Psychotherapie: Kostenanstieg verlangsamte sich
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Seit Psychotherapeuten selbstständig tätig sein können, sind die Kosten für die Therapien zulasten der OKP gestiegen. Zuletzt verlangsamte sich der Kostenanstieg aber wieder.
Neuenburg. Seit Juli 2022 können psychologische Psychotherapeuten zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) auf ärztliche Anordnung hin selbstständig und auf eigene Rechnung tätig sein. Davor wurden ihre Leistungen nur unter ärztlicher Aufsicht im sogenannten Delegationsmodell vergütet oder die psychologischen Psychotherapeuten arbeiteten selbstständig im Zusatzversicherungsbereich und für Selbstzahlende.
Im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) prüfte nun das schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) mit Sitz in Neuenburg die Abrechnungsdaten von 2014 bis 2025 hinsichtlich Veränderungen durch den Systemwechsel. Das Ergebnis: Im Zuge des Systemwechsels stiegen die Kosten für die Therapien deutlich. So wurden 2025 rund 991 Millionen Schweizer Franken abgerechnet, gegenüber 528 Millionen im Jahr 2021, was einer Zunahme von 463 Millionen in vier Jahren entspricht. Der jährliche prozentuale Anstieg war im ersten vollständigen Jahr im Anordnungsmodell 2023 mit 36,4 Prozent am höchsten. Seither nimmt der Anstieg ab. 2024 lag er gegenüber 2023 bei 12,1 Prozent und 2025 im Vergleich zu 2024 bei 7,7 Prozent. Die Kosten pro versicherte Person nahmen zwischen 2021 und 2025 von 60 Franken auf 106 Franken pro Jahr zu. Der höchste prozentuale Anstieg gegenüber dem Vorjahr war 2023 mit 34,3 Prozent zu verzeichnen. Seither nimmt der Anstieg mit 10,7 Prozent im Jahr 2024 und 6,6 Prozent im Jahr 2025 ab.
Der Kostenanstieg geht auf mehrere Ursachen zurück. Rund 30 Prozent des Anstiegs sind auf Tarifänderungen zurückzuführen, weitere 6,4 Prozent auf die Entwicklung des Versichertenkollektivs. Der grösste Teil der Kostenveränderung, 63,6 Prozent, umfasst verschiedene Einflussfaktoren wie die zunehmende Inanspruchnahme psychotherapeutischer Leistungen und das erweiterte Angebot: Bis Ende 2023 wurden 5026 Praxen und 478 Organisationen gezählt, die Leistungen zulasten der OKP abrechnen, seither ist die Zahl um durchschnittlich 5,8 Prozent pro Jahr und die Zahl der Organisationen für psychologische Psychotherapie um 18 Prozent pro Jahr gestiegen. (sst)
Quelle: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (Obsan)
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