Fachleute fordern fairen Adipositas-Dialog
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Die Fachgesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie warnt vor einer Stigmatisierung erkrankter Personen durch eine aktuelle Diskussion zur Kostenerstattung. Evidenzbasierte, faire Entscheidungen sollen im Fokus stehen.
Baden. Die Schweizerische Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie (SGED-SSED) kritisiert die aktuelle Diskussion über die Kostenerstattung von Anti-Adipositas-Medikamenten. Diese entferne sich zunehmend von wissenschaftlicher Evidenz und werde durch stigmatisierende Narrative geprägt. Mit Blick auf die hohe Prävalenz – 43 Prozent der Bevölkerung sind übergewichtig oder adipös – fordert die Fachgesellschaft ein entschiedenes Vorgehen gegen eine der grössten gesundheitlichen Herausforderungen der Schweiz. Lebensstiländerungen wie Ernährungsumstellungen, mehr Bewegung und Verhaltenstherapie bleiben laut SGED-SSED zentrale Elemente der Behandlung. Doch viele Betroffene schaffen es nicht, allein dadurch eine klinisch relevante Gewichtsabnahme zu erzielen oder langfristig zu halten. Auch chirurgische Eingriffe können den steigenden Bedarf nicht auffangen.
In den vergangenen Jahren sind neue medikamentöse Therapien hinzugekommen, deren Wirksamkeit in Bezug auf Gewichtsreduktion, Stoffwechsel und Vorbeugung von Folgeerkrankungen durch klinische Studien belegt ist. Internationale Fachgesellschaften und die WHO betrachten diese Medikamente inzwischen als unverzichtbar für die Behandlung von Adipositas und Typ-2-Diabetes. Vor diesem Hintergrund fordert die SGED-SSED, dass Adipositastherapien wissenschaftlich fundiert, ökonomisch umfassend, unabhängig und respektvoll bewertet werden. Sie ruft Politik, Versicherer, Leistungserbringer und Patient:innenvertretungen auf, im Dialog mit der Wissenschaft evidenzbasierte und faire Lösungen zu erarbeiten. (red)
Quelle: SGED-SSED
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