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«Das Fass ist voll. Es braucht rasche Lösungen»

FMH-Präsidentin Dr. Yvonne Gilli kritisiert im Interview den Kostendruck im Gesundheitswesen. Der Ärzteverband drängt umgekehrt auf die Tarifreform.

Beide Initiativen versprechen tiefere Prämien, haben aber ganz unterschiedliche Ansätze. Die Kostenbremse-Initiative koppelt die Entwicklung der Kosten in der obligatorischen Krankenversicherung an die Konjunktur. Das ist ein fataler Fehler und eine Katastrophe für die Gesundheitsversorgung der Schweiz. Wäre die Kostenbremse-Initiative im Jahr 2000 eingeführt worden, würde heute über ein Drittel der Leistungen der Grundversicherung nicht mehr vergütet. Rationierung und lange Wartezeiten in der Grundversicherung wären die Folge. Diese Zweiklassenmedizin trifft die Menschen, die auf eine solidarisch finanzierte Gesundheitsversorgung angewiesen sind. Der Hintergrund ist, dass ja bei schlechter wirtschaftlicher Entwicklung die Gesundheitskosten steigen. Es wird umgekehrt auch für die Wirtschaft wichtig sein, wie gut dann die Versorgung ist, damit sich die Wirtschaft erholen kann. Es gibt kein Beispiel in einem anderen Land, wo eine solche Kostengrenze erfolgreich war. Es wird aber auch in der Umsetzung dann nicht einfach werden, die Kostengrenze festzulegen und das dann jährlich zu prüfen. Wir haben schon jetzt zu viel Regulation und Administration im System und darunter leiden wir schon jetzt. Wir bekämpfen die Kostenbremse deshalb in einer grossen Allianz.

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