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Geheimnis um Spanische Grippe gelüftet

Schweizer Forschende haben das Virusgenom der Spanischen Grippe rekonstruiert. Die Erkenntnisse können helfen, zukünftige Pandemien besser zu überstehen.

Basel/Zürich. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Verena Schünemann, Professorin für Naturwissenschaftliche Archäologie an der Universität Basel, hat das erste Schweizer Virusgenom der Influenzapandemie von 1918–1920 entschlüsselt. Der Vergleich mit bekannten Genomen aus Deutschland und Nordamerika zeigte, dass das Schweizer Virus bereits zu Beginn der Pandemie drei Schlüsselanpassungen an den menschlichen Wirt aufwies. Zwei Mutationen ermöglichten dem Virus eine Resistenz gegenüber einer antiviralen Komponente des Immunsystems, die dritte verbesserte die Bindung an menschliche Zellrezeptoren. Damit war das Virus nicht nur infektiöser, sondern auch widerstandsfähiger gegenüber der menschlichen Abwehr. «Wenn wir die Dynamiken besser verstehen, wie sich Viren während einer Pandemie über einen langen Zeitraum an den Menschen anpassen, können wir daraus Modelle für zukünftige Pandemien entwickeln», betonte Schünemann.

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