Zuckersteuer gegen Übergewicht und Folgeerkrankungen
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Während in der Schweiz immer noch über die Zuckersteuer debattiert wird, ist man in Deutschland schon einen Schritt weiter: Eine Expertenkommission empfiehlt die Einführung.
Bern. Frankreich, Grossbritannien, Irland, Kroatien, Spanien, Ungarn: Überall dort und in weltweit mehr als 50 Ländern gibt es sie schon: die Zuckersteuer. Sie gilt, nach Zuckergehalt gestaffelt, auf Getränke. Aus den Ländern, die die Zuckersteuer teils schon seit vielen Jahren einheben, ist bekannt, dass die Hersteller darauf reagieren und ihren Getränken weniger Zucker beimengen. Das löst erwiesenermassen kaskadenartig gleich mehrere Probleme. Übergewicht und Adipositas gehen zurück, vor allem bei Kindern und Jugendlichen, die besonders viele gesüsste Getränke konsumieren. Dadurch bleiben Folgeerkrankungen aus, die mit Fettleibigkeit einhergehen, wie Gelenksprobleme, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs. Dies spart viel Geld im Gesundheitswesen ein.
Dennoch wird in der Schweiz immer noch über die Einführung einer Zuckersteuer debattiert, vor allem weil sich die Zuckerlobby und Teile des Parlaments dagegen wehren. Dabei hat sich im Vorjahr auch der Bürgerrat für eine Zuckersteuer zur Bekämpfung der wachsenden Gesundheitskosten ausgesprochen. Die Folge war, dass eine Forschungsarbeit in Auftrag gegeben wurde, die sich mit den Auswirkungen der Steuer beschäftigt. Diese ist noch in Entwicklung, die Fertigstellung wird für 2026 erwartet.
Deutschland ist nun schon einen Schritt weiter: Die von der Bundesregierung eingesetzte FinanzKommission Gesundheit (FKG) hat Vorschläge vorgelegt, die der Stabilisierung der Krankenversicherungskosten dienen sollen. Zu den 66 Massnahmen, die dafür umgesetzt werden sollen, zählt auch die Einführung einer Zuckersteuer. Langfristig würden damit im Gesundheitssystem Kosten in Millionenhöhe gespart, sagt dazu die Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbarer Krankheiten (DANK) Barbara Bitzer, die auch Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) ist. Die Massnahme sei aber nicht nur wegen der erwartbaren Einsparungen wertvoll: «Die nach Zuckergehalt gestaffelte Abgabe auf Getränke seitens der Hersteller ist Teil einer verantwortungsvollen Gesundheits- und Präventionspolitik, die vor allem Kinder und Jugendliche schützt.» (sst)
Quelle: APA
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