Tripel-Kombination zeigt gute Sicherheit und Wirksamkeit in erster Therapielinie
Patienten mit vorher nicht behandeltem Mantelzelllymphom (MCL) zeigen in der OAsis-Studie ein tiefes und anhaltendes Ansprechen unter Behandlung mit Ibrutinib, Obinutuzumab und Venetoclax. Das Regime erwies sich zudem im frühen Einsatz als sehr sicher und verträglich.
Die dreiarmige Phase-I/II-Studie OAsis untersuchte die Möglichkeit der Kombination der drei neuen, sehr effektiven Substanzen Ibrutinib, Venetoclax und Obinutuzumab bei zuvor nicht behandelten MCL-Patienten. Primäres Studienziel war die minimal toxische Dosis (MTD) von Venetoclax in Kombination mit Ibrutinib (560 mg/Tag) und Obinutuzumab (1 mg/m2) in fixer Dosierung. Die Studie wurde vom Universitätskrankenhaus in Nantes (Frankreich) initiiert und in Frankreich und Großbritannien durchgeführt. In die Studie wurden zwei Patientenkohorten eingeschlossen: Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Mantelzelllymphom, welche mit Ibrutinib und Obinutuzumab (Kohorte A; n=9) oder zusätzlich Venetoclax (Kohorte B; n=24) behandelt wurden, sowie Patienten mit neu diagnostiziertem MCL (Kohorte C; n=15), die ebenfalls die Tripelkombination erhielten. Beim EHA wurden die Auswertungen zur Kohorte C präsentiert.
Eingeschlossene Patienten wiesen eine vergleichsweise aggressive Erkrankung für das neu diagnostizierte Patientenklientel auf. Dennoch wurde nach 6 Zyklen ein komplettes Ansprechen (CR) bei 80% und ein partielles Ansprechen (PR) bei 13% der Patienten laut Cheson (1999)-Kriterien bzw. bei 86% und 7% der Patienten laut Lugano-Kriterien beobachtet. Alle 12 Patienten, die nach 3 Zyklen, bzw.11 Patienten, die nach 6 Zyklen bezüglich der minimalen Resterkrankung (MRD) auswertbar waren, zeigten MRD-Negativität. Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 14 Monaten war nur ein Patient progredient, 14 Patienten waren weiterhin in CR und unter Therapie. Die Rate an progressionsfreiem Überleben (PFS) nach einem Jahr betrug 93,3%, die Gesamtüberlebensrate (OS) nach einem und zwei Jahren 100%. Die Dreierkombination wurde gut vertragen, was möglicherweise auf einen Vorteil bei frühem Einsatz für dieses Regimes hinweist.
Fazit
Die Tripeltherapie mit Ibrutinib, Obinutuzumab plus Venetoclax zeigt ein gutes Sicherheitsprofil bei vorher nicht behandelten Patienten. Mit der hohen MRD-Rate ist das Regime eine attraktive Option für MCL-Patienten mit bislang nicht behandelter Erkrankung und wird in einer größeren Studie, der Ende 2020 startenden OAsis II-Studie, untersucht werden.
Quelle: Le Gouill S et al.: Ibrutinib, venetoclax plus obinutuzumab in newly diagnosed mantle cell lymphoma patients: OAsis phase I/II trial. EHA 2020, Abstr. #S228
Bericht: Dr. Ine Schmale
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