urology auch Raum für Vernetzung und kollegialen Austausch. Die beeindruckende Kulisse von Kals am Großglockner trug dabei einmal mehr zu einer besonderen Atmosphäre bei.
Die hohe Teilnehmer:innenzahl von 122 Assistenzärzt:innen verdeutlicht die große Bedeutung der ASU innerhalb der österreichischen Urologie. Die Veranstaltung hat sich in den vergangenen Jahren als fixer Bestandteil der Fachärzt:innenausbildung etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Förderung der nächsten Generation von Urolog:innen.
Mit einer gelungenen Kombination aus wissenschaftlicher Fortbildung, praktischem Training, aktiver Mitgestaltung der Ausbildung und persönlichem Austausch endete die Austrian School of Urology 2026 als voller Erfolg und setzte erneut Maßstäbe in der urologischen Weiterbildung Österreichs.
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