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Aktuelle Studienergebnisse beim EULAR 2018 präsentiert
<p class="article-intro">Wie 2006 war Amsterdam heuer wieder Schauplatz des Jahreskongresses der European League Against Rheumatism. Wir präsentieren in unserer Nachlese eine Auswahl an Arbeiten, die beim EULAR zu den Themen Atherosklerose, SLE, rheumatoide Arthritis und Psoriasisarthritis vorgestellt wurden.</p>
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<p class="article-content"><h2>Canakinumab reduziert Gicht bei Atherosklerosepatienten um mehr als die Hälfte</h2> <p>Canakinumab ist ein monoklonaler Antikörper, der einen durch Interleukin 1β vermittelten Entzündungsweg blockiert. Die beim EULAR präsentierte Studie, eine Sekundäranalyse der CANTINUS-Studie (Canakinumab Anti-inflammatory Thrombosis Outcomes Study), untersuchte den Einfluss von Canakinumab auf die Sekundärprävention kardiovaskulärer (CV) Ereignisse. Für diese Analyse wurden alle Teilnehmer basierend auf ihrem Serum-Urat-Spiegel zu Studienbeginn in drei Gruppen eingeteilt: niedrig (<6,9mg/dl), mittel (6,9–8,9mg/dl) und hoch (≥9,0mg/dl). Canakinumab (gepoolte Dosen) reduzierte signifikant die Rate von Gichtanfällen um mehr als die Hälfte im Vergleich zu Placebo über alle Serum-Urat-Ausgangsgruppen. Die Hazard-Ratio (95 % Konfidenzintervall) betrug 0,40 (0,22–0,73), 0,48 (0,31–0,74) und 0,45 (0,28–0,72) für die niedrigen, mittleren und hohen Serum-Urat-Ausgangsgruppen. Die Serum-Harnsäure-Spiegel wurden von Canakinumab im Laufe der Zeit nicht beeinflusst, obwohl es das hochempfindliche C-reaktive Protein (hsCRP) reduzierte.<sup>1</sup><br />Durch die Untersuchung der Gichtanfälle und CV Ereignisse in den Ausgangs-Serum-Harnsäure-Gruppen demonstrierten die Forscher einen Zusammenhang, der die Serum-Harnsäure-Level als Risikomarker sowohl für Gichtanfälle als auch CV Ereignisse bestätigt. Die Raten pro 100 Personenjahre für die niedrigen, mittleren und hohen Ausgangs-Serum-Harnsäure-Gruppen waren 0,28, 1,36 bzw. 5,94 für Gichtanfälle und 4,1, 5,3, bzw. 5,6 für schwere unerwünschte CV Ereignisse. Aufgrund seines Wirkungsmechanismus zeigte Canakinumab keinen Einfluss auf die Serum-Urat-Spiegel per se.</p> <h2>Belimumab: geringe Progression der Organschäden bei SLE</h2> <p>Patienten mit „systemic lupus erythematosus“ (SLE) sind dem Risiko irreversibler Organschäden ausgesetzt, die sowohl durch Krankheitsaktivität als auch Medikation bedingt sein können. Die Schwere und die Häufigkeit der Schäden nehmen mit der Zeit zu und können unbehandelt zu schweren und sogar tödlichen Komplikationen führen. Die Langzeitorganschadenanalyse<sup>2</sup> zeigt Daten aus der einarmigen Langzeitextensionsstudie von 735 Nicht-US-Patienten, die bis zu 9 Jahre mit Benlysta behandelt wurden. In Bezug auf den Wirksamkeitsendpunkt (Veränderung im SLICC Damage Index [SDI] gegenüber dem Ausgangswert im Studienjahr 8, einem validierten Score zur Quantifizierung von Organschäden) hatten 87,7 % der mit Benlysta behandelten Patienten keine weiteren Organschäden. Die Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen blieb im Laufe der Zeit stabil oder ging zurück.<br />Die „Propensity Score (PS) Matched Analysis“<sup>3</sup> zeigt den Vergleich von gepoolten Daten aus den BLISS-Langzeitverlängerungsstudien mit Daten der Toronto-Lupuskohorte (TLC) über 5 Jahre. Patienten, die mit Benlysta plus Standardtherapie (SoC) behandelt wurden, hatten eine signifikant geringere Progression von SLE-bezogenen Organschäden (einen Anstieg im SDI-Score um 0,45 Einheiten weniger), verglichen mit Patienten in der TLC, die SoC erhielten (n=181, p<0,001). Patienten, die mit Benlysta plus SoC behandelt wurden, wiesen im Vergleich zu SoC-Patienten eine um 60 % geringere Wahrscheinlichkeit auf, einen schlechteren SDI-Wert zu erreichen (n=323, p<0,001). Ein Patient, der Benlysta plus SoC erhält, hat eine jährliche Wahrscheinlichkeit für eine Organschadenprogression von 3,1 % , verglichen mit einer jährlichen Wahrscheinlichkeit von 7,5 % bei SoC (n=323).<br />Die in beiden Analysen beobachtete Langzeitsicherheit entsprach dem bekannten Sicherheitsprofil von Benlysta.</p> <h2>Neue Daten zum IL-17A-Inhibitor Ixekizumab</h2> <p>Für den Interleukin(IL)-17A-Inhibitor Ixekizumab wurden neue Langzeitdaten der SPIRIT-P1-Studie bei aktiver Psoriasisarthritis (PsA) vorgestellt. Diese belegen, dass die starke Wirksamkeit auf die Gelenkbeschwerden auch über drei Jahre erhalten bleibt.