Erster Generikaanbieter warnt vor Engpässen
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Seit Dezember gilt eine neue Verordnung für Preissenkungen bei Generika in der Schweiz. Nun warnt der erste Hersteller vor möglichen Lieferengpässen.
Die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) verordneten Preissenkungen, die am 1. Dezember 2024 in Kraft getreten sind, könnten durch einen erhöhten Preisdruck die Medikamentenversorgung gefährden, warnt nun das Schweizer Pharmaunternehmen Mepha. Die Preissenkungen würden dazu führen, dass die inflationsbedingt gestiegenen Produktions- und Vertriebskosten von immer mehr Medikamenten nicht mehr gedeckt werden können und die Preise bis zur Unrentabilität sinken. Mepha geht davon aus, dass sich die Medikamentenengpässe in diesem Winter aufgrund der aktuellen Preissenkungen weiter verschärfen werden und Patient:innen so vermehrt gezwungen sein werden, auf teurere Originale auszuweichen. In Ländern wie Deutschland hätte der Preisdruck bereits dazu geführt, dass immer mehr Generika vom Markt verschwinden, weil sich deren Produktion nicht mehr lohnt. Dieses Szenario drohe auch der Schweiz. «In Zukunft muss es möglich sein, die Preise von sehr günstigen Generika aufgrund der inflationsbedingt höheren Produktions- und Vertriebskosten gegen oben anzupassen, um langfristig eine stabile Versorgung bieten zu können. Bei Generika, die einem behördlich auferlegten Pflichtlagerzwang unterliegen, darf es keine weiteren Preissenkungen mehr geben», fordert deshalb Andrej Salát, General Manager von Mepha und Teva in der Schweiz.
Anders sieht dies – wie berichtet – der Preisüberwacher. Der Preisüberwacher hat Ende September 2024 die Schweizer Publikumspreise von 20 umsatzstarken patentabgelaufenen Wirkstoffen (jeweils des Originalpräparats und des zugehörigen günstigsten Generikums) mit den Preisen in 15 europäischen Ländern verglichen. Mit dem Ergebnis: Die Preise der jeweils günstigsten Generika in der Schweiz sind im Vergleich durchschnittlich deutlich mehr als doppelt so hoch (+156 Prozent), die patentabgelaufenen Originalmedikamente sind um 62 Prozent teurer. Die Ergebnisse dieser Analyse verdeutlichen laut Preisüberwacher das immer noch beträchtliche Einsparungspotenzial in diesem Bereich. Gleichzeitig zeigen sie auf, dass die bisher umgesetzten Massnahmen nicht ausreichen, um die erhofften Preissenkungen zu erzielen. Um die Preise wirksam zu senken, seien daher weitere Massnahmen im Dienste der Kostendämpfung – wie beispielsweise eine Preisbildung für Generika und Biosimilars auf Basis eines Auslandpreisvergleichs – zwingend erforderlich. (red)
Quelle: Medienmitteilung Mepha
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