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Melanom

Erstlinientherapie mit kombinierten Strategien mögliche Option bei BRAF-Mutation

Bei annähernd der Hälfte der Patient:innen mit metastasiertem Melanom sind die Tumoren BRAF-V600E/K-mutiert. Mit der STARBOARD-Studie wurde placebokontrolliert untersucht, ob eine Kombination aus zielgerichteter Therapie plus Immuntherapie einen Vorteil gegenüber der alleinigen Immuntherapie zeigt.

Für Patient:innen mit metastasiertem Melanom und BRAF-V600-Mutationen ist die Immuntherapie der Standard der Erstlinientherapie und beinhaltet häufig keinen BRAF/MEK-gerichteten Inhibitor. Die Studie STARBOARD zeigte in einer einleitenden Phase zur Sicherheit mit Encorafenib (BRAF-Inhibitor), Binimetinib (MEK-Inhibitor) und Pembrolizumab (PD-1-Checkpoint-Inhibitor) sowohl die Tolerabilität der Therapie als auch vorteilhafte Ansprechraten. Beim ESMO-Kongress 2026 präsentierte Prof. Dr. Dirk Schadendorf die finale Analyse von Ansprechen, progressionsfreiem Überleben (PFS), Gesamtüberleben (OS) und Sicherheit des Phase-III-Teils der STARBOARD-Studie.

Im Phase-III-Teil der Studie STARBOARD erhielten 220 Patient:innen randomisiert die Triplet-Therapie mit Encorafenib, Binimetinib und Pembrolizumab oder im Kontrollarm eine Anti-PD-1-Monotherapie mit Pembrolizumab plus Placebo. Der primäre Endpunkt war die objektive Ansprechrate (ORR) laut unabhängigem Review. Zunächst war der Einschluss von 600 Patient:innen in den Phase-III-Teil der Studie geplant, um die Power für das PFS als primären Endpunkt zu haben. Da die Studie schlecht rekrutierte, wurde die Rekrutierung mit 220 Patient:innen geschlossen und der primäre Endpunkt zum Ansprechen geändert.

Im Ergebnis wurde mit der Triplet-Therapie ein Ansprechen bei 70,0% und mit der Kontrolltherapie bei 32,7% der Patient:innen erreicht (p<0,0001). Eine Komplettremission zeigten 10,9% versus 4,5% der Patient:innen. Auch bezüglich des PFS wurde ein statistisch signifikanter Vorteil für die Triplet-Therapie gegenüber dem Kontrollarm beobachtet. Im Median betrug das PFS 33,0 Monate im Triplet-Arm versus 3,4 Monate im Kontrollarm. Nach 24 Monaten lebten 54,8% versus 26,4% ohne Krankheitsprogress (HR: 0,33; 95% CI: 0,24–0,46; p<0,0001). Der PFS-Vorteil war konsistent in allen untersuchten Subgruppen. Bezüglich des OS wurde im Trend ein Vorteil für die Triplet-Therapie beobachtet, die statistische Signifikanzgrenze wurde jedoch nicht erreicht (HR: 0,71; 95% CI: 0,48–1,05). Der Median war in beiden Studienarmen noch nicht erreicht. Nach 24 Monaten lebten 76,6% versus 64,2% der Patient:innen. Es wurden in beiden Studienarmen keine neuen Sicherheitssignale und keine fatalen Nebenwirkungen berichtet. Nebenwirkungen von Grad 3–4 traten häufiger unter der kombinierten Therapie auf (70% vs. 39,1%).

Fazit

Aufgrund der Gesamtheit der Ergebnisse zur klinischen Wirksamkeit und Sicherheit sollte die Triplet-Therapie mit Encorafenib, Binimetinib und Pembrolizumab als potenzielle Erstlinientherapie für Patient:innen mit metastasiertem oder nicht resektablem lokal fortgeschrittenem BRAF-V600E/K-mutiertem Melanom erwogen werden. Schadendorf rief dazu auf, Patient:innen in klinischen Studien zu behandeln.

Schadendorf D et al.: STARBOARD Phase 3: A randomized, double-blind study of first-line encorafenib, binimetinib, and pembrolizumab vs placebo and pembrolizumab for unresectable locally advanced or metastatic BRAF V600-mutant melanoma. ESMO 2026; Abstr. #2071O

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