Studie zeigt Mangel an Kinderärzten auf
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Eine aktuelle Studie auf der Basis einer Umfrage unter Kinderärzten zeigt auf, dass es in der Schweiz an Kinderärzten mangelt. Besonders stark ausgeprägt ist der Mangel in ländlichen Gebieten.
Bern. 60 Prozent aller rund 3300 Kinderärzte in der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie (pädiatrie Schweiz) nahmen an einer Umfrage für eine Studie des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Universität Bern zur kinderärztlichen Grundversorgung teil. Das Ergebnis: Rund zwei Drittel der Befragten gaben an, in ihrer Region einen Mangel an dieser Versorgung wahrzunehmen. Als besonders stark ausgeprägt empfanden die Teilnehmenden den Mangel in ländlichen Gebieten. Auch habe sich gezeigt, dass die Unterschiede zwischen den Kantonen gross sind, heisst es seitens der Studienautoren.
Die Umfrageergebnisse wurden mit Daten der schweizerischen Ärztegesellschaft FMH und des Bundesamtes für Statistik kombiniert, wodurch berechnet werden konnte, wie viele Kinder pro vollzeitäquivalentem Kinderarzt versorgt werden: 2024 arbeiteten schweizweit 1499 Kinderärzte in der Grundversorgung und geschätzt 1017 Vollzeitäquivalente. Das entspricht laut ISPM durchschnittlich einem Kinderarzt für 1600 Kinder unter 18 Jahren. Zum Vergleich: Für die Erwachsenenmedizin wird ein Hausarzt pro 1000 Einwohner empfohlen. In den Kantonen Genf, Basel-Stadt, Waadt und Tessin ist die Versorgung deutlich besser. Dort kommt ein Kinderarzt auf 750 bis 1100 Kinder. In Appenzell Ausserrhoden, Obwalden Schaffhausen oder Thurgau ist die Versorgung mit einem Kinderzart für 3100 bis 4750 Kinder wesentlich schlechter. Die Unterschiede werden in der Studie mit ungünstigen finanziellen Anreizen in den Kantonen mit geringer Kinderarztdichte begründet und durch immer schwierigere Arbeitsbedingungen, bedingt durch die zunehmende Bürokratie.
Für die Familien hat die ungleiche Versorgung lange Anreisewege und längere Wartezeiten zur Folge oder die Notwendigkeit, auf hausärztliche Dienste oder Spitalambulatorien auszuweichen. Dies könne den Studienautoren zufolge die Betreuung beeinträchtigen und die Gesundheitskosten erhöhen. (sst)
Quelle: Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Universität Bern
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