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34. Jahreskongress GOTS

„Vorbereitung ist alles“

<p class="article-intro">Unter dem Motto „Sport-Medizin – von 0 auf 100“ fand vom 27. bis 29. Juni der 34. Jahreskongress der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) statt. Kongresspräsident Dr. Rolf Michael Krifter berichtet im Interview.</p> <hr /> <p class="article-content"><p><em><strong>350&ndash;500 Teilnehmer wurden zum Kongress in Salzburg erwartet. Wie viele waren es tats&auml;chlich?</strong></em><br /><em><strong> R. M. Krifter:</strong></em> Wir haben die Erwartungen sogar &uuml;bertreffen k&ouml;nnen: Wir hatten insgesamt knapp 600 Teilnehmer aus 14 Nationen &ndash; von Japan bis Brasilien &ndash; inklusive der Aussteller von 49 Firmen in einer wirklich sch&ouml;nen und interessanten Industrieausstellung neben Teilnehmern von der Bergrettung und Alpinmedizin und nat&uuml;rlich unseren tollen Ehreng&auml;sten!</p> <p><em><strong>Die Organisation eines solchen Kongresses ist sicher eine gro&szlig;e Herausforderung gewesen. Worauf sind Sie besonders stolz?</strong></em><br /><em><strong> R. M. Krifter:</strong> </em>Ja, die Vorarbeiten von ca. 1 Jahr habe ich sicher untersch&auml;tzt, aber es ist uns gelungen, einen wissenschaftlich hochrangigen Kongress mit &uuml;ber 120 wissenschaftlichen Beitr&auml;gen, internationalen Rednern, neuen Symposien und Vortragsformaten zu kombinieren mit cooler Stimmung, Liveacts (Bergrettungs&uuml;bung, Ehrengastvortr&auml;ge, Sportlerdiskussion, Sport live) und Raum f&uuml;r Diskussion und Kontakte in einem sch&ouml;nen Ambiente. Und das Feedback war wirklich toll! Auch dass wir Topreferenten aus allen Teilen der Welt hatten und ich meinen ehemaligen Chef, Prof. Reinhard Graf, einladen durfte, war wirklich sch&ouml;n und eine gro&szlig;e Ehre.</p> <p><em><strong>Neben Sport mit Prothese und Sport mit Arthrose war ein weiterer Schwerpunkt Kindern gewidmet: Sportverletzungen bei Kindern einerseits und andererseits das Thema Schulsport. Gibt es, was den Schulsport betrifft, l&auml;nderspezifische Unterschiede? Und was halten Sie f&uuml;r besonders wichtig beim Sport in der Schule?</strong></em><br /><em><strong> R. M. Krifter:</strong></em> Sport im Kindes- und Schulalter sollte uns allen ganz wichtig sein &ndash; da werden die Grundsteine der Gesundheit gelegt, das ist ja vielfach belegt. In einem Vortrag wurden am Kongress dezidiert die negativen Auswirkungen von &bdquo;no sport&ldquo; aufgezeigt. So sehen wir in der GOTS fr&uuml;he F&ouml;rderung und Motivation zu Bewegung und Sport als essenziell an, das muss auch in der Gesellschaft herausgestrichen werden. In den europ&auml;ischen L&auml;ndern gibt es tolle Programme und viele gute Voraussetzungen im Vergleich zu anderen L&auml;ndern. Ganz besonders wichtig ist aber die individuelle Motivation und F&ouml;rderung von Spiel und Sport, gerade im Zeitalter der &Uuml;berdigitalisierung, wo eine wirklich gro&szlig;e Bedeutung den Eltern, Lehrern und Jugendverb&auml;nden zukommt. Im Schulalter sollte auch die L&uuml;cke zwischen normaler Bewegung und Leistungssport durch spezielle Schulsportlehrkr&auml;fte oder Zusatzangebote in und neben der Schule besser gef&uuml;llt werden. Denn es kann nicht jeder Volksschullehrer auch noch Sportlehrer und Sportcoach sein.</p> <p><em><strong>Sportliche Bet&auml;tigung ist gewissen Modetrends unterworfen. Neue Trendsportarten bringen wahrscheinlich auch neue Verletzungsmuster mit sich. Was sind aktuell die Herausforderungen f&uuml;r Sportmediziner?