Daten-Puzzle bei Demenzpatient:innen
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In der Schweiz werden keine systematischen Daten über Demenz gesammelt. Ein aktueller obsan-Bericht will Licht ins Dunkel bringen: Musterverläufe werden rekonstruiert und die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems ausgewertet.
Neuchâtel. Demenz ist eine schwere und häufige Erkrankung. In der Schweiz sind rund 156 900 Personen davon betroffen. Systematisch aufgearbeitete Daten fehlen dennoch. Eine Studie des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (obsan) will nun Licht ins Dunkel bringen. Angestossen wurde die Arbeit von der Nationalen Plattform Demenz und in weiterer Folge vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) beauftragt. Das Ziel: Mittels Bestandesaufnahme und Auswertung bestehender Datenbanken sollen verfügbare Informationen über Demenzpatient:innen zusammengetragen, in der Folge typische Behandlungsabläufe rekonstruiert und daraus Hinweise abgeleitet werden, wie diese Patient:innengruppe das Gesundheitssystem in Anspruch nimmt.
Die Ergebnisse zeigen ein sehr diverses Nutzungsverhalten von Menschen mit Demenz. «Über die ganze Grundgesamtheit hinweg wurden die Betroffenen in ihren letzten vier Lebensjahren im Durchschnitt 3,4-mal hospitalisiert und haben 12,3 ambulante Konsultationen im Spital in Anspruch genommen. Zudem lebten 72,3 Prozent der Patientinnen und Patienten bei ihrem Tod in einem Pflegeheim und 18,8 Prozent hatten mindestens einen vorübergehenden Pflegeheimaufenthalt hinter sich», heisst es in dem Bericht. Allerdings seien je nach Behandlungsverlauf grosse Unterschiede festzustellen: «Die Ergebnisse lassen die Vermutung zu, dass die Inanspruchnahme des Versorgungssystems stark von den anderen somatischen Erkrankungen der Patientinnen und Patienten abhängt», wird in der Studie dargelegt.
Was die Datenlage angeht, kommt obsan zu dem Schluss, dass vorhandene Quellen «durch Hinzufügen von Variablen in den Datenbanken und/oder durch die Nutzung privater Datenbanken teilweise ergänzt werden könnten». Die grösste statistische Lücke wird im Bereich der ambulanten Versorgung registriert. Was die Analyse von Behandlungsverläufen angeht, regt der Bericht weitere Forschungsarbeiten hinsichtlich der Schnittstellen zwischen den Versorgungsstrukturen sowie zu regionalen Herausforderungen und zur Organisation des Versorgungssystems an. (red)
Quelle: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium
Service: Publikation
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