Nur wenige nutzen das elektronische Patientendossier
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Zwar ist die Zahl der Nutzer des elektronischen Patientendossiers (EPD) zuletzt gestiegen, doch ist sie immer noch sehr begrenzt geblieben.
Neuenburg. Ende Jänner 2026 nutzten 130.857 Schweizer ein elektronisches Patientendossier (EPD). Das entspricht 1,4 Prozent der Bevölkerung und bedeutet laut dem Schweizerischen Gesundheitsobservatorium (Obsan), dass die Zahl der EPD-Nutzer immer noch sehr begrenzt geblieben ist. Vergleicht man die eröffneten EPD nach Kantonen, ergeben sich Unterschiede: Mit 3,1 Prozent Anteil der Nutzer an der Bevölkerung liegt der Kanton Neuenburg vorn. Mit 2,5 Prozent liegt der Anteil der Nutzer auch im Kanton Genf über dem Durchschnittswert von 1,4 Prozent, den manche Kantone nicht erreichen. Die Unterschiede erklärt Obsan damit, dass die Kantone verschiedene Anreize für die Nutzung der EPD setzen.
Als Ursachen für die geringe Zahl der EPD-Nutzer vermutet Obsan, dass die Nutzung freiwillig ist und in bestimmten Fällen Gebühren für die Eröffnung eines EPD erhoben werden. Auch wird angenommen, dass viele Patienten kein EPD eröffnen, weil sie dessen Nutzen für beschränkt halten. Dies wiederum könnte daran liegen, dass die Dossiers wenige Dokumente enthalten. Nach jüngsten Daten sind es im Durchschnitt 46, wobei mit über 90 Prozent davon fast alle von Spitälern erstellt und in den EPD abgelegt wurden. Damit EPD in Zukunft besser genutzt werden, müssten laut Obsan Gesundheitsfachpersonen auch in Ordinationen, Apotheken und Pflegeeinrichtungen für die Ablage in EPD sensibilisiert werden. Parallel müssten Patienten verstärkt dazu gebracht werden, Gesundheitsfachpersonen Zugriffsrechte zu erteilen. Das tut bisher nur ein Viertel der EPD-Inhaber.
Grösster Anbieter des EPD ist mit 35.000 Nutzern die Stammgemeinschaft Post Sanela der Post Sanela Health AG. Die zweitgrösste Stammgemeinschaft ist CARA, die in fast allen Kantonen zugänglich ist. Die Stammgemeinschaften vernetzen Ärzte, Spitäler Pflegeeinrichtungen und Apotheken in den Kantonen mit dem Ziel, Gesundheitsdaten sicher austauschen und so die Patientenversorgung optimieren zu können. (sst)
Quelle: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (Obsan)
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