Magic Mushrooms machen das Gehirn empfänglicher
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Der Wirkstoff Psilocybin richtet die Aktivität des Gehirns stärker auf das aktuelle Geschehen aus, wie eine neue Studie mit Beteiligung der Universität Zürich zeigt. Das könnte erklären, warum psychedelische Therapien wirken.
Zürich. Klassische Psychedelika wie Psilocybin, LSD oder DMT wecken seit Jahren Hoffnungen in der Psychiatrie – insbesondere bei schwer behandelbaren Erkrankungen wie Depressionen. Wie ein psychedelischer Rausch jedoch langfristige psychische Veränderungen bewirken kann, ist noch nicht vollständig geklärt. Bisherige Studien deuteten darauf hin, dass Psychedelika festgefahrene Netzwerke des Gehirns auflockern. Der sogenannten «Entropie-Hypothese» zufolge entsteht dabei eine Art nützliches neurologisches Chaos, das das Gehirn flexibler macht.
Eine neue internationale Studie, an der auch Forschende der Universität Zürich mitwirkten, liefert nun ein differenzierteres Bild. Die Forschenden untersuchten 62 Erwachsene, die Psilocybin erhielten, mittels Hirnscans. Die Proband:innen ruhten dabei mit geschlossenen Augen, meditierten, hörten Musik oder sahen ein Video. Das Ergebnis: Das Gehirn wurde unter Psilocybin nicht einfach chaotischer. Vielmehr bildete die Hirnaktivität je nach Situation unterschiedliche Muster. Der Wirkstoff schien die Gehirnaktivität stärker an den jeweiligen Kontext zu koppeln.
Die Forschenden vermuten, dass Psilocybin aktuelle Sinneseindrücke stärker gewichtet. Das könnte erklären, warum Menschen während eines psychedelischen Erlebnisses häufig eine besonders intensive Verbindung zu ihrer Umgebung empfinden. Zugleich könnte darin ein Ansatz für die Therapie liegen: Das Gehirn wird möglicherweise vorübergehend empfänglicher für neue Erfahrungen und Perspektiven.
Tatsächlich zeigte sich: Je stärker die Hirnaktivität der Proband:innen mit ihrer Umgebung gekoppelt war, desto intensiver beschrieben sie ein Gefühl tiefer Verbundenheit. Dieses wiederum stand am nächsten Tag mit einer positiveren Lebenseinstellung und einem stärkeren Gefühl von Sinnhaftigkeit in Zusammenhang.
Allerdings wurde die Studie mit gesunden Menschen durchgeführt. Ob sich die Ergebnisse auf Menschen mit Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen übertragen lassen, ist noch offen. (red)
Quelle: Nature
Service: Publikation
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