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„Klare Rahmenbedingungen und mehr Unterstützung“
Jatros
30
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25.09.2018
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<p class="article-intro">Welche Unterstützung die Schulen benötigen, um Kinder mit Diabetes zu betreuen, erläutert Gabriele Hempfling-Stella. Sie arbeitete 42 Jahre im Pflichtschulbereich, davon die ersten 12 Jahre im Hauptschulbereich und anschließend 30 Jahre im Volksschulbereich. Die letzten 5 Jahre hatte sie die Schulleitung einer 15-klassigen Volksschule in Himberg inne.</p>
<hr />
<p class="article-content"><p><strong>Welche Herausforderungen ergeben sich, wenn ein diabeteskrankes Kind an die Schule kommt?<br /><br /> G. Hempfling-Stella:</strong> Meine Erfahrungen beziehen sich hauptsächlich auf Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren. Gerade für diese Kinder ist eine besondere Unterstützung und Hilfestellung notwendig. Für die Lehrer der Kinder mit Typ-1-Diabetes stellt der Schulalltag eine besondere Herausforderung dar und es bedeutet einen zusätzlichen Aufwand. Das Ziel sollte sein, dass Kinder lernen, mit ihrer Stoffwechselerkrankung eigenverantwortlich umzugehen – dies ist natürlich erst ab einer gewissen Altersstufe möglich.<br /><br /> <strong>Was ist dabei besonders wichtig?<br /><br /> G. Hempfling-Stella:</strong> Besonders wichtig ist es, diese Kinder nicht vom normalen Schulalltag auszuschließen, zum Beispiel von Turnunterricht, Spielstunden, Wandertagen, Eislaufen, Schwimmen, Projekttagen etc. Sie sollen bestmöglich in den Schulalltag integriert werden. Es ist jedoch nicht jedem Lehrer und in jeder Klassenkonstellation möglich, ein diabeteskrankes Kind bestens zu betreuen, beispielsweise bei Klassen mit Kindern, die besondere Aufmerksamkeit benötigen, zum Beispiel Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten, ADHS, Migranten ohne ausreichende Deutschkenntnisse etc.<br /> Außerdem ist es notwendig, guten Kontakt mit den Eltern des zu betreuenden Kindes und Offenheit zu pflegen; ebenso einen engen Kontakt mit der Diabetesambulanz im nächstgelegenen zuständigen Krankenhaus, welche jederzeit bei Notfällen zur Auskunft bereit sein muss. Auch ein Notfallprogramm und eine dazugehörige Box müssen im Klassenzimmer und in der Direktion zur Verfügung stehen. Das bedarf der Offenheit aller Beteiligten, inklusive der Mitschüler, die man mit dieser Thematik vertraut machen muss. <br /><br /><strong>Welche rechtlichen Vorgaben müssen erfüllt werden? <br /><br />G. Hempfling-Stella:</strong> Es müssen noch klar definierte rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen bzw. die vorhandenen verbessert werden, denn derzeit werden alle Hilfestellungen von Lehrkräften in einem rechtlichen Graubereich erbracht.<br /><br /> <strong>Was muss konkret in den Schulen getan werden?<br /><br /> G. Hempfling-Stella:</strong> Man muss die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, etwa Einschulung durch Diätassistenten für Klassenlehrer, Direktion und all jene, die in der Klasse unterrichten.<br /><br /><strong> Welche Unterstützung von Länderseite würde es brauchen, um die Betreuung diabetischer Kinder in der Schule zu verbessern?<br /><br /> G. Hempfling-Stella:</strong> Unter anderem Unterstützung durch mehr Fortbildung zu diesem Thema von Fachleuten. Finanzielle Abgeltung der Mehrbelastung und des Mehraufwands für die involvierten Lehrer ist notwendig. Zudem muss für Ausnahmefälle eine Zusatzkraft mit entsprechender Ausbildung angestellt werden. Darüber hinaus sollte man überlegen, eine spezielle Ausbildung an den pädagogischen Hochschulen mit dem Schwerpunkt „Kinder mit besonderen gesundheitlichen Bedürfnissen“ anzubieten. Entsprechend ausgebildete Lehrkräfte könnten dann an Schulen mit großer Schüleranzahl angestellt werden.</p></p>
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