</strong></em><br /><em><strong> R. M. Krifter</strong></em>: Neue sogenannte Trendsportarten wie MTB-Downhill, Freeski, Freeclimbing usw. bringen in heutiger Zeit nach dem Motto &bdquo;schneller, h&ouml;her, radikaler&ldquo; sicher eine h&ouml;here Rasanz mit sich, aber entgegen den Bef&uuml;rchtungen sind die Verletzungszahlen nicht in gleichem Ma&szlig;e gestiegen. Coole Schutzausr&uuml;stungen sind in und wirksam, spezielle Funparks und deklarierte Sportst&auml;tten sind sicherer und die Sportler auch meist gut trainiert. Aber nat&uuml;rlich ist jede Verletzung ein Problem, wenn sie eingetreten ist, und somit ist derzeit &bdquo;injury prevention&ldquo; das ganz gro&szlig;e Thema in der GOTS und war es auch am Kongress. Vorbereitung ist da alles &ndash; auch f&uuml;r uns Mediziner.</p> <p><em><strong>Eine Teilnahme am GOTS-Kongress besteht traditionell nicht nur aus Sitzen und Zuh&ouml;ren. Da wird auch Bewegung gefordert bzw. angeboten. Was wurde diesmal an k&ouml;rperlichen Aktivit&auml;ten f&uuml;r die Kongressbesucher geboten?</strong></em><br /><em><strong> R. M. Krifter:</strong></em> Ja, in Zeiten vom &Uuml;berangebot an Kongressen muss man sich etwas einfallen lassen. Wir haben den alpinen Vorteil der &Ouml;sterreicher genutzt und den Bergsport mit der Bergrettung als Bonus: Abseilen und Klettern am Kletterturm war da mal was ganz Neues, auch Stand-up-Paddling war m&ouml;glich und der morgendliche Kongresslauf war ein sehr gut besuchter Charityrun zugunsten der &bdquo;wings4life&ldquo;-Stiftung &ndash; bei herrlichem Wetter durch und um die Stadt Salzburg. Zum Ausgleich konnte man Yoga machen, um sich vor dem Gettogether zu entspannen.</p> <p><em><strong>Waren auch Sportler als Referenten geladen?</strong></em><br /><em><strong>R. M. Krifter:</strong> </em>Sportler live am GOTSKongress zu haben, ist immer ein Highlight. Wir hatten Topvertreter der 5 neuen olympischen Sportarten Klettern, Baseball, Surfen, Skateboarden und Karate auf der Diskussionsb&uuml;hne. In einer Moderation konnte man so live aus erster Hand erfahren, wo die St&auml;rken und Vorteile, aber auch eventuelle Gefahren und Verbesserungspotenziale der neuen olympischen Sportarten liegen &ndash; eine tolle M&ouml;glichkeit! Auch war als spezieller Vortragsredner Klaus Hoi zu Gast, der uns als Bergsteigerlegende pers&ouml;nliche Einblicke in &uuml;ber 70 Jahre Klettersport gab. Und als &Uuml;berraschungsgast hat uns der Rallye-Dakar-Sieger Matthias Walkner noch am Festabend beehrt und einen ganz besonderen Taxi-Transfer gemacht!</p> <p><em><strong>Im Rahmen des GOTS-Jahreskongresses wird ja auch immer der &bdquo;Sportarzt des Jahres&ldquo; gek&uuml;rt. Dieses Jahr wurde Dr. Gerhard Oberthaler ausgezeichnet. Was sind seine besonderen Verdienste?</strong></em><br /><em><strong> R. M. Krifter:</strong></em> Wir versuchen immer, Kolleginnen bzw. Kollegen hervorzuheben, die in der Praxis und Umsetzung stark sind, wo die Arbeit auch sichtbar wird, ganz nach unserem Motto &bdquo;GOTS &ndash; we care about sports!&ldquo; Gerhard Oberthaler hat neben seiner steten T&auml;tigkeit im GOTS-Vorstand und in der Sportlerbetreuung des Skiverbandes und der Eishockeyspieler mit der Aufsetzung des Zertifikat- Sportarzt-Kurses sicher eine Weiche gestellt, die angehende Sport&auml;rzte auf ein h&ouml;heres Niveau bringt, was wir auch an den vielen Anmeldungen sehen. Zuk&uuml;nftig kann eine akademische Fortsetzung nun in einem Masterkurs internationalisiert werden.</p> <p>&nbsp;</p> <p>Informationen zum Zertifikat GOTS-Sportarzt auf: www.gots.org und www.gots.at</p></p>
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