Vermeidbare Tode: Zahl vergleichsweise niedrig
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Eine gross angelegte Studie zeigt nun, dass in der Schweiz die Zahl der vermeidbaren Tode vergleichsweise niedrig ist. Die Autoren untersuchten Sterbedaten von unter 75-Jährigen.
Bern. Tode von unter 75-Jährigen, die vermeidbar gewesen wären, also durch eine frühere oder angemessenere Behandlung hätten verhindert werden können, waren Forschungsgegenstand einer gross angelegten Studie: Für sie wurden Daten zu Sterbefällen aus den Jahren 2002 bis 2019 aus verschiedenen Regionen in zehn europäischen Ländern untersucht. Daraus ergab sich, dass in der Schweiz die Zahl der vermeidbaren Tode, die am häufigsten durch Herzerkrankungen eintreten, vergleichsweise niedrig ist. Sie entspricht jener in den angrenzenden Gebieten in Frankreich, Italien und Österreich. Die Rate ist umso höher, je mehr es in Richtung Deutschland, vor allem Norddeutschland, und je weiter es in Europa nach Osten geht. Anders als in Österreich oder Deutschland gibt es in der Schweiz kaum grössere regionale Unterschiede.
Die Sterberaten wurden von den Studienautoren vom deutschen Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung und von den Universitäten Oldenburg (D) und Groningen (NL) zum besseren Vergleich auf eine fiktive europäische Bevölkerungszahl umgerechnet. In Bern liegt die Rate beispielsweise bei 49,5, in Zürich bei 48,9 und in Luzern bei 48,7. In vielen Städten Deutschlands ist sie fast doppelt so hoch: In Berlin liegt sie bei 96, in Hamburg bei 92,7, in Hannover bei 106,1.
Zum grössten Teil dürften die regionalen Unterschiede an verschiedenen sozialen Lebensumständen wie dem Grad der Bildung und der Höhe des Verdienstes liegen, meinen Experten. Bekannt sei beispielsweise, dass vor allem Menschen mit höherer Bildung eher Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen. (sst)
Quelle: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Deutschland
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