Geplante Gesundheitsstudie fällt Sparstift zum Opfer
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Wie sich Chemikalien aus der Umwelt auf die Gesundheit auswirken: Das sollte durch eine gross angelegte Gesundheitsstudie erhoben werden. Daraus wird nun nichts, sie fiel dem Sparstift zum Opfer.
Bern. Das eine sind die Pestizide, Pflanzenschutzmittel, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, um Nutzpflanzen vor Schädlingen zu schützen: Wir führen sie uns über Obst und Gemüse zu. Das andere sind PFAS-Chemikalien, mit denen wir über Alltagsprodukte wie Antihaftbeschichtungen oder Kleidung in Kontakt kommen. Beide Substanzen, Pestizide und PFAS-Chemikalien, sind vom Körper kaum abbaubar. Wie sie sich auf unsere Gesundheit auswirken, sollte mit einer gross angelegten Langzeitstudie untersucht werden, der «Schweizer Gesundheitsstudie».
Doch daraus wird nun nichts. Der Bund muss sparen, und so setzte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bei der «Schweizer Gesundheitsstudie» den Sparstift an. Das Projekt wird nicht weiterverfolgt. Die Studie hätte jährlich Kosten in der Höhe von zehn bis zwölf Millionen Franken verursacht. Geplant war eine Laufzeit von 20 Jahren mit Gesamtkosten von bis zu 240 Millionen Franken.
Bereits abgeschlossen ist eine Pilotstudie zu der geplanten grossen Studie. Carlo Largiader, assoziierter Professor für Pharmakogenetik an der Universität Bern, gehörte zum Leitungsteam dieser Studie. «Die Daten der geplanten Gesundheitsstudie wären sehr wertvoll für die Politik und die Prävention gewesen», sagt er. An der Pilotstudie hatten 789 Freiwillige aus den Kantonen Bern und Waadt mitgemacht. Dabei waren in sämtlichen Blutproben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer PFAS-Chemikalien nachgewiesen worden. In 3,6 Prozent davon wurde ein für die Gesundheit relevanter Schwellenwert überschritten.
An der Schweizer Gesundheitsstudie hätten hunderttausend Freiwillige im Alter zwischen 20 und 69 Jahren teilnehmen sollen. Ihr Blut und ihr Urin hätten regelmässig und über mindestens 20 Jahre auf Pestizide und PFAS-Chemikalien getestet werden sollen, nebenher auch auf weitere Stoffe wie Schwermetalle. Zusätzlich wären Umweltbelastungen in der Wohnregion der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ihr Lebensstil und ihre Gesundheit dokumentiert worden. Von der Studie erhoffte man sich, Zusammenhänge zwischen einer möglichen Schadstoffbelastung, dem Verhalten der Leute und ihrer Gesundheit herauszufinden. (sst)
Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG)
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