<sup>4</sup> Bisherige Studiendaten zeigen, dass Ixekizumab alle wesentlichen klinischen Domänen der PsA wirksam verbessern kann.<sup>5, 6</sup> So belegen bisherige Auswertungen der PsA-Studien SPIRIT-P1 und -P2 eine schnelle, starke und anhaltende Wirksamkeit bei Gelenkbeschwerden.<sup>5, 6</sup> Aktuelle in Amsterdam vorgestellte Daten aus der Studie SPIRIT-P1 bei Biologika-naiven Patienten bestätigen, dass die starke Wirksamkeit bei PsA auch über einen Zeitraum von drei Jahren erhalten bleibt: So erreichten 69 % der Patienten ein ACR-20-Ansprechen, 51 % ein ACR-50-Ansprechen sowie 33 % ein ACR-70-Ansprechen (mNRI).<sup>4</sup> Nach Berechnung mit der „As observed“-Methode erreichten 95 % der Patienten ein ACR-20-Ansprechen.<sup>4</sup> Ein vollständiges Abklingen von Enthesitis und Daktylitis, die zu den häufigsten Manifestationen der PsA gehören, erzielten 47 bzw. 62 % der Patienten (LEI bzw. LDI-B = 0; mNRI). Auch die Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit (HAQ-DI) blieb erhalten: Diese lag nach 156 Wochen bei –0,4 Punkten im Vergleich zum Ausgangswert.<sup>4</sup> Ixekizumab ist jedoch nicht nur bei Biologika-naiven Patienten wirksam, sondern zeigte auch vergleichbar hohe ACR-Ansprechraten nach TNF-α-Ver­sagen.<sup>5, 6</sup> Dies bestätigen auch jüngst beim EULAR-Kongress vorgestellte Daten über 52 Wochen. <br />Darüber hinaus zeigen neue Auswertungen der Studien SPIRIT-P1 und -P2 positive Effekte auf patientenrelevante Endpunkte. So verbesserte sich die Fatigue der Patienten deutlich.<sup>7</sup> Des Weiteren erzielten viele Patienten innerhalb von 24 Wochen eine Remission ihrer Krankheitsaktivität.<sup>8</sup></p> <h2>Baricitinib: signifikante klinische Verbesserungen</h2> <p>Baricitinib ist ein oraler selektiver Inhibitor der Januskinase (JAK) 1 und JAK2, der in Europa und Japan zur Behandlung von rheumatoider Arthritis zugelassen ist. In einer Phase-II-Studie zeigten SLE-Patienten, die Baricitinib einnahmen, im Vergleich zu Placebo eine signifikante Verbesserung von mehreren klinischen Parametern.<sup>9</sup> Diese Studie umfasste 314 Patienten mit SLE, die eine stabile Basistherapie erhielten und 1:1:1 zu Placebo, Baricitinib 2 oder 4mg einmal täglich randomisiert wurden. Patienten mit Baricitinib 4mg erreichten eine signifikante Verbesserung der Arthritis und des Hautausschlags (Systemic Lupus Erythematosus Disease Activity Index 2000, SLEDAI-2K) im Vergleich zu Placebo (67 % vs. 53 % ; p<0,05), was der primäre Endpunkt der Studie war. Patienten mit Baricitinib 4mg erreichten zudem eine signifikant höhere SRI-4(Systemic Lupus Erythematosus Responder Index)-Antwort (64 % gegenüber 48 % ; p<0,05) sowie eine Reduktion der Gichtanfälle (SELENA-SLEDAI Flare Index, SFI), eine Verbesserung des Lupus Low Disease Activity State (LLDAS) und des Tender Joint Count. Die Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen, die zu einem Therapieabbruch führten, und schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SAE) war bei beiden Baricitinib-Dosen höher als bei Placebo. Es gab keine Todesfälle, bösartigen Erkrankungen, schwerwiegenden unerwünschten kardiovaskulären Ereignisse, schweren Herpes-zoster-Infektionen oder Tuberkulose. Ein SAE einer tiefen Venenthrombose wurde bei einem Patienten mit Risikofaktoren berichtet.<sup>9</sup></p></p>
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<p><strong>1</strong> Solomon DH et al.: EULAR, 13.–16. Juni 2018, Amsterdam, Abstract OP0014 <strong>2</strong> Van Vollenhoven RF et al.: EULAR, 13.–16. Juni 2018, Amsterdam, Abstract OP0252 <strong>3</strong> Urowitz M et al.: EULAR, 13.–16. Juni 2018, Amsterdam, Abstract OP0254 <strong>4</strong> Chandran V et al.: EULAR, 13.–16. Juni 2018, Amsterdam, Poster THU0333 <strong>5</strong> Mease PJ et al.: Ann Rheum Dis 2017; 76(1): 79-87 <strong>6</strong> Nash P et al.: Lancet 2017; 389(10086): 2317-27 <strong>7</strong> Orbai AM et al.: EULAR, 13.–16. Juni 2018, Amsterdam, Poster AB0906 <strong>8</strong> Coates L et al.: EULAR, 13.–16. Juni 2018, Amsterdam, Poster THU0314 <strong>9</strong> Wallace DJ et al.: EULAR, 13.–16. Juni 2018, Amsterdam, Abstract OP0019</p>
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