Tätigkeitsfelder, Sprechstunden, Jahrestagung und aktuelle Nachrichten
Autor:
Dr. med. Malte Christian Claussen
Präsident SGSPP
Psychiatrische Universitätsklinik Zürich Privatklinik Wyss AG und
Psychiatrische Dienste Graubünden
E-Mail: malte.claussen@puk.zh.ch
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Die Schweizerische Gesellschaft für Sportpsychiatrie und -psychotherapie (SGSPP) bezweckt die Förderung der Sportpsychiatrie und -psychotherapie über die Lebensspanne in der Schweiz im Leistungssport und in der Allgemeinbevölkerung. In LEADING OPINIONS Neurologie & Psychiatrie wird seit Dezember 2019 regelmässig über die jüngsten Entwicklungen der Sportpsychiatrie und -psychotherapie (in der Schweiz) und ihre Tätigkeitsfelder berichtet.
Tätigkeitsfelder
Ess- und Körperbildstörungen, suchthaftes Sportverhalten oder der Medikamentengebrauch lassen sich als Themen der Sportpsychiatrie und -psychotherapie im Freizeitsport identifizieren. Der Gebrauch form- und leistungsfördernder Substanzen (sogenannter «image and performing enhancing drugs», IPED) ist weit verbreitet. Schätzungen für die Schweiz gehen von über 200000 IPED-Konsumenten aus. Unter den IPED sind die Anabolika (anabole androgene Steroiden, AAS) von grosser Bedeutung, aber auch Wachstumshormone, Insulin oder Stimulanzien (z.B. Clenbuterol) müssen hier genannt werden. Risikogruppen in Bezug auf den Gebrauch von AAS sind junge Männer, Freizeitsportler, Fitnessstudionutzer, Leistungssportler und Bodybuilder. Hauptgrund für ihren Einsatz ist der Wunsch nach einer Zunahme der Muskulatur und der Steigerung der Leistung.
Bisher wurde – bedingt durch die mehrheitliche Beschreibung von zwei Tätigkeitsfeldern der Sportpsychiatrie und -psychotherapie in der Literatur – auch in der SGSPP von zwei Tätigkeitsfeldern gesprochen: 1. Bewegung, Training und Sport in Prävention und Therapie psychischer Erkrankungen und 2. psychische Gesundheit im Leistungssport. Die oben genannten Störungen und Erkrankungen lassen sich aber in keines der Tätigkeitsfelder einordnen, beschreiben jedoch genauso sportpsychiatrische und -psychotherapeutische Themen. Vorgeschlagen wird, die zwei bisherigen Tätigkeitsfelder der Sportpsychiatrie und -psychotherapie um ein 3. Tätigkeitsfeld zu ergänzen: psychische Gesundheit im Freizeitsport. Dabei nimmt der Freizeitsport eine Mittelstellung zwischen der Sport- und Bewegungstherapie auf der einen und dem Leistungssport auf der anderen Seite ein, und die Übergänge zum oder vom Freizeitsport sind jeweils fliessend.
Neue Sprechstunden
Entsprechend dieser notwendigen Unterscheidung zwischen Freizeitsport und Leistungssport unterstützt die SGSPP den Aufbau von spezialisierten Sprechstunden für Leistungssportler und Freizeitsportler. Im Kanton Bern wurde dem bereits Rechnung getragen. Während beispielsweise das Angebot der Privatklinik Wyss AG auf Leistungssportler zielt, wurde am PZM Psychiatriezentrum Münsingen AG eine Sprechstunde «Medikamente im Fitness-Sport» initiiert. Dieses neue Angebot des PZM wurde an der Klinik für Psychose und Abhängigkeit angesiedelt, was die Notwendigkeit einer Expertise für dieses Thema im Bereich der Substanzstörungen unterstreicht.
Neu befindet sich auch eine sportpsychiatrische und -psychotherapeutische Sprechstunde für Leistungssportler an den Psychiatrischen Diensten Graubünden, PDGR, im Aufbau, zunächst an der Klinik Waldhaus Chur. Ein entsprechendes ambulantes Angebot soll zudem an weiteren Standorten der PDGR aufgebaut werden, denkbar ist dies zum Beispiel in Davos und St. Moritz. Es würde damit ein wohnort- und/oder sportstättennahes Angebot im Kanton Graubünden zur Verfügung gestellt werden können.
Weitere Sprechstunden werden folgen und sind im Aufbau befindlich. Alle SGSPP-Mitglieder sind herzlich eingeladen, Angebote in Kliniken, Instituten wie Praxen dem SGSPP-Vorstand anzugeben, damit diese auf der SGSPP-Homepage aufgeschaltet werden können.
Neue Publikationen
Eingeladen wurde die SGSPP, in der 3. Ausgabe 2020 von Swiss Sports & Exercise Medicine in mehreren Beiträgen über sportpsychiatrische und -psychotherapeutische Themen zu berichten. Neben einem Editorial, Positionspapieren zu den beiden etablierten Tätigkeitsfeldern der Sportpsychiatrie und -psychotherapie sowie dem SGSPP-Curriculum wird in insgesamt 14 Kurzbeiträgen ein Einblick in die (geplanten) sportpsychiatrischen und -psychotherapeutischen Forschungsinitiativen von Mitgliedern der SGSPP gegeben. Diese Initiativen erfolgen bereits heute oft schon interdisziplinär und klinik-, instituts- und praxisübergreifend. Die SGSPP fördert diesen Austausch, so ermöglichen zum Beispiel die SGSPP-Homepage und SGSPP-Veranstaltungen, Forschenden als Arbeitsgruppe sichtbar zu werden.
Ein 3. SGSPP-Positionspapier befindet sich überdies in Vorbereitung und nimmt das oben angesprochene wichtige Thema des Medikamentengebrauchs im Freizeitsport auf. In der Struktur der bisherigen SGSPP-Positionspapiere werden zuerst die Ausgangslage und Problemfelder beschrieben und dann mögliche Ansatzpunkte diskutiert und Empfehlungen abgegeben.
Kongresse und Symposien
Am 22. und 23. Januar 2021 finden die 2. Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Sportpsychiatrie und -psychotherapie und die 1. gemeinsame Jahrestagung der SGSPP und der Deutschen Gesellschaft für Sportpsychiatrie und -psychotherapie, DGSPP, in der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich statt. Zugleich soll sich mit der Jahrestagung der beiden Fachgesellschaften die International Conference on Sports Psychiatry, ICSP, als regelmässiges Kongressformat etablieren. Eine Anmeldung zur ICSP und zur Jahrestagung der SGSPP und DGSPP ist ab sofort auf der SGSPP-Homepage möglich. Das gemeinsame Symposium von BSC Young Boys, Pro Mente Sana und der Privatklinik Wyss AG wird nun am 30. November 2020 im Stadion Wankdorf stattfinden können.Aktuelle und weitere Informationen zu allen sportpsychiatrischen und -psychotherapeutischen Weiter- und Fortbildungen – in Kliniken und auf Kongressen – finden sich auf der SGSPP-Homepage www.sgspp.ch, ebenso wie weitere Informationen und aktuelle Nachrichten zur SGSPP.
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