Neues Curriculum für Ethikberatung
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Die Schweizerische Gesellschaft für Biomedizinische Ethik (SGBE) hat ein Curriculum mit Zertifikatsmodell für Fachpersonen der klinischen Ethik veröffentlicht. Damit soll eine bestehende Lücke bei Ausbildung und Zertifizierung geschlossen werden.
Bern. Im Schweizer Gesundheitssystem gibt es zahlreiche Formen ethischer Beratung und Unterstützung. Bislang fehlte jedoch ein strukturiertes und koordiniertes Programm zur Zertifizierung dieser Fachpersonen.
Die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) befasst sich seit Jahrzehnten mit Fragen der Ethikausbildung und Ethikunterstützung. In den vergangenen 25 Jahren hat sie fünf nationale Umfragen zum Bestand von Ethikstrukturen in Spitälern, Psychiatrien und Rehabilitationskliniken durchgeführt. Die Ergebnisse der letzten Erhebung von 2025 liegen bereits vor und werden Anfang 2027 veröffentlicht. Sie zeigen, dass knapp zwei Drittel aller Spitäler über eine Ethikstruktur verfügen. Die Qualifizierungen der dort arbeitenden Personen sind allerdings unterschiedlich. Rund die Hälfte der Befragten würde ein Curriculum und eine national einheitliche Zertifizierung von Fachpersonen der klinischen Ethik begrüssen.
Vor diesem Hintergrund legt die SGBE als nationale Fachgesellschaft nun ein einheitliches Ausbildungscurriculum und ein pragmatisches Modell zur Zertifizierung vor. Als Vorbilder dienten Deutschland und die USA, die seit Jahren über Ausbildungs- und Zertifizierungsprogramme für klinische Ethik verfügen.
Das Curriculum richtet sich an alle Bildungsanbieter im Bereich der klinischen Ethik. Ziel sei es, die Qualität der Ethikunterstützung im Schweizer Gesundheitswesen zu verbessern und die Versorgungsgerechtigkeit bei der Bereitstellung dieser Leistungen zu erhöhen, betonte die SAMW. (tab)
Quelle: Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW)
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