Tierfreie Versuche: Kritik an neuer Volksinitiative
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Die Initiative «Ja zur tierversuchsfreien Zukunft» sorgte für einen Aufschrei bei den Universitäten und in der Pharmaindustrie, die negative Folgen für den Forschungsstandort Schweiz befürchten.
Basel/Bern. Die eidgenössische Volksinitiative «Ja zur tierversuchsfreien Zukunft» rief nun Vertreter:innen der Universitäten und der Pharmaindustrie auf den Plan, denn: Die Initiative will Versuche an Tieren verbieten, inklusive des Haltens, Züchtens oder Handelns mit Tieren für Tierversuche. Für die Swissuniversities, die Konferenz der Rektor:innen der schweizerischen Hochschulen und die Industrievertretung Interpharma ein No-Go. In Aussendungen warnen sie vor den negativen Auswirkungen eines Verbots von Tierversuchen für Forschung und Innovation. «Diese Verbote würden wichtige Forschungsfelder gefährden und den Fortschritt, die Innovation und Bildung in der Human- und Veterinärmedizin sowie weiteren Bereichen von Biowissenschaften und Biotechnologien erschweren oder gar verunmöglichen», heisst es von den Swissuniversities. Auch die Interpharma spricht von «gravierenden Folgen für die Entwicklung neuer Therapien und Medikamente», die Initiative sei ein «direkter Angriff auf den Forschungsstandort Schweiz».
Beide Vertretungen weisen darauf hin, dass die Schweizer Stimmbevölkerung bereits im Februar 2022 eine ähnliche Initiative mit 79.1 Prozent ablehnte. «Interpharma appelliert an Parlament und Stimmbevölkerung, auch bei der neuen Volksinitiative ein klares Zeichen für den Forschungsstandort Schweiz zu setzen. Nur so kann die Schweiz weiterhin an der Spitze des medizinischen Fortschritts bleiben und Arbeitsplätze in der Forschung sichern», wird René Buholzer, CEO von Interpharma, in einer Aussendung zitiert. Dank des sogenannten «3R-Prinzips» (Replace, Reduce, Refine) wären Forschungsprojekte mit Tieren ohnehin streng reguliert. Tierversuche werden nur dann bewilligt, wenn keine tierversuchsfreie Alternativmethode existiert (Replace). Wenn Tierversuche unabdingbar sind, dann muss die Anzahl Tiere im Versuch auf das notwendige Minimum beschränkt werden (Reduce) und die Versuchsmethoden und Haltungsbedingungen müssen möglichst wenig belastend sein (Refine). So konnte die Anzahl der in der Forschung eingesetzten Tiere von fast 400 000 im Jahr 2006 auf rund 147 000 im Jahr 2023 reduziert werden, trotz steigender Forschungsintensität in der Schweiz, heisst es von der Interpharma. Forschende, egal ob von Industrie oder Universitäten, würden heute schon darauf achten, weniger Tierversuche durchzuführen, weshalb die Volksinitiative «Ja zur tierversuchsfreien Zukunft» von beiden Vertretungen abgelehnt wird. (kagr)
Quellen: Medienmitteilungen der Interpharma und der Swissuniversities
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