Neues Bindeglied zwischen medizinischer Praxis und Forschung
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Ein neuer Verein, gebildet aus drei Spitälern und drei Institutionen aus dem ETH-Bereich, soll den Austausch zwischen Forschung und Ärzteschaft voranbringen.
Villigen. Ärzt:innen an Aargauer Spitälern können künftig über den «Verein für medizinische Forschung und Innovation im Kanton Aargau» Forschungszeit beantragen. Für sechs bis 24 Monate ist es möglich, berufsbegleitend gemeinsam mit Teams an der ETH Zürich, an der Empa oder am Paul Scherrer Institut PSI zu forschen.
Fortschritte in der medizinischen Forschung und Innovation profitieren von einer engen Zusammenarbeit zwischen Ärzt:innen einerseits sowie Forschenden andererseits. Aufgrund des zunehmenden Zeit- und Kostendrucks im Klinikalltag ist es für medizinisches Fachpersonal jedoch oft schwierig, sich aktiv an Forschungsprojekten zu beteiligen. Ein neuer Verein will nun eine Brücke schlagen – daran beteiligt sind drei Spitäler im Kanton Aargau und drei Institutionen des ETH-Bereichs. Am 3. Juni 2024 haben die Kantonsspital Aarau AG, die Kantonsspital Baden AG, die Hirslanden Klinik Aarau AG, die ETH Zürich, die Empa sowie das Paul Scherrer Institut PSI gemeinschaftlich den «Verein für medizinische Forschung und Innovation im Kanton Aargau» gegründet. Ziel ist es, dass Ärzt:innen, die an Aargauer Spitälern vorwiegend klinisch arbeiten, über diesen Verein Forschungszeit beantragen können. Im Rahmen dieser Forschungszeit arbeiten sie dann an gemeinsamen Projekten mit Forschenden der ETH Zürich, der Empa oder dem Paul Scherrer Institut. Die Forschungszeit ist berufsbegleitend auf sechs bis 24 Monate angelegt.
Der Verein kompensiert mit finanziellen Beiträgen die von den Spitälern ermöglichte Forschungszeit. Der Verein wiederum erhält für die ersten fünf Jahre eine einmalige Anschubfinanzierung von insgesamt 1 Million CHF von den teilnehmenden Institutionen und Spitälern (50 %) sowie vom Kanton Aargau (50 %). Damit werden jährlich fünf bis acht Anträge auf Forschungszeit bewilligt. Langfristig soll der Verein ausschliesslich durch Drittmittel, beispielsweise von Stiftungen oder Donationen, getragen werden.
Vielseitige Erfahrungen bündeln
«Die Stärken des ETH-Bereichs reichen von der Grundlagenforschung bis hin zur Entwicklung neuer Technologien», sagt Christian Rüegg, Direktor des Paul Scherrer Instituts. «Es ist uns immer wichtig, früh in den Kontakt mit der Praxis zu kommen. Im medizinischen Bereich brauchen wir also die konkrete Erfahrung der Fachärztinnen und -ärzte, damit sich eine neue Entwicklung bewähren kann.» Rüegg verweist auf die bereits bestehenden, sehr erfolgreichen Kooperationen zwischen den Aargauer Spitälern und dem ETH-Bereich, darunter die Protonentherapie und die Radiopharmazie am PSI sowie die Forschungskooperation «Clinical – Research ETH@KSB» zwischen der ETH Zürich und dem Kantonsspital Baden.
«Der neu gegründete Verein wird neue Forschung und Entwicklungen in der Medizin bereichern und beschleunigen», ist sich auch Jürg Hans Beer sicher. Der Mediziner leitet eine Forschungsgruppe an der Universität Zürich und ist zudem klinisch am Kantonsspital Baden tätig. Im neu gegründeten Verein leitet Beer nun das Evaluationskomitee, welches die eingereichten Projekte sichtet und bewertet. «Das Ausschreibungsverfahren ist kompetitiv angelegt und wir beurteilen nach klar definierten Qualitätskriterien», erklärt Beer.
Win-win-Situation für alle Beteiligten
Laut den beteiligten Institutionen haben die bisherigen Kooperationen gezeigt, dass ein Bedarf an einem vertieften und breiteren Austausch besteht. Neu entwickelte Technologien und Konzepte aus den Laboratorien der beteiligten Forschungsinstitutionen schneller und effizienter in die klinische Praxis zu überführen – die sogenannte translationale Medizin –, ist denn auch eines der Hauptanliegen der neuen Partnerschaft. Der Austausch solle helfen, Herausforderungen der klinischen Praxis zu identifizieren, das Wissen aus der Praxis frühzeitig in neue Entwicklungen einfliessen zu lassen sowie neue Resultate und Innovationen im klinischen Alltag zu testen. (red)
Quelle: Medienmitteilung PSI
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