© L. Viborel

Geschichte der Medizin in der Romandie

Wie bekämpfte man die Syphilis vor 100 Jahren?

Im vergangenen Mai fanden in Montreux die «Rencontres Romandes de Derma-tologie et Vénérologie» (RRDV) statt. Wie hätte die Traktandenliste ausgesehen, wenn dieser Kongress vor 100 Jahren am selben Ort stattgefunden hätte? Welche Herausforderungen stellte die Syphilis insbesondere für die Gesundheitsbehörden in der Westschweiz der 1920er-Jahre dar und wie wurde sie bekämpft?

Die Lokalzeitungen liefern interessante Informationen zu diesem Thema. So erschien beispielsweise am 19. August 1924 in der Lausanner Tageszeitung La Revue eine Kleinanzeige für ein Theaterstück mit dem Titel Le Mortel Baiser, das «unter der Schirmherrschaft der französischen Nationalliga gegen die venerische Gefahr» aufgeführt wurde. Zwischen 1924 und 1926 wurde dieses Stück regelmässig im gesamten Genferseebogen aufgeführt. In einem Bericht vom 15. Oktober 1926 würdigt die Feuille d’Avis de Montreux den «erzieherischen Wert» des Stücks und die Tatsache, dass es «unsere Jugend» über die venerische Gefahr aufklärt. Es ist bekannt, dass die Aufführung von einem medizinischen Vortrag begleitet wurde und dem Publikum Informationsbroschüren ausgehändigt wurden. Das Ganze wurde von der Waadtländer Sektion der Schweizerischen Gesellschaft zur Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten finanziert, die sich damals Sorgen um das «grosse Loch» machte, das dadurch in ihre Finanzen gerissen wurde.1

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