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„Wir verstehen uns als Think-Tank“

<p class="article-intro">Die Diabetes Initiative Österreich (DIÖ) ist ein gemeinnütziger Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, eine führende Rolle im Kampf gegen Diabetes in Österreich einzunehmen. Unter ihrem Dach sind Personen tätig, die sich in ihren beruflichen Funktionen federführend für eine Verbesserung der Betreuung von Diabetespatienten engagieren. Wir sprachen mit dem Präsidenten der DIÖ, Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Ludvik, über deren Positionierung und Ziele.</p> <hr /> <p class="article-content"><p><strong>Herr Professor Ludvik, Sie sind Pr&auml;sident der Diabetes Initiative &Ouml;sterreich. Was genau ist die DI&Ouml; eigentlich?</strong></p> <p><strong>B. Ludvik:</strong> Die DI&Ouml; ist eine Plattform f&uuml;r Stakeholder, die mit der Betreuung von Diabetikern befasst sind. Dazu geh&ouml;ren &Auml;rzte, Gesundheitspolitiker, Organisationen wie der Hauptverband oder die Wirtschaftskammer sowie Patienten, die in der DI&Ouml; vertreten sind. Auch die Industrie, die durch Forschung einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Patientenversorgung leistet, ist ein wichtiger Partner. Wir suchen aber nicht nur den Kontakt mit der Pharmaindustrie, sondern bewusst auch mit den anderen Bereichen der Wirtschaft, die f&uuml;r den Diabetes Bedeutung haben k&ouml;nnen. Wir arbeiten als gemeinn&uuml;tziger Verein mit einem Vorstand, dessen Pr&auml;sident derzeit in meiner Person ein Arzt ist. Als Vizepr&auml;sidenten fungieren eine Patientenvertreterin und ein Vertreter der Wirtschaftskammer. In einzelnen Arbeitsgruppen finden sich &auml;rztliche Kollegen, aber auch Experten aus den Bereichen Public Health sowie Ern&auml;hrungs- oder Sportwissenschaften.</p> <p><strong>Wie arbeitet die DI&Ouml; mit ihren Stakeholdern?</strong></p> <p><strong>B. Ludvik:</strong> Wir versuchen, einen Rahmen zu bieten, in dem s&auml;mtliche Stakeholder die M&ouml;glichkeit finden, einander ungezwungen zu begegnen, um wichtige Themen der Diabetesversorgung zu diskutieren. Wesentlich f&uuml;r uns ist, eine Atmosph&auml;re der Offenheit und ein gegenseitiges Verst&auml;ndnis f&uuml;r die unterschiedlichen Perspektiven zu schaffen.</p> <p><strong>Geht das in Richtung Think-Tank?</strong></p> <p><strong>B. Ludvik:</strong> Ja, der Begriff des &bdquo;Think- Tank&ldquo; ist ein ganz wichtiger Aspekt. Wir k&ouml;nnen hier wirklich unabh&auml;ngig diskutieren und neue Ideen aufgreifen. Es herrscht eine gewisse Vertraulichkeit, die tiefer gehende Diskussionen erst erm&ouml;glicht und eine echte Erg&auml;nzung zu bestehenden Strukturen ist. Das Sch&ouml;ne ist, dass bei unseren Sitzungen die Herausforderungen in der Diabetesversorgung f&uuml;r alle Beteiligten im Vordergrund stehen und man das Gef&uuml;hl bekommt, dass alle Beteiligten versuchen, an einem Strang zu ziehen. So gibt es meiner Erfahrung nach auch kaum Ber&uuml;hrungs&auml;ngste zwischen den Stakeholdern untereinander.</p> <p><strong>In welcher Beziehung steht die DI&Ouml; zur &Ouml;sterreichischen Diabetes Gesellschaft (&Ouml;DG)?</strong></p> <p><strong>B. Ludvik:</strong> Die DI&Ouml; versteht sich als Erg&auml;nzung zur &Ouml;DG. Es geht uns weniger darum, &Auml;rzte fachlich zu informieren. Hier muss die Fachgesellschaft die Oberhoheit innehaben. Wir sehen unsere Aufgabe in einem gesellschaftspolitischen Kontext und wenden uns daher an ein breiteres Spektrum an Personen. Der jeweilige Pr&auml;sident der &Ouml;DG hat einen Sitz im Vorstand der DI&Ouml; und ist stimmberechtigt. Es besteht daher ein sehr reger gegenseitiger Austausch, keine Konkurrenz.</p> <p><strong>Was w&uuml;rden Sie sich f&uuml;r die Zukunft der DI&Ouml; w&uuml;nschen?</strong></p> <p><strong>B. Ludvik:</strong> Das ganz gro&szlig;e Ziel ist nat&uuml;rlich die Verbesserung der Betreuung von Menschen mit Diabetes in &Ouml;sterreich. Dies ist dann m&ouml;glich, wenn es gelingt, alle an diesem Prozess beteiligten Stakeholder an einen Tisch zu bekommen. Die St&auml;rke der DI&Ouml; ist, diese Plattform bieten zu k&ouml;nnen. Ich hoffe, dass die DI&Ouml; mit ihren Anliegen einen h&ouml;heren Bekanntheitsgrad als Think-Tank und Kommunikationsplattform erreicht. Es soll verstanden werden, dass Inhalte, mit denen die DI&Ouml; an die &Ouml;ffentlichkeit tritt, etwas Wichtiges und Relevantes sind. Wir m&ouml;chten diese Inhalte in allgemein verst&auml;ndlicher Weise transportieren und hoffen, damit auch gesellschaftspolitisch etwas bewegen zu k&ouml;nnen.</p> <p><strong>Danke f&uuml;r das Gespr&auml;ch!</strong></p></p>
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