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Ein einfaches Tool für die Risikobeurteilung bei PAH
Leading Opinions
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12.07.2018
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<p class="article-intro">Eine französische Forschungsgruppe untersuchte kürzlich den Prädiktionswert von Risikomarkern im Verlauf der pulmonal-arteriellen Hypertonie (PAH) und kam zu dem Ergebnis, dass die Anzahl der erreichten Kriterien für niedriges Risiko (<5 % Einjahresmortalität) einen guten Prädiktor für ein günstiges Outcome darstellt.<sup>1</sup></p>
<hr />
<p class="article-content"><p>In der aktuellen gemeinsamen Leitlinie der European Society of Cardiology (ESC) und der European Respiratory Society (ERS) zu Diagnose und Behandlung der pulmonalen Hypertonie aus dem Jahr 2015 fordern die beiden Gesellschaften eine sorgfältige Bewertung des Risikos des individuellen PAH-Patienten, mit deren Hilfe therapeutische Entscheidungen getroffen werden sollen. Gefordert wird eine multidimensionale Stratifizierung anhand klinischer, echokardiografischer und hämodynamischer Variablen mit bekannter prognostischer Signifikanz. Patienten mit niedrigem Risiko haben ein Risiko von weniger als 5 % , innerhalb eines Jahres zu versterben, bei Hochrisikopatienten liegt die Einjahresmortalität bereits jenseits der 10 % .<br /> Diese Risikostratifizierung wird sowohl zum Zeitpunkt der Diagnose als auch im weiteren Follow-up empfohlen. Gemäss den ESC/ERS Guidelines 2015 gilt als therapeutisches Ziel, den Patienten in einen Status mit einer Einjahresmortalitätsrate <5 % zu bringen. Besondere Probleme treten auf, wenn die verschiedenen Parameter kein einheitliches Bild ergeben. So können Patienten zahlreiche Kriterien für niedriges Risiko erfüllen, fallen bei anderen Parametern jedoch in den Bereich des intermediären oder hohen Risikos. Es ist nicht bekannt, wie viele Kriterien für niedriges Risiko erfüllt sein müssen, damit ein Patient tatsächlich als Niedrigrisikopatient eingestuft werden kann.<sup>2</sup> Eine französische Forschungsgruppe hat nun mittels einer retrospektiven Studie zum Schliessen einiger Evidenzlücken beigetragen. Ziel der Studie war es, die Assoziation zwischen der Zahl der erreichten Kriterien für ein niedriges Risiko innerhalb eines Jahres nach Diagnose und der langfristigen Prognose zu ermitteln. Dazu wurden Patienten mit zwischen 2006 und 2016 neu diagnostizierter idiopathischer, hereditärer oder medikamenteninduzierter PAH analysiert. In die Auswertung aufgenommen wurde die Zahl der erfüllten Kriterien für niedriges Risiko sowohl zum Zeitpunkt der Diagnose als auch bei der ersten Reevaluation. Bestimmt wurden die NYHA-Klasse (Klasse I oder II sprechen für niedriges Risiko), die Sechs-Minuten-Gehstrecke (niedriges Risiko >440m), der Druck im rechten Vorhof (niedriges Risiko <8mmHg) sowie der Herzindex (niedriges Risiko =2,5l/min/m<sup>2</sup>).<br /> In die Studie aufgenommen wurden 1017 Patienten mit einem mittleren Alter von 57 Jahren, von denen 75 % unter idiopathischer PAH litten. Innerhalb eines medianen Follow-ups von 34 Monaten waren 238 (23 % ) der Patienten verstorben. In der Auswertung erwies sich jedes der bei der ersten Reevaluation erhobenen Kriterien für niedriges Risiko als unabhängiger Prädiktor für transplantationsfreies Überleben. Die Zahl der erreichten Kriterien für niedriges Risiko sowohl zum Zeitpunkt der Diagnose (p<0,001) als auch bei der ersten Reevaluation (p<0,001) zeigte das Risiko von Tod oder Lungentransplantation an (Abb. 1). In einer Subgruppe von 603 Patienten wurden zusätzlich die kardialen Risikomarker BNP und NT-proBNP bestimmt. Die Auswertung zeigte, dass die Kombination dreier nicht invasiver Kriterien (NYHA-Klasse, 6MWD und BNP/NT-proBNP) bei der ersten Reevaluation zur Unterscheidung prognostischer Gruppen geeignet ist (p<0,001). Die Autoren der Studie sind der Ansicht, dass damit ein einfaches Tool für das Assessment zur Verfügung steht, da die Zahl der erreichten Kriterien für niedriges Risiko in ihrer Studie die Wahrscheinlichkeit eines günstigen Outcomes präzise voraussagt.</p> <p><img src="/custom/img/files/files_datafiles_data_Zeitungen_2018_Leading Opinions_Innere_1803_Weblinks_s31_abb1.jpg" alt="" width="998" height="1514" /></p></p>
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<a class="literatur" data-toggle="collapse" href="#collapseLiteratur" aria-expanded="false" aria-controls="collapseLiteratur" >Literatur</a>
<div class="collapse" id="collapseLiteratur">
<p><strong>1</strong> Boucly A et al.: Risk assessment, prognosis and guideline implementation in pulmonary arterial hypertension. Eur Respir J 2017; 50: pii: 1700889 <strong>2</strong> Galiè N et al.: 2015 ESC/ERS Guidelines for the diagnosis and treatment of pulmonary hypertension: The Joint Task Force for the Diagnosis and Treatment of Pulmonary Hypertension of the European Society of Cardiology (ESC) and the European Respiratory Society (ERS): Endorsed by: Association for European Paediatric and Congenital Cardiology (AEPC), International Society for Heart and Lung Transplantation (ISHLT). Eur Respir J 2015; 46: 903-75</p>
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