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Lang anhaltende FIX-Aktivität mit AMT-060
Jatros
30
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21.09.2017
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<p class="article-intro">Das Ziel der Gentherapie bei Patienten mit schwerer oder moderater Hämophilie B sind die effektive Kontrolle von spontanen Blutungen, das Absetzen der kontinuierlichen Prophylaxe, ein langfristiger mehrjähriger Nutzen durch eine einzige Applikation und die Verbesserung der Lebensqualität.</p>
<hr />
<p class="article-content"><p>Dazu soll eine FIX-Aktivität von 5–40 % erreicht werden, die mit dem Phänotyp einer milden Erkrankung mit sehr seltenen spontanen Blutungen einhergeht und eine Prophylaxe unnötig macht. Ein Vektor, mit dem dieses Ziel erreicht werden könnte, ist AMT- 060 (AAV5-hFIX). Beim ISTH präsentierte Wolfgang Miesbach, Universitätsklinikum Frankfurt, die aktualisierten Ergebnisse einer Phase-I/II-Dosiseskalationsstudie mit AMT-060 mit einer Nachbeobachtungszeit von bis zu 1,5 Jahren (ISTH-Abstr. #OC13.2).<br /><br /> In die Studie wurden Erwachsene mit schwerer oder moderat schwerer Hämophilie B (Faktor IX ≤2 % ) eingeschlossen, die entweder einer kontinuierlichen Prophylaxe oder bei Bedarf einer FIX-Substituierung bedurften und entweder ≥4 Blutungen pro Jahr hatten oder eine chronische hämophile Arthropathie aufwiesen. 10 Patienten haben AMT-060 in zwei Dosierungen erhalten und werden nun für 5 Jahre nachbeobachtet. Es wurde ein stabiler dosisabhängiger Anstieg der endogenen FIX-Aktivität in beiden Dosierungskohorten beobachtet. Die Anzahl jährlicher Blutungsepisoden wurde unter der geringeren Dosierung um 54 % von 14,4 auf 6,6 gesenkt, spontane Blutungen pro Jahr um 58 % von 9,8 auf 4,2 Blutungen. In der zweiten Patientenkohorte betrug die Reduktion aller Blutungen 64 % (von 4 auf 1,5 Blutungen pro Jahr) und die Reduktion spontaner Blutungen 84 % (von 3 auf 0,5 Blutungen pro Jahr). Es traten in dieser Kohorte innerhalb eines Jahres nur 2 spontane Blutungen bei einem Patienten und keine Spontanblutung innerhalb der letzten 6 Monate der Nachbeobachtungszeit auf. Die kumulative jährliche FIX-Supplementierung für alle 10 Patienten wurde um 79 % reduziert. 8 Patienten konnten auf eine regelmäßige Prophylaxe komplett verzichten.<br /><br /> An therapieassoziierten Nebenwirkungen wurden 14 Ereignisse bei 6 der 10 Studienteilnehmer berichtet. Dies waren hauptsächlich erhöhte Leberenzyme, Pyrexie und Ängstlichkeit. An klinisch relevanten Nebenwirkungen wurde bei einem Patienten ein kurzzeitiges Fieber in den ersten 24 Stunden nach AMT-060-Applikation beobachtet. Zwei Patienten zeigten milde, asymptomatische Erhöhungen der Leberenzyme. Die Leberwerterhöhungen konnten ohne Verlust der FIX-Aktivität kontrolliert werden. 3 Patienten wurden vorsorglich mit Prednison behandelt.</p> <p><span class="link-color"><a class="article-link" href="../fachthemen/8791" data-locked="0">zurück zum Themenschwerpunkt zum ISTH 2017 Congress</a></span></p></p>